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Gartner zur Lieferkettenproblematik in der IT-Branche

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Wenn Lieferketten reißen, greifen Marktmechanismen kurzfristig nicht mehr.
Wenn Lieferketten reißen, greifen Marktmechanismen kurzfristig nicht mehr. (Bild: Iaroslav Neliubov - stock.adobe.com)

Ranjit Atwal, Senior Director Analyst bei Gartner, hat gegenüber IT-BUSINESS seine Einschätzung über die Lieferkettenproblematik während der Coronakrise geäußert. Die Bremsklötze in den Lieferketten verortet er überraschenderweise nicht (mehr) in der Hauptkomponentenproduktion.

Die Entscheidung der chinesischen Regierung, das Land im Februar zu sperren, führte dazu, dass Produktionsstätten geschlossen wurden, was sich erheblich auf die PC- und Smartphone-Versorgung auswirkte. Denn, so Ranjit Atwal, Senior Director Analyst bei Gartner, finde der Großteil der PC-Produktion in China statt. Allerdings begann die Produktion im März wieder anzuspringen, aber sie war zunächst langsamer als erwartet, da die Hersteller „soziale Differenzen“ in den Fabriken durchsetzen müssen. Auch die Verteilung von Komponenten wie Lithium für Batterien aus anderen Ländern wurde durch ähnliche Sperren verlangsamt. So kam es schließlich dazu, dass sich auch die Fragmentierung des Marktes sowie die gesunkene Verfügbarkeit von Fracht und Transport auf die Weiterlieferung von Produkten auswirkte.

Hauptkomponentenverfügbarkeit

Die gute Nachricht: Schon im Laufe des März haben sich die Produktionsniveaus deutlich erholt, so die Einschätzung des Analysten. Die Hauptkomponentenverfügbarkeit (CPU, Speicher, Screens) sei demnach produktionsseitig mehr oder weniger gegeben. Allerdings bestehen weiterhin Probleme mit der Verfügbarkeit durch den Transport von Komponenten, da etliche Kundenstandorte weiterhin gesperrt sind.

Auswirkungen auf den Markt

Vor diesem Hintergrund sanken die PC-Verkäufe im ersten Quartal um 12,3 Prozent, so Atwal. Auch bei den Smartphones dürfte es einen zweistelligen Rückgang geben, taxiert der Analyst.

In der aktuellen Situation bevorzugen Verbraucher Online-Käufe. Inwieweit sich dieser Trend im Gesamtjahr 2020 fortsetzen und zur Norm werden wird, hänge von den weiteren Entwicklungen in Hinblick auf Maßnahmen und Umgang mit der Coronakrise ab.

Mit einer Erholung des Marktes rund um IT-Devices rechnet Atwal bestenfalls in der zweiten Jahreshälfte, abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in den einzelnen Ländern Sperren und Restriktionen aufgehoben werden.

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