Reger Andrang bei der FSC-Hausmesse VisIT Fujitsu Siemens Computers rückt Green-IT ins Zentrum

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Augsburger Schwabenhalle wirkte Mittwoch und Donnerstag stellenweise wie eine Umweltmesse. Dabei veranstaltete der IT-Hersteller FSC dort seine Hausmesse und widmete diese dem Hype-Thema Green-IT.

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Für Bernd Bischoff, CEO von Fujitsu Siemens Computers, zählt Green-IT inzwischen zum Tagesgeschäft.
Für Bernd Bischoff, CEO von Fujitsu Siemens Computers, zählt Green-IT inzwischen zum Tagesgeschäft.
( Archiv: Vogel Business Media )

Fragt man Branchen-Insider nach den gegenwärtigen Hype-Themen in der IT, wird neben Virtualisierung sicherlich auch das Schlagwort »Green-IT« fallen. Logisch: Energie wird immer teurer, während Betreiber von Rechenzentren mit der geradezu absurden Situation leben müssen, dass die Kühlung des Rechenzentrums mitunter genauso viel Energie wie der Betrieb der Geräte verbraucht.

Dass sich hier insbesondere in Zeiten des Klimawandels noch viel tun muss, liegt in der Natur der Sache. Und es tut sich auch einiges: Energieeffizienz spielt bei Hardware-Produkten eine wachsende Rolle in der Berechnung des TCO (Total Cost of Ownership), wodurch betriebswirtschaftliche Zwänge im Konkurrenzkampf gegenwärtig die komplette Herstellergemeinde zu Umweltschützern mutieren lässt.

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Auf der FSC-Hausmesse VisIT hatten CEO Bernd Bischoff und CTO Joseph Reger eigentlich nur ein müdes Lächeln für die Kollegen übrig, die erst jetzt auf den grünen Zug aufspringen. Dennoch war das Thema brisant genug, um den Leitsatz »For a better business, for a better planet« auszurufen und die Keynote zu einer Diskussion unter Umweltschützern im Topmanagement zu machen. Kernbotschaft war: »Nachdem FSC seit 20 Jahren grüne Produktlinien fährt, ziehen nun die anderen Hersteller nach«. Sicherlich ließe sich eine derart inszenierte Diskussion, verpackt in die Überlegung, ob sich »Green IT« positiv auf das Ergebnis eines Unternehmens auswirken kann, schnell in die Schublade »Marketing« stecken. Andererseits sprechen die Zahlen für sich und für Fujitsu Siemens Computers, dem ersten Unternehmen, das ein Recyclingprogramm realisierte (1988), einen Green-PC einführte (1993) und einen Green-Consumer-PC auf den Markt brachte (2007). Stand heute ist FSC Mitglied der Umweltinitiativen »Climate Savers Computing Initiative« und »Green Grid« und zudem das einzige Unternehmen, das bisher mit einem Notebook den strengen Anforderungen des Ökolabels »Nordic Swan« gerecht wird.

Vergangenes und Künftiges

»Man kann ein Unternehmen nicht über Nacht zu einem grünen Unternehmen machen, das müssen wir jetzt einmal ganz klar sagen«, formulierte das Managerduo einen Seitenhieb gegen die »neugrüne« Konkurrenz. »Wir haben eine grüne Geschichte und ein grüne Tradition, wir können eine lange Liste von Errungenschaften vorweisen, bei denen wir die Ersten der Branche waren«, betonte Reger. Der Chef-Technologe sprach auch das Rechenzentrums-Dilemma an: »Mit unserer Strategie des Dynamic Data Center benötigt der Kunde weniger physikalische Hardware und hat weniger unausgelastete Systeme«. Zudem fördere die Desktop-Visualisierung Home-Office-Umgebungen, die wiederum den Aufwand für Fahrten zwischen Büro und Zuhause beträchtlich reduzieren könnten.

Bernd Bischoff brachte es auf den Punkt: »Es geht längst nicht mehr um die Frage entweder/oder«.

19 Jahre Riesenmagneto-Widerstandseffekt

Auf dem inzwischen traditionellen Vortrag auf der FSC-Hausmesse »What´s on the CTO´s Mind« ordnet Joseph Reger jedes Jahr technologische Entwicklungen ein. Neben der Möglichkeit, mit vernetzten Spielekonsolen wie der Playstation 3 Supercomputing zu betreiben, thematisierte er dieses Jahr insbesondere den 1988 entdeckten Riesenmagneto-Wiederstandseffekt, der Festplatten mit hoher Kapazität ermöglichte. Das war im selben Jahr, in dem FSC ein Recyclingprogramm startete. Nun, 19 Jahre später erhielten seine Entdecker Peter Grünberg und Albert Fert den Physik-Nobellpreis. Eine gute Wahl, fand Reger, denn voraussichtlich Ende 2008 werde der technologisch vorteilhaftere Flash-Speicher günstiger sein als Festplatten. Die Mechanismen des Marktes werden dann Festplatten aus vielen Bereichen wieder verdrängen, ist Reger überzeugt.

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