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Umfrage vom ADP Research Institute Gestresstes Deutschland

Autor: Heidemarie Schuster

Zu viel Stress kann schnell zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen. In einer Studie von ADP kam heraus, dass die deutschen Arbeitnehmer besonders häufig gestresst sind. In Frankreich und den Niederlanden geht es offenbar deutlich entspannter zu.

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Flexibles Arbeiten kann gestressten Angestellten helfen.
Flexibles Arbeiten kann gestressten Angestellten helfen.
(Bild: pathdoc - stock.adobe.com)

Gestresste Arbeitnehmer, die dadurch gesundheitliche Probleme haben, kosten+ die Weltwirtschaft laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr 1 Billion US-Dollar an verlorener Produktivität und belastet demnach gleichzeitig das Gesundheitswesen und die Gesellschaft. In einer Umfrage von ADP geben Arbeitnehmer aus Deutschland am häufigsten an, dass sie bei der Arbeit oft Stress empfinden. Angestellte in Frankreich und den Niederlanden tun dies am seltensten. Zudem haben 25 Prozent der Deutschen ein Problem damit, jemandem am Arbeitsplatz von einer psychischen Erkrankung zu erzählen.

Corona hat das Arbeiten verändert

Vor der Pandemie sagten lediglich 16 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass geschäftliche Anforderungen das Arbeiten außerhalb der Geschäftszeiten schwierig gestalten und doch fühlten sich nur 26 Prozent in der Lage, flexible Arbeitsregelungen zu nutzen. 31 Prozent hätten es vorgezogen, weniger Tage pro Woche, dafür aber mehr Stunden am Tag zu arbeiten. Das Interesse an dieser Option war in Deutschland am größten, dicht gefolgt von Großbritannien. Die traditionellen Arbeitspraktiken, von neun bis fünf im Büro zu sein, wurden durch die Pandemie außer Kraft gesetzt und Arbeitgeber gezwungen, die Arbeitsmethoden anzupassen. In dieser Hinsicht hat Covid-19 neue Impulse für flexibles Arbeiten gegeben. Es mag sich aus der Notwendigkeit heraus ergeben, aber dieser Wandel könnte durchaus Bestand haben, auch wenn die Büros wieder flächendeckend geöffnet werden.

Diskriminierung

Immerhin 31 Prozent der befragten deutschen Arbeitnehmer fühlten sich bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber schon einmal diskriminiert, aber nur 37 Prozent hätten kein Problem damit, im Fall einer Diskriminierung am Arbeitsplatz eine Beschwerde einzureichen. Ganze 48 Prozent sehen bei ihrem Arbeitgeber einen Bedarf für die Berichterstattung über Lohnunterschiede.

Ist Selbständigkeit die Lösung?

Dem Arbeitgeber den Rücken zu kehren und sein eigener Boss zu sein, ist für 81 Prozent der in Deutschland Befragten keine Option. Sie würden eine Festanstellung einer Tätigkeit als Freiberufler oder Vertragsarbeiter bevorzugen. Außerdem sagen 42 Prozent der Arbeitnehmer, dass sie in der Gig-Economy, also als unabhängige Selbständige oder als Freiberufler nicht genug verdienen würden, um komfortabel leben zu können.

Über die Studie

Die Workforce View 2020 befasst sich mit den Einstellungen der Mitarbeiter zur heutigen Arbeitswelt und ihren Erwartungen und Hoffnungen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Das ADP Research Institute hat zwischen dem 29. Oktober 2019 und dem 6. Januar 2020 32.442 Arbeitnehmer aus aller Welt befragt:

  • 15.274 in Europa (Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Spanien, Schweiz und Großbritannien)
  • 3.811 in Nordamerika (USA und Kanada)
  • 5.723 in Lateinamerika (Argentinien, Brasilien und Chile)
  • 7.634 im Asien-Pazifik-Raum (Australien, China, Indien und Singapur)

Die Umfragen wurden online in der jeweiligen Landessprache durchgeführt. Die globalen Ergebnisse sind gewichtet, damit sie die Größenordnung der arbeitenden Bevölkerung in jedem Land berücksichtigen.

Da die Forschung vor dem weltweiten Ausbruch von Covid-19 durchgeführt wurde, spiegeln die Ergebnisse nicht die Ansichten über die möglichen Auswirkungen wider.

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