ITscope Marktbarometer Q2/2023 Größere Nachfrage nach DDR5 RAM

Von David Binnig 8 min Lesedauer

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Das aktuelle Marktbarometer der Handelsplattform ITscope steht ganz im Zeichen des Arbeitsspeichers. Zudem bestimmen sinkende Preise und Nachhaltigkeitsaspekte das Marktgeschehen. Die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen der Plattform im Schnelldurchlauf.

Erfolgskurs zur Halbzeit: Die Spitzenreiter des 2. Quartals 2023 auf der ITscope-Plattform stehen fest. (Bild:  1st footage - stock.adobe.com)
Erfolgskurs zur Halbzeit: Die Spitzenreiter des 2. Quartals 2023 auf der ITscope-Plattform stehen fest.
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Hohe Inflation und weniger Bedarf als angenommen: Der Absatz von neuen DDR5-Arbeitsspeichern blieb bislang international hinter den Erwartungen. Doch im B2B-Bereich zeichnet sich eine Trendwende ab: Sinkende Preise und ein geringerer Preisunterschied zu den DDR4-Modellen sind ein Grund dafür, dass die neuen Speicherbausteine für den Einsatz im Büro interessant werden. Auch AMD spielt eine tragende Rolle im Vormarsch der DDR5-RAM. Im Gegensatz zu Konkurrent Intel legt der Hersteller seine neuen AM5-Plattformen ausschließlich für die Speicherbausteine der nächsten Generation aus. Immer neue Rekorde tragen ihr Übriges dazu bei, den Speicher populärer zu machen. Mit Erfolg: Auf ITscope, einer Plattform für IT-Beschaffung und -Vertrieb im B2B-Bereich, wird sowohl das Interesse an DDR5-Speicherbausteinen, als auch an Mainboards mit entsprechendem Sockel zunehmend größer. Hat also das letzte Stündlein für die DDR4-RAM geschlagen? Mehr dazu in den folgenden Kategorien.

Highflyer: Diese Neuzugänge starten durch

Das Apple MacBook Pro, 14.2",M2 Pro, 16GB, 512GB sichert sich mit 1.563 Klicks die Pole Position.(Bild:  ITscope)
Das Apple MacBook Pro, 14.2",M2 Pro, 16GB, 512GB sichert sich mit 1.563 Klicks die Pole Position.
(Bild: ITscope)

Den Anfang machen jedoch erst einmal die Neueinsteiger des Quartals. Die Top-30-Liste beinhaltet Produkte jeder Kategorie, welche nicht länger als sechs Monate auf der ITscope-Plattform gelistet sind. Platz 1 geht in diesem Quartal an den ehemaligen Zweitplatzierten, das Apple MacBook Pro 14 in der Basisvariante. Das Premium-Notebook mit M2-Pro-Chip besticht mit starker Rechenleistung bei leisem Betrieb und langer Akkulaufzeit.

Den zweiten Platz belegt der HP E27 G5-E-Series-LED-Monitor. Der 27-Zöller löst mit Full-HD auf und verfügt über flexible Einstellmöglichkeiten sowie Anschlüsse. Außerdem ist er mit Funktionen wie HP Eye Ease zur Reduzierung von blauem Bildschirmlicht ausgestattet.

Auf Platz 4 befindet sich ein Mittelklasse-Smartphone: Das Samsung Galaxy A54 5G nimmt nach einem schwachen Start im ersten Quartal doch Schwung auf und schafft es so unter die ersten Fünf.

Eine andere Art von Display, nämlich ein Digital Signage System findet sich auf Platz 6; das Iiyama ProLite TE8612MIS-B1AG bietet 4K UHD-Auflösung (3.480 x 2.160 px), integrierte Funktionen und Apps sowie Touch-Stifte.

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Größere Nachfrage nach DDR5 im Business

Der erstplatzierte Crucial CT16G4SFRA32A 16GB DDR4 3200MHz,DIMM kommt auf ingesamt 1.368 Klicks.(Bild:  ITscope)
Der erstplatzierte Crucial CT16G4SFRA32A 16GB DDR4 3200MHz,DIMM kommt auf ingesamt 1.368 Klicks.
(Bild: ITscope)

Bei der Einführung der DDR5-Speicherbausteine verhinderte der hohe Preis eine hohe Nachfrage. Inzwischen gleichen sich die Preise von DDR4 und DDR5-RAM immer mehr an. Für beide Produktgruppen sinkt der Preis, aber auch der Preisunterschied nimmt ab.

