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Channel Fokus: Digital Workplace & Mobility Fester Arbeitsplatz, ade!

Autor: Ann-Marie Struck

Ob im Großraumbüro, im Homeoffice oder in Coworking-Spaces: Die Zukunft des Arbeitsplatzes ist flexibel und vor allem digital. Insbesondere durch die Coronakrise haben moderne Arbeitsplätze an Bedeutung gewonnen, und Arbeitsmodelle haben sich gewandelt.

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Der feste Büroarbeitsplatz gehört nun der Vergangenheit an.
Der feste Büroarbeitsplatz gehört nun der Vergangenheit an.
(Bild: stokkete - stock.adobe.com)

Die hellgrauen Wände der Empfangshalle werden durch die Glaswand mit Licht durchflutet. In der linken Ecke steht eine kleine blaugraue Theke mit einem Kaffeevollautomat, dahinter befindet sich die Tür zur Dachterrasse. Insgesamt umfasst das Unternehmen drei Stockwerke mit vier Konferenz- und sechs Meetingräumen, ­eine Tiefgarage mit Fahrradkeller und ­einem Fitnessstudio. Die Büroflächen sind hell und bewusst auf Team- und Einzelarbeit abgestimmt. Die Temperatur sowie Heizung wird smart reguliert – Herzlich Willkommen im Büro der Zukunft!

Flexibilität ist ein Muss

Der moderne Arbeitsplatz ist eines definitiv: flexibel. Dabei spielt eine moderne IT-Arbeitsplatzausstattung eine ebenso wichtige Rolle wie Arbeitsmodelle, die bezüglich Arbeitsort und -zeit auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen. Denn die Mitarbeiter von heute wünschen sich eine individuelle und ortsunabhängige Arbeitsgestaltung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine bessere Work-Life-­Balance. Nur wenn Unternehmen auf die Anforderungen ­ihrer Mitarbeiter eingehen, können sie diese langfristig binden und ­haben einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte.

Das Schlagwort ist hier „New Work“. Das bedeutet ein neues Führungsverständnis, eine flexible Arbeitsorga­nisation und damit einhergehend einen Kulturwandel. Obwohl moderne Arbeitskonzepte sowie die Technik dafür seit Jahren bereitstehen, hakte es bisher bei der Umsetzung, was auch Georg Weber, Inhaber des Systemhauses Login-IT, beklagt: „In vielen Unternehmen gibt es noch ein mangelndes ­Verständnis darüber, wie sehr die IT ­Geschäftsprozesse beeinflussen kann.“

Zusammenspiel: Technik und Verhalten

Doch neben der IT sind auch kulturelle Veränderungen nötig, was die Gründerin der Unternehmensberatung 4New Work, ­Katrin Neuendorf, erklärt: „Die Technik ­liefert wichtige Möglichkeiten. Tatsächlich ist der Erfolg von effektiver Zusammen­arbeit aber davon gekrönt, dass alle die eigene Haltung und das Verhalten anpassen.“ Ferner müssen flexibles Arbeiten gelernt und Verhaltensweisen geübt werden. „Dieser Change-Prozess darf nicht mit der ­Anschaffung von Technik verwechselt werden“, mahnt Neuendorf. Leider ist das in vielen Unternehmen der Fall, und Mitarbeiter werden bei der Digitalen Transformation nicht mitgenommen, wie eine Studie zur „Arbeit 4.0“ der Fachhochschule Nordschweiz zeigt. Demnach befinden sich 88 Prozent der Unternehmen im Wandel, jedoch bezieht nur die Hälfte dieser ­ihre Mitarbeiter in den Prozess ein.

Die Coronakrise als Katalysator

Indessen kam die Coronakrise und hat ­modernen Arbeitsmodellen einen Stoß ­gegeben, vor allem Remote-Work. „Kunden, die vorher große Bedenken wegen Homeoffice hatten, waren auf einmal ­gezwungen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen,“ erzählt Sabine Hage, Key Account Managerin bei Cancom. Gleichzeitig boomt der Markt mit Digital-Workplace-Lösungen, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. Denn der Channel liefert das technische Handwerkszeug: eine stabile Internetverbindung, Headsets, Konferenzraumlösungen und Unified Communication Tools. Und quasi „über Nacht“ sind Telefon- sowie Videokonferenzen zum neuen Standard geworden, und der moderne Arbeitsplatz hat sich ­etabliert.

Das revolutioniert langfristig auch das ­Büro, indem nun vermehrt Coworking-Spaces und Shared Desks gebraucht werden, wenn bis zu 30 Prozent der Belegschaft weiterhin mehrere Tage mobil arbeiten. So das Ergebnis des „Hybrid Working Report“ von Poly. Laut dem Report soll in Zukunft weniger das „Wo“, sondern vielmehr das „Wozu“ im ­Fokus stehen, während die Mitarbeiter ­flexibel und ergebnisorientiert arbeiten. Diese Ansicht teil auch Neuendorf: „Da sich die Arbeitsweise in vielen Fällen ­weiterentwickelt hat, passen die langjährig genutzten Büroumgebungen nicht mehr dazu. Kein Wunder, denn das klassische Büro mit Einzelarbeitsplatz wurde in einer anderen Ära des Arbeitens eingeführt!“

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin