Betriebssystem und Produktivsysteme Google will in den Bildschirmarbeiter-Büroalltag
Da Windows so verbreitet ist, wird Software tendenziell dafür entwickelt, was die Windows-Verbreitung noch weiter festigt. Doch der SaaS-Trend und Virtualisierung weichen diesen Mechanismus auf. Diese Chance will man bei Google nutzen.
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Das Google-Betriebssystem „Chrome OS“ war ursprünglich voll auf Webanwendungen ausgelegt. Inzwischen werden auch Chrome-OS-native-Anwendungen im Offline-Modus ausgeführt. Und dank Virtualisierungssoftware sind auch Produktivsysteme aus dem Windows-Umfeld kein grundsätzliches Problem. Außerdem können die Nutzer über Parallels Desktop lokal auf Windows-Anwendungen zugreifen, auch wenn Sie offline sind. Hinzu kommen eigene Produkte für Bildschirmarbeiter, beispielsweise Tabellenkalkulation, Mail-Software und Textprogramme.
Verdrängungswettbewerb

Vor diesem Hintergrund schielt Google logischerweise auf Marktanteile im Enterprise-Umfeld. In diesem Markt gilt es, sich mit dem eigenen Betriebssystem als Windows- oder iOS-Konkurrent zu positionieren. „Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir uns nicht zu Wettbewerbern oder unserer Marktposition Ihnen gegenüber äußern“, kommentiert Thomas Riedl, Product Director für Chrome OS Enterprise und Education, Google, die Frage danach, wie erfolgreich man sich hier bereits als Konkurrent etablieren konnte.
Produktivsysteme
Der Büroalltag, der geprägt ist vom Umgang mit Mails, Tabellen, Briefverkehr et cetera lasse sich inzwischen problemlos mit Google-Produkten darstellen. Immerhin bieten Rechner mit Chrome OS Zugriff auf Cloud-basierte Apps über den Browser, Android-Apps im Google Play Store und Windows-Apps über Virtualisierungs-Anbieter, sodass Mitarbeiter Zugriff auf geschäftskritische Anwendungen haben. „Darüber hinaus bietet der Chrome-Browser mit der Zunahme von Cloud-basierten Unternehmenstechnologie-Stacks, die durch hybrides Arbeiten beschleunigt werden, Zugriff auf Google Workspace, Office-365-Web-Apps und die gängigsten SaaS-Apps“, so Riedl.
SaaS-Trend
Der Trend hin zu SaaS-basierten Anwendungen und Produktivsystemen spielt Google dabei in die Hände, da tendenziell immer mehr mit dem Browser gearbeitet wird. Und genau da setzt auch Chrome OS an, so Riedl: „Als Cloud-first-Betriebssystem bietet es schnellen, sicheren Zugriff auf SaaS-basierte Anwendungen.“ Mit der zunehmenden Einführung von SaaS-basierten Anwendungen sehen daher tendenziell immer mehr Unternehmen Chrome OS als Lösung für ihre geschäftskritischen Aufgaben an, so der Manager.
Altgeräte und Geräteverwaltung
Mit Chrome OS Flex bringt Google eine Version auf den Markt, die besonders auf Altgeräte ausgelegt ist, sodass deren Lebensdauer verlängert werden kann. Das Betriebssystem verfügt über dieselbe Codebasis und Veröffentlichungshäufigkeit wie das reguläre Google-Betriebssystem. die Flex-Version kommt mit dem hauseigenen Browser und mit dem Google Assistant daher. Geräteübergreifende Funktionen sind in der gleichen Benutzeroberfläche wie Chrome OS verfügbar. Mit „Chrome Enterprise“ oder dem Education Upgrade können IT-Administratoren „Flex-Geräte“ und „Chrome OS“-Geräte wie die hauseigenen Chromebooks nebeneinander in der Google Admin-Konsole verwalten.
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