Das ist ein Grund, weshalb das Interesse für die neuen RAM im B2B-Bereich zunimmt. Dass Geschäftskunden eine Technologie schneller annehmen als Privatkunden, ist eher ungewöhnlich, lässt sich aber mit der aktuellen Wirtschaftslage, Inflation und den Nachwirkungen der Corona-Krise erklären.

DDR5-Bausteine bieten technisch gesehen mehr als DDR4-RAM, wie eine gesteigerte Effizienz und höhere Geschwindigkeiten. Grund dafür ist unter anderem die höhere Taktrate bzw. andere Speicherarchitektur. Auch die Chipdichte ist höher, weshalb bis zu 128 GB Speicher pro Riegel möglich sind. Zum Vergleich: bei DDR4 war bei 32 GB Schluss.

Dass DDR4-Bausteine nach wie vor gefragt sind, verwundert nicht, denn beide Varianten brauchen unterschiedliche Sockel und damit verschiedene Mainboards. Wer noch Rechner mit reinen DDR4-Sockeln im Einsatz hat, wird in den nächsten Monaten und – je nach Einsatzgebiet sogar Jahren – mit DDR4-Speichern aufrüsten. So sind die zwei meistgeklickten Speicherbausteine auf der ITscope-Plattform noch DDR4-Modelle, nämlich der günstige Crucial CT16G4SFRA32A 16GB DDR4 und der ECC-Speicher HPE SmartMemory 32GB DDR4. ECC-Arbeitsspeicher verfügen über eine Software, die Fehler korrigiert, den sogenannten Error Correction Code. Damit eignen sie sich besonders für Server und unternehmenskritische Daten.

Auf Platz 3 findet sich dann das Crucial-DDR5-Modul-16 GB. Die DDR5-Speicherbausteine von Crucial, der Endkundenmarke von Micron Technology, werden als simpel, aber hochwertig bewertet. Das Crucial-DDR5-Modul-32 GB klettert im zweiten Quartal von Platz 30 auf Platz 8.

Im Direktvergleich der klickstärksten Module, zum Beispiel von Crucial und Corsair lässt sich aktuell ein Preisunterschied von ca. 25 Prozent von DDR4 zu DDR5-Modulen mit gleicher Speicherkapazität feststellen – wobei die DDR5-Bausteine jeweils eine höhere Geschwindigkeit aufweisen. Die beliebtesten Speicherbausteine mit 64 GB Speicher sind der HPE SmartMemory 64GB DDR4 und der Samsung 64GB DDR4 3200MHz. Bei beiden Modulen ist der HEK (Händlereinkaufspreis) seit Anfang des Jahres deutlich gesunken. In naher Zukunft soll es auch DDR5-Modelle mit 24 und 48 GB von Crucial geben.

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Mainboards: DDR5-Sockel in der Oberklasse gefragt

Mit 533 Klicks sichert sich das Gigabyte H510M H 1.0, LGA1200 micro ATX den Platz an der Spitze.(Bild:  ITscope)
Mit 533 Klicks sichert sich das Gigabyte H510M H 1.0, LGA1200 micro ATX den Platz an der Spitze.
(Bild: ITscope)

Wer DDR5-Speicherbausteine thematisiert, muss auch über Mainboards sprechen. Zunächst ergibt sich hier ein ähnliches Bild wie im Bereich RAM: Auf Platz 1 thront noch ein Modell mit DDR4-Sockel, nämlich das Gigabyte H510M H-1.0-Motherboard. Doch die Mainboards für DDR5-Module nehmen Fahrt auf, es sind bereits mehrere Modelle in den Top 10 des zweiten Quartals. Auffällig ist hier, dass vor allem die stärkeren Modelle gefragt sind – bei den günstigen Mainboards ist DDR4 eindeutiger Platzhirsch.

Platz 4 geht an ASUS PRIME Z790-P. Das Mainboard ist im Herbst 2022 erschienen und mit einem LGA1700-Sockel ausgestattet. Der Mainboard-Highflyer des Quartals ist das Gigabyte B760 GAMING X DDR4: Obwohl es erst seit Januar gelistet ist, rangiert das Mittelklasse-Mainboard bereits auf Platz 5 seiner Kategorie. Auf Platz 7 hochgekämpft hat sich das MSI MAG B650 TOMAHAWK mit AM5-Sockel. Der Aufsteiger des Quartals klettert von Platz 126 bis in die Top 10.

