Experton Group befragte Firmen in der DACH-Region

Green-IT ist Unternehmen wichtiger als Cloud Computing

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Anforderungen an Service-Erbringer

Vor der konkreten Planung und Umsetzung eines Projektes sollten die Anbieter jedoch zahlreichen Anforderungen der Kunden gerecht werden. Gemäß Studie ist Interessenten die zugesicherte Gesamtverfügbarkeit am wichtigsten, gefolgt von Erfahrung und Renommee des Anbieters. Besonders wichtig ist auch eine transparente Service-Kette. Das heißt, es muss klar sein, wer welche Leistung erbringt, und dass sich der Gerichtsstand in Deutschland befindet.

Eine weitere Hauptanforderung sind Zertifizierungen, beispielsweise solche als Partner von Herstellern, nach ISO 27001 oder das Eco Datacenter Star Audit. Wichtig ist ebenfalls, dass der Anbieter in Deutschland ansässig ist, gerne eine eigene Cloud betreibt und möglicherweise sogar End-to-End-Services, mit eigener Cloud und eigenem Netz, liefert.

Chance für lokale Anbieter

Felix Höger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Pironet NDH AG (Archiv: Vogel Business Media)

Diese Ansprüche an Cloud-Anbieter hat auch der ITKOutsourcing-Anbieter Pironet NDH Datacenter erlebt, wie der Pironet-NDH-Vorstand Felix Höger erzählt. „Unsere Kunden haben uneingeschränkt diese Anforderungen. Wir sehen uns mit unseren Leistungen hier gut aufgestellt und durch die Studien-Ergebnisse bestärkt.“ Dass der Kunde beispielsweise Wert auf den Gerichtsstand und Firmensitz in Deutschland legt oder auch auf ein Rechenzentrum in Deutschland, sei ein Vorteil für lokale Anbieter hierzulande.

Als einen wichtigen Erfolgsfaktor für das Mittelstandsgeschäft, auf das sich Pironet konzentriert, bezeichnet er „ganzheitliche Cloud-Lösungen aus einer Hand.“ Dies betreffe unter anderem die Service-Kette, die ganzheitlich durch den ITK-Dienstleister erbracht wird.

Einsatzszenarien und Pläne

Wenn die für den einzelnen Käufer wesentlichen Bedingungen erfüllt sind, dann nutzen die Kunden Cloud-Lösungen für verschiedenste Anwendungsszenarien. Am häufigsten schon heute eingesetzt wird das Bereitstellungsmodell für Web-Anwendungen, gefolgt von Storage und Backup und Virtualisierung der Rechenzentrums(RZ)-Infrastruktur. Das größte Potenzial hat demnach aktuell Software as a Service: Hier planen die meisten Unternehmen den Einsatz. Doch auch virtualisierte RZ-Strukturen, Storage und Backup, der Betrieb von Mobile Applications und ebenso das Outsourcing von Web-Anwendungen zählen zu den häufigsten Vorhaben (Einzelheiten siehe Grafik in der Bildergalerie). Ebenso nehme die Desktop-Virtualisierung derzeit einen starken Aufschwung, betont Zacher.

Wichtigere IT-Vorhaben

Und doch bewertet bei weitem nicht jeder Unternehmenskunde die IT-Wolke als Allheilmittel gegen zu hohe IT-Kosten, Security-Mängel oder als Katalysator für höhere Effizienz. Gefragt nach den „wichtigen IT-Aktivitäten“ nannten die deutschen Betriebe, die sich mit dem Thema schon näher beschäftigt hatten, Cloud Computing nicht an vorderster Stelle.

Elf andere Themen sind laut Studie wichtiger (gelistet nach Relevanz):

1. Optimierung der IT-Prozesse (77 Prozent der Nennungen)

2. Bessere Unterstützung von Geschäftsprozessen (75 Prozent)

3. Optimierung der IT-Organisation (67 Prozent)

4. Modernisierung von IT-Systemen und -Anwendungen (66 Prozent)

5. Virtualisierung von Servern, Desktops (66 Prozent)

6. Standardisierung (65 Prozent)

7. Automatisierung in der Bereitstellung von IT-Services (55 Prozent)

8. Green-IT (47 Prozent)

9. Zentralisierung der IT-Budgets (41 Prozent)

10. Modularisierung von IT-Komponenten im Rechenzentrum (40 Prozent)

11. Stärkeres Business-IT-Alignment (35 Prozent)

12. Nutzung von Cloud-Ressourcen (35 Prozent)

(ID:2047616)