T-Systems bietet Kunden der AWS-Cloud ein externes Schlüsselmanagement an. Mit dem Service autorisiert und verwaltet T-Systems im Namen seiner Kunden den Zugang zu den Daten. Die Schlüssel sollen in Rechenzentren innerhalb der EU erstellt und gespeichert werden.
Das AWS Digital Sovereignty Pledge erlaubt externes Schlüsselmanagement für AWS-Cloud-Kunden. T-Systems übernimmt dies innerhalb der EU und damit außerhalb der AWS-Infrastruktur.
Die Schlüsselverwaltung von T-Systems ist Teil eines Managed Service für Data Protection, den T-Systems als zertifizierter AWS-Partner seit März 2022 anbietet. AWS hat das Feature „AWS KMS External Key Store“ (XKS) Ende November angekündigt.
Das externe Schlüsselmanagement soll Kunden eine zusätzliche Kontrolle über ihre Daten bieten. Dies sei insbesondere für Unternehmen mit Sitz in der EU relevant, die mit sensiblen Daten in der Cloud umgehen, so die Telekom: „Die Verschlüsselungsalgorithmen werden auf moderner und zertifizierter Hardware erstellt und gespeichert. Diese Hardware befindet sich ausschließlich im Besitz von T-Systems und wird in den eigenen Rechenzentren gehostet.“
T-Systems stellt die Ende-zu-Ende-Performance, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität der externen Schlüssel zu den Daten seiner Kunden in der AWS-Cloud sicher. Die Kunden hätten laut Telekom die volle Kontrolle und Transparenz über die Erstellung, den Speicherort und die Verteilung der Schlüssel. Diese Prozesse seien nahtlos und könnten mit über hundert verschiedenen AWS-Diensten genutzt werden.
Die Lösung wurde mit einer ausgewählten Gruppe von Kunden getestet. „Die Ergebnisse dieser Tests waren positiv“, erklärt Martin Hignett, Chief Technical Officer beim SaaS-Anbieter Itonics. „Die External Key Management Lösung ermöglicht es uns, unsere Daten mit innerhalb der EU verwalteten Schlüsseln zu verschlüsseln, in Übereinstimmung mit Schrems II.“
„Die External Key Management-Lösung unterstreicht das Engagement von T-Systems für hohe Compliance- und Datenschutzstandards in der europäischen Industrie und im öffentlichen Sektor“, so Telekom-Vorstand und T-Systems-Geschäftsführer Adel Al-Saleh. „Diese wertvolle Ergänzung unseres Cloud-Portfolios stärkt unsere Zusammenarbeit mit AWS und den Zugang unserer Kunden zu einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Multi-Cloud-Landschaft.“
Das Dilemma der Cloud-Kunden
Dass Kunden ihre lokal genutzten Schlüssel in die Hände eines lokalen Dienstleisters wie T-Systems legen (dürfen), ist Teil eines von Adam Selipsky, CEO von AWS, verkündeten Strategie: den AWS Digital Sovereignty Pledge. Schon zu Beginn seiner Eröffnungsrede auf der diesjährigen AWS re:invent ging Selipsky auf dieses Versprechen ein, allen AWS-Kunden ohne Kompromisse die fortschrittlichsten Souveränitäts-Kontrollen und Funktionen in der Cloud anbieten zu wollen.
Selipsky weiter: „Wir waren immer der Meinung, dass die Cloud ihr volles Potenzial nur dann erschließen kann, wenn Kunden die volle Kontrolle über ihre Daten haben. Diese Datensouveränität des Kunden genießt bei AWS schon seit den Anfängen der Cloud Priorität, als wir der einzige große Anbieter waren, bei dem Kunden sowohl Kontrolle über den Speicherort als auch über die Übertragung ihrer Daten hatten. Die Bedeutung dieser Grundsätze hat über die vergangenen 16 Jahre stetig zugenommen: Die Cloud ist im Mainstream angekommen, sowohl Gesetzgeber als auch Regulatoren entwickeln ihre Vorgaben zu IT-Sicherheit und Datenschutz stetig weiter.”
Maßnahmen für die digitale Souveränität
Nach Selipskys Worten sehen sich Kunden „einer hohen Anzahl verschiedenster Regelungen ausgesetzt, die eine enorme Komplexität mit sich bringen“. Innerhalb der letzten achtzehn Monate hätten sich viele AWS-Kunden daher mit der Sorge an ihn gewandt, vor eine Wahl gestellt zu werden: Entweder die volle Funktionalität und Innovationskraft von AWS zu nutzen oder auf funktionseingeschränkte „souveräne“ Cloud-Lösungen zurückzugreifen, deren Kapazität für Innovation, Transformation, Sicherheit und Wachstum aber limitiert sei. „Wir sind davon überzeugt, dass Kunden nicht vor diese ‚Wahl‘ gestellt werden sollten.“
„AWS KMS External Key Store“ (XKS) – ein Feature für externe Schlüsselverwaltung – bietet AWS-Cloud-Kunden in Europa zusätzliche Kontrolle über ihre Daten.
(Bild: AWS)
Ein Beispiel für die Anpassungen seien die Data Residency Guardrails, um die AWS Control Tower Ende 2021 erweitert wurde. Sie sollen Kunden die volle Kontrolle über die physikalische Verortung ihrer Daten zu Speicherungs- und Verarbeitungszwecken geben. Dieses Jahr sei zudem ein Katalog von AWS-Diensten veröffentlicht worden, die den Code of Conduct des Branchenverbandes Cloud Infrastructure Service Providers in Europe (CISPE) erfüllen.
Selipsky: „Damit verfügen Kunden über eine unabhängige Verifizierung und zusätzliche Versicherung, dass unsere Dienste im Einklang mit der DSGVO verwendet werden können.“ Diese Instrumente und Nachweise stünden schon heute allen AWS-Kunden zur Verfügung. „Wir haben uns ehrgeizige Ziele für unsere Roadmap gesetzt und investieren kontinuierlich in Funktionen für die Verortung von Daten (Datenresidenz), granulare Zugriffsbeschränkungen, Verschlüsselung und Resilienz.“
Stand: 08.12.2025
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Die externe Schlüsselverwaltung ist Teil dieser Liste an Maßnahmen. Dass ein zertifizierter und vor allem lokaler Dienstleister wie T-Systems die Schlüssel verwaltet, gebe den Kunden die versprochene Souveränität in die Hände. Der CEO weiter: „Wir verpflichten uns dazu, unseren Kunden bei der Erfüllung ihrer Anforderungen an digitale Souveränität zu helfen. Wir werden weiterhin Souveränitäts-Funktionen, Kontrollen und Zusicherungen für die globale AWS-Cloud entwickeln, die das gesamte Leistungsspektrum von AWS erschließen.“