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Prozessoren: AMD als Wegbereiter für DDR5-Module

Der erstplatzierte AMD Ryzen 7 5800X3D, 8-Core, SMT, 3,4GHz, AM4, 96MB verbucht 1.072 Klicks.(Bild:  ITscope)
Der erstplatzierte AMD Ryzen 7 5800X3D, 8-Core, SMT, 3,4GHz, AM4, 96MB verbucht 1.072 Klicks.
(Bild: ITscope)

Dass sich DDR5-Speicherbausteine nun schrittweise durchsetzen, liegt vor allem an der Vorreiterrolle von AMD, die ihre neuen AM5-Prozessoren bzw. Sockel ausschließlich für DDR5-RAM auslegt. Im Gegensatz dazu ist Konkurrent Intel eher zögerlich vorgegangen und hat sowohl DDR4- als auch DDR5-Module zugelassen.

Es überrascht deshalb nicht, dass der CPU-Aufsteiger des Quartals aus dem Hause AMD stammt. Der Ryzen 7 7800X3D mit AM5-Sockel und 4,2 GHz klettert von Platz 211 auf Platz 4. Auch Platz 1 der Kategorie Prozessoren geht an AMD, allerdings mit dem AM4-Sockel AMD Ryzen 7 5800X3D. Der 8-Core-CPU ist bereits seit einem Jahr auf dem Markt.

Das AMD-Oberklasse-Modell von 2023, der AMD Ryzen 9 7950X3D verbessert sich von Platz 11 auf Platz 7. Der Prozessor war bis Mitte April kaum zu bekommen. Gerade deshalb war auf der ITscope-Plattform bereits Ende Februar das Interesse an dem CPU groß, wie sich an der Produkt-Klick-Historie ablesen lässt.

TFT: Ist Nachhaltigkeit Trumpf?

Mit 6.033 Klicks überflügelt der Dell P2422H die Konkurrenz. (Bild:  ITscope)
Mit 6.033 Klicks überflügelt der Dell P2422H die Konkurrenz.
(Bild: ITscope)

Nicht vom Thron zu stoßen ist indes der Dell P2422H. Der 24-Zöller ist ein echter Dauerbrenner im Business und schafft es auch im zweiten Quartal erneut auf Platz 1.

In der Kategorie der TFT-Monitore, die sich sonst eher behäbig entwickelt, gibt es dennoch eine Überraschung: Der HP E27 G5, der sich bereits auf Platz 2 in den Highflyer-Charts mauserte, schafft es auch in seiner eigenen Kategorie direkt in die Top 10 und belegt dort Platz 7. Was die Monitore der neuen HP E-Serie G5 von ihren Vorgängern und zahlreichen anderen Modellen abhebt: Sie wurden aus bis zu 90 Prozent recycelten und erneuerbaren Materialien gefertigt. Ein Indikator dafür, dass auch im B2B-Bereich recycelte und nachhaltig gefertigte Produkte eine verstärkt nachgefragt werden.

Mobiltelefone: Samsung-Modelle holen auf

Dem Apple iPhone SE (3rd Generation), 64GB Schwarz reichen 2.245 für den ersten Platz. (Bild:  ITscope)
Dem Apple iPhone SE (3rd Generation), 64GB Schwarz reichen 2.245 für den ersten Platz.
(Bild: ITscope)

Dass Apples iPhones die Topliste bei den Mobiltelefonen anführen, ist nichts Neues. Interessant ist in diesem Quartal allerdings, dass das iPhone SE (3rd Generation) und das iPhone 13 auf den vorderen Plätzen liegen, noch vor den beiden neuesten Modellen, dem iPhone 14 und dem iPhone 14 Pro.

Aufwind gibt es im Q2 für die Mobiltelefone des Konkurrenten aus Südkorea: Das Samsung Galaxy S23 steigt auf Platz 6 der Kategorie auf. Einen Raketenstart legt außerdem das Samsung Galaxy A54 5G hin. Es klettert von Platz 101 auf Platz 7 und liegt nur knapp hinter dem Flaggschiffmodell aus den eigenen Reihen. Das Smartphone, welches schon in der Kategorie der Highflyer mit einer guten Platzierung gelistet wurde, punktet durch ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Ungewöhnlich ist, dass das Display im Vergleich zum Vorgänger, dem A53, von 6,5 auf 6,4 Zoll geschrumpft ist – eigentlich geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung.

