Wir sind eben auch nur Menschen. Und da ist der springende Punkt. Bei Social Engineering steht der „Faktor Mensch“ im Mittelpunkt. Cyberangreifer nutzen das menschliche Verhalten aus, um an sensible Daten heranzukommen und gezielte Angriffe zu starten.
Social Engineering und VPN-Zugriff: Lookout erklärt die Entstehung einer modernen Sicherheitslücke und wie sich Unternehmen schützen können.
(Bild: z_amir - stock.adobe.com)
Beim Thema Cybersicherheit geht es nicht nur um Computersysteme und Netzwerke, vor allem kommen die Nutzer ins Spiel. So versuchen Cyberkriminelle ihre Opfer dazu zu verleiten, vertrauliche Informationen preiszugeben, Sicherheitsfunktionen auszuhebeln, Überweisungen zu tätigen oder Schadsoftware auf privaten Geräten oder Computern im Firmennetzwerk zu installieren.
New work, new risks
Mit Zunahme von Homeoffice, VPN-Zugriffen und Nutzung mobiler Geräte erhöhte sich auch das Risiko bestehender Sicherheitslücken, die immer komplexer und vielfältiger werden. Potenzielle Angriffsvarianten verändern sich aktuell stetig und lassen Hacker kreativ werden.
Doch wie gelangen sie an ihr Ziel? Eine Möglichkeit ist das erfolgreiche Überwinden der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Der Angreifer schafft es, sich als Mitarbeiter auszugeben und im System anzumelden. Gelangt er einmal ins Netzwerk, kommt er an privilegierte Anmeldeinformationen, die in einem Automatisierungsskript fest codiert waren und erhält von dort aus zusätzlich Zugriff auf eine Vielzahl von Cloud-Apps und Daten innerhalb des Unternehmensnetzwerks.
Hank Schless, Senior Manager of Security Solutions bei IT-Sicherheitsanbieter Lookout, erklärt: „Heutzutage benötigt ein breites Spektrum von Benutzern überall Zugriff auf ihre Infrastruktur, und die Standardmethode, sie zu verbinden, waren oft virtuelle private Netzwerke (VPN). Aber das kann ein Problem sein.“
VPN stützt sich auf grundlegende Sicherheitskontrollen wie Passwörter und MFA – die gleichzeitig anfällig für Social Engineering sind. Nur weil jemand den richtigen Benutzernamen eingegeben hat, ist das noch lange nicht legitim. Ohne zusätzliche Telemetrie, wie die Analyse des Benutzerverhaltens, haben Unternehmen keine Möglichkeit festzustellen, ob ein Konto kompromittiert wurde. Unzählige Kanäle wie iMessage, Messaging-Apps von Drittanbietern, SMS oder soziale Medien bieten eine breite Fläche für Phishing oder den Diebstahl von Anmeldeinformationen.
Wie können sich Unternehmen schützen?
Der Sicherheitsanbieter Lookout stellt ein paar Tipps zur Reduzierung moderner Sicherheitslücken im Betrieb bereit.
Zunächst einmal sollte der Zugriff auf die VPNs, insbesondere für Drittanbieter, beschränkt werden. Die Zusammenarbeit mit Drittanbietern ist zwar von Vorteil, allerdings mit Fokus auf die Sicherheit. Es wäre beispielsweise möglich, dass Benutzer nur Zugriff auf das haben, was sie für ihre Arbeit benötigen.
Außerdem ist es – so weiter Hans Schless – nicht empfehlenswert, sich ausschließlich auf Passwörter und MFA zu verlassen. Diese stellen zwar solide Sicherheitsgrundlagen dar, reichen allein aber nicht aus. Bei der Vielzahl an Geräten, Netzwerken und Standorten, von denen aus Mitarbeiter ihre Verbindung herstellen, ist es für herkömmliche Sicherheits-Tools enorm schwierig, zwischen legitimen Benutzern und Cyberkriminellen zu unterscheiden.
Dabei kommt die Telemetrie ins Spiel. Diese hilft, das Benutzerverhalten oder die Risikostufe eines verwendeten Geräts zu analysieren. Meldet sich ein Benutzer von einem ungewöhnlichen Standort an oder versucht mehrmals, Verbindungen von verschiedenen Netzwerken herzustellen, sollten diese gekennzeichnet werden. Auch sollte erkannt werden, wann Berechtigungen geändert werden sollten, da dies eines der ersten Dinge sind, die ein Angreifer versucht, um einen besseren Zugriff auf ein Netzwerk zu erhalten.
Schließlich sollten Unternehmen Mitarbeiter auf allen Geräten vor Social Engineering schützen. So sollte sichergestellt sein, dass sie ordnungsgemäß geschult sind, vor allem wenn es um moderne Phishing-Angriffsversuche geht, die von mobilen Kanälen ausgehen. Ferner gilt es, die Option, Phishing-Angriffe und schädlichen Netzwerkverkehr auf mobilen Geräten, Laptops und Desktops zu blockieren. Die IT-Mitarbeiter sollten sicherstellen, dass ein- und ausgehende Internetverbindungen erkannt werden. So hindert man bösartige Websites daran, die Benutzer zu erreichen und Daten nach außen zu transportieren.
Sicherheitsprobleme einheitlich lösen
All diese Schritte sollten im Einklang funktionieren. Auch sollten Unternehmen in der Lage sein, den Zugriff der Benutzer von jedem Endpunkt aus einzuschränken oder blockieren zu können, wenn er kompromittiert wird. Übernimmt ein Benutzer ein Konto, sollte er in der Lage sein, das Verhalten aktiv zu überwachen, um den Zugriff schnell eliminieren zu können. „Um diese konsistenten und dynamischen Richtlinien durchzusetzen, benötigen Unternehmen die Möglichkeit, Antworten basierend auf Telemetrie von Gerät, Benutzer, App und Daten zu automatisieren“, erläutert Lookout-Manager Hank Schless. „So wie sich keine Cloud-Apps auf einer Insel befinden, können keine Sicherheitsprobleme isoliert gelöst werden. Um Risiken wirklich zu reduzieren und Ihre Daten zu schützen, benötigen Unternehmen eine einheitliche Plattform, die ganzheitlich an Ihre Sicherheit denkt.“
Stand: 08.12.2025
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