IAM-Profis arbeiten zusammen „Für Krankenhäuser wäre das ein Gewinn“

Von Barbara Miletic

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Bei Digitalisierung im Gesundheitswesen ist Luft nach oben. Mit Identitäts- und Zugangsmanagement-Lösungen (IAM) möchte man Herausforderungen in Sicherheit und Compliance meistern. Imprivata erwirbt die Ogitix Software und greift Unternehmen unter die Arme.

Imprivata begrüßt Ogitix in der Unternehmensfamilie. Die beiden Unternehmen bieten eine gemeinsame Plattform, um Cybersicherheit in gesundheitlichen Institutionen der DACH-Region zu gewährleisten.
Imprivata begrüßt Ogitix in der Unternehmensfamilie. Die beiden Unternehmen bieten eine gemeinsame Plattform, um Cybersicherheit in gesundheitlichen Institutionen der DACH-Region zu gewährleisten.
(Bild: metamorworks - stock.adobe.com)

Imprivata investiert und treibt die IT-Sicherheit in Krankenhäusern voran. Das Unternehmen erwirbt den Software-Anbieter Ogitix. Die gemeinsame Plattform soll Nutzern helfen, schnell auf kritische Daten und Anwendungen zugreifen zu können. Der Experte für digitale Identitäten in systemrelevanten Branchen unterstützt Unternehmen seit über 20 Jahren dabei, kritische Daten und Anwendungen zu schützen. Ogitix legt seit 2019 zusätzlich den Fokus auf den Healthcare-Bereich. Identitäts- und Zugangsmanagement-Lösungen sind dabei wichtige Komponenten.

Ogitix in der Imprivata-Familie

Die gemeinsame Lösungsplattform soll alle digitalen Identitäten kontrollieren und überwacht einen Benutzerzugang ermöglichen. Die umfassenden Tools wurde speziell für den DACH-Markt entwickelt. Sie sollen Identitätsmanagement automatisieren und für sicheren Zugang sorgen.

Schichtwechsel im Krankenhaus oder Schlagabtausch für Nutzungslizenzen – die Nutzer und somit die Zugangsrechte für Geräte ändern sich permanent. Schnell einen Blick in die Patientenakte, kurz mal ein Medikament bestellen oder die Tür zum nächsten Korridor öffnen. Hat es ein Krankenpfleger eilig, nutzt er schnell mal den Account vom Kollegen, der gerade zur Verfügung steht. Solche Szenarien wird es durch verstärktes IAM nicht mehr geben.

Dr. Nils Kaufmann, Chief Market Development DACH bei Ogitix.
Dr. Nils Kaufmann, Chief Market Development DACH bei Ogitix.
(Bild: Dr. NIls Kaufmann)

„Oft verlässt der Praktikant das Krankenhaus mit mehr Rechten als der CEO“, stellt Dr. Nils Kaufmann, Chief Market Development DACH bei Ogitix, überspitzt dar. Es sei keine Seltenheit, dass Mitarbeiter ein Institut verlassen, ohne dass ihm die Zugangsrechte genommen wurden. Potenziell besteht die Möglichkeit, weiterhin auf das System zuzugreifen – nicht gerade ungefährlich. „Digitale Identitäten waren noch nie so wichtig wie heute, um die richtigen Leute hereinzulassen und die falschen Leute draußen zu halten“, bestätigt auch Gus Malezis, CEO bei Imprivata.

„Es wird ein Long Run“

Genauso wichtig ist das Vorantreiben der Digitalisierung im Gesundheitssektor. „Es geht auch voran, ich bin sehr positiv gestimmt, nur in langsameren Schritten als in anderen Branchen“, schildert Kaufmann. Nicht zuletzt versucht man mit Fördermitteln wie dem Krankenhauszukunftsgesetz 2020 (KHZG) konsequent dahinter zu sein. Fördergelder und die Unterstützung der Politik seien ein wichtiger Grundstein. „Es wird allerdings ein ‚Long Run‘. Man kann nicht erwarten, dass sich in einem Sektor, der bisher in Sachen Datensicherheit äußerst abgekoppelt und vorsichtig war, alles mit einem Fingerschnippen wandelt. Die Prozesse brauchen Zeit“, so Kaufmann.

It’s a Match

Imprivata und Ogitix passen hervorragend zusammen – so das Feedback von beiden Seiten. Gemeinsam möchten sie eine Lösungspalette für den DACH-Markt anbieten, die Provisioning, Lifecycle- und Zugangsmanagement sowie Single-Sign-On umfasst. „Der Zusammenschluss ist wie eine Wunschhochzeit: Der bekannte Player aus den USA Imprivata und der deutsche Anbieter Ogitix könnten zusammen viel erreichen. Lifecycle-Services sind eine fundamentale Schnittstelle, Imprivata ist SSO-Spezialist, Ogitix ist in der DACH-Region gut vernetzt“, führt Kaufmann aus. „Gebündelt bieten beide ein 360-Grad-Portfolio an IAM-Lösungen.“

Auch Dedalus Orbis wird in die Plattform integriert sein, eine Lösung für Arbeitsabläufe in Medizin, Administration und Management von Einrichtungen im Gesundheitswesen. Durch reibungslose Workflows sorgt Orbis als ganzheitliches Krankenhaus-Informationssystem für eine Rundumsicht auf die Patientenbehandlung. „Als ich gehört habe, dass Ogitix Teil der Imprivata-Gruppe wird, musste ich schmunzeln. Imprivata ist Kooperationspartner von Dedalus, deren KIS Orbis bei uns im Einsatz ist. Über Unimate arbeiten wir daran, die Orbis-User-API in unseren IAM-Prozess zu integrieren. Aus Anwendersicht schließt sich da ein Kreis und wir haben insofern Hoffnung, dass auch Unimate und Orbis künftig noch leichter miteinander interagieren. Für Krankenhäuser, die beide Produkte einsetzen, wäre das ein Gewinn“, erzählt Dr. Pascal Grüttner, Leiter IT der Hospitalvereinigung St. Marien und stellvertretender Vorsitzender bei Digital Health Germany.

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Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)

Mit dem KHZG möchte man die Digitalisierung von Krankenhäusern fördern. Mit einem Investitionsprogramm verschaffte der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Krankenhäusern ein digitales Update. Seit Januar 2021 stellte der Bund 3 Milliarden Euro bereit, damit Krankenhäuser in moderne Notfallkapazitäten, die Digitalisierung und die IT-Sicherheit investieren können. Das KHZG ist am 29. Oktober 2020 in Kraft getreten.

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