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Notebooks: Sinkende Preise im zweiten Quartal

Mit 6.737 Klicks gibt es am Lenovo ThinkPad L15 Gen 3 21C3, 15.6", i5 1235U, 16GB, 512GB kein vorbeikommen.(Bild:  ITscope)
Mit 6.737 Klicks gibt es am Lenovo ThinkPad L15 Gen 3 21C3, 15.6", i5 1235U, 16GB, 512GB kein vorbeikommen.
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Es ist und bleibt der Renner im Business: Das Lenovo ThinkPad L15 Gen 3 21C3 ist wieder eindeutiger Gewinner der Kategorie Notebooks. Es verfügt über einen leistungsstarken i5 Prozessor mit 4,4 GHz, eine SSD mit 512 GB und 16 GB RAM. Der durchschnittliche Einkaufspreis ist im Juni nochmal deutlich gesunken, was den Allrounder weiterhin attraktiv macht.

Auf Platz 2 findet sich wieder ein HP ProBook 450 G9. Wo im letzten Quartal aber noch die „kleine“ Version mit i5-Prozessor vorne lag, hat jetzt die i7-Variante die Nase vorn. Notebooks mit i5-Prozessoren sind weniger gefragt: So ist das ProBook 455 G9 von Platz 9 auf Platz 20 abgerutscht und das ProBook 450 mit i5-Prozessor von Platz 2 auf Platz 11. Auch bei den HP ProBooks sind im zweiten Quartal die Preise teilweise deutlich gesunken.

Aufsteiger des Quartals ist das Lenovo V17 G3 IAP 82U1 mit Intel i3-Prozessor. Das Gerät klettert von Platz 48 auf Platz 12. Und auch das HP 470 G9 Notebook schafft den Aufstieg in die Top 20.

PC-Komplettsysteme: Erprobte Modelle an der Spitze

Der HP Pro Mini 400 G9, i5 12400T, 8GB, 256GB gewinnt mit 4.935 Klicks das Rennen um Platz 1.(Bild:  ITscope)
Der HP Pro Mini 400 G9, i5 12400T, 8GB, 256GB gewinnt mit 4.935 Klicks das Rennen um Platz 1.
(Bild: ITscope)

Bewährt und für gut befunden: Die Top 5 PC-Komplettsysteme halten sich beständig an der Spitze und sind im zweiten Quartal 2023 identisch wie zum Jahresanfang: Vorne liegt der HP Pro Mini 400 G9, i5 2GHz, die etwas größere Version davon mit 16 GB Arbeitsspeicher folgt auf Platz 3. Die Plätze 2 und 5 gehen an Lenovo mit dem Lenovo ThinkCentre M70q Gen 3 mit jeweils 8 GB und 16 GB Speicher, auf Platz 4 findet sich der Dell OptiPlex 3000.

Das Lenovo ThinkCentre M70q 11DT schafft es auf Platz 6, obwohl – oder gerade weil – es nicht mehr bei allen Distributoren erhältlich ist. Das Vorgängermodell erlangte auf ITscope absoluten Goldstatus, und auch das Modell von 2022 gehört schon zu den Topsellern. Der kompakte Desktop-PC auf Business-Niveau verfügt über einen Intel i5-Prozessor, 16 GB DDR4-RAM und eine 512 GB-SSD.

Das Lenovo ThinkCentre M70q 11DT mit i5-Prozessor schafft es auf Platz 6, obwohl – oder gerade weil – es nicht mehr bei allen Distributoren erhältlich ist. Das Vorgängermodell erlangte auf ITscope absoluten Goldstatus, und auch das Modell von 2022 gehört schon zu den Topsellern. Der kompakte Desktop-PC auf Business-Niveau verfügt über einen i5-Prozessor von Intel, 16 GB DDR4-RAM und eine 512GB-SSD.

Im Juni erst hat Lenovo verkündet, dass ihre 2022 eröffnete Produktionsstätte in Budapest/Ungarn bereits eine Million Geräte produziert hat. Das Unternehmen will sich mit dem Werk in Europa gegen Unwägbarkeiten in den Lieferketten absichern.

Über das ITscope Marktbarometer


ITscope ist eine Plattform für IT-Beschaffung und -Vertrieb im B2B- Bereich, die Systemhäuser, Reseller, Distributoren und Hersteller bei der Digitalisierung ihrer Prozesse unterstützt. Das ITscope Marktbarometer erscheint quartalsweise und ermöglicht Einblicke in Marktbewegungen und Verkaufstrends des Channels.

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