Asset Management als eigene Lösung EAM ist nicht ERP und ERP ist nicht EAM

Autor / Redakteur: Daniel Metzger, MRO Software / Katariina Hoffmann-Remy

Durch die Vernetzung einer Asset-Management-Lösung (EAM) mit Enterprise Resource Planing (ERP) können Unternehmen das Beste aus zwei Welten nutzen.

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Enterprise Asset Management – kurz EAM – und Enterprise Resource Planing – kurz ERP – sind heute in Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Vor allem deren kluges Zusammenspiel sorgt dafür, dass betriebswirtschaftliche Prozesse reibungslos laufen und das Anlagevermögen effizient eingesetzt wird. Immer stärker nutzen Unternehmen die Vorteile von serviceorientierten Architekturen (SOA) und Webservices, um die Vernetzung von EAM und ERP voranzutreiben und sich so aus beiden Welten die jeweils besten Produkte zu sichern.

Vorgehensweise

EAM ist nicht ERP und ERP ist nicht EAM! Eine einfache Erkenntnis, die sich aber nicht in allen Unternehmen durchsetzt. Nicht selten wird versucht, EAM-Aufgaben mit ERP-Lösungen abzudecken. Dabei sind die Rollen der beiden Disziplinen klar definiert: Enterprise Resource Planing steuert alle betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozesse. Enterprise Asset Management übernimmt das Management sämtlicher Anlagen und Investitionsgüter eines Unternehmens. Dies können Gebäude, Grundstücke, Maschinen, Computer oder Softwarelizenzen sein.

Keine Pauschal-Lösung

Damit das Kapital, das in den Anlagen steckt, effizient zum Unternehmenserfolg beiträgt, sollten die EAM-Lösungen auf die individuellen Anforderungen eines Unternehmens abgestimmt sein. EAM-Module, die als Anhängsel in ein ERP-System eingebaut sind, können diesen Anforderungen meist nicht Stand halten. Sie decken einen Umfang zwischen 60 und 80 Prozent der Funktionalitäten ab, die eine separate EAM-Lösung liefert. Für den verbleibenden Rest entwickeln Unternehmen eigene Anwendungen, die als so genannte Pop-up-Applikationen die EAM-Lücken schließen sollen. IT-Leiter versuchen solche Pop-up-Applikationen zu vermeiden, denn sie machen aus einer IT-Landschaft einen unübersichtlichen und teuren Flickenteppich.

Strategische Partnerschaft

Es gibt auch vorschriftsbezogene Folgen wie Basel II oder Sarbanes Oxley, die zu beachten sind. Durch Pop-up-Applikationen gibt es nicht länger ein einziges Verzeichnis für Anlageninformationen. Aus diesem Grund sollten sich Unternehmen für eigenständige EAM- und ERP-Lösungen entscheiden, die sich blind verstehen. Und es zeigt sich auch