Durchschnittspreis steigt um 31 Prozent Grafikkarten boomen

Autor: Heidemarie Schuster

Wer ist viel zuhause, hat wenig Real-Kontakte und langweilt sich auch in Pandemiezeiten nicht? Der Gamer. Und dies hat sich offenbar herumgesprochen, denn Grafikkarten für Computerspiele sind gefragter denn je, wie Marktzahlen der GfK zeigen.

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Deutschland ist im Gaming-Fieber: Der Umsatz mit Grafikkarten steigt um fast 100 Prozent.
Deutschland ist im Gaming-Fieber: Der Umsatz mit Grafikkarten steigt um fast 100 Prozent.
(Bild: sezer66 – adobe.stock.com)

Offenbar hat es ein bisschen gedauert, bis sich herumgesprochen hat, dass Gaming der optimale Pandemie-Zeitvertreib ist. Denn nach einer eher verhaltenen Entwicklung in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres stieg der Umsatz mit Grafikkarten laut GfK im vierten Quartal 2020 in Deutschland um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Januar 2021 lag das Wachstum dann sogar noch einmal deutlich höher bei 94 Prozent. Inzwischen machen Grafikarten der aktuellen Generation zwei Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Performance-Zuwachs der GPUs

Aber nicht nur die Pandemie hat für Wachstum im Entertainment- und Gaming-Segment gesorgt. Vor allem der deutliche Performance-Zuwachs der neuen GPU-Generationen hat zu einer hohen Nachfrage geführt, die aktuell deutlich die Verfügbarkeit übersteigt und deshalb eine Preisexplosion ausgelöst hat. Der Durchschnittspreis für eine Grafikkarte der neuen Generation lag im Januar 2021 bei 956 Euro. Das ist ein Preisanstieg um bis zu 31 Prozent im Vergleich zum Zeitpunkt der Markteinführung.

Aleksandar Tomasevic, Marktexperte für IT-Kategorien bei der GfK: „Wir gehen davon aus, dass die Umsatzzuwächse noch deutlich stärker ausgefallen wären, wenn eine höhere Verfügbarkeit der Produkte gegeben wäre. Erschwerend hinzu kommt der aktuelle Boom bei Kryptowährungen, die ebenfalls ein hohes Interesse an den schnellen Grafikkarten haben. Auch sogenannte Scalper, die Grafikkarten in hohen Mengen aufkaufen, um sie teurer wieder zu verkaufen, verstärken das knappe Angebot. Eine Entspannung der Situation wird erst dann eintreten, wenn ein stetiger und hoher Nachschub an Grafikkarten am Markt gewährleistet werden kann, was sicherlich noch einige Monate dauern kann.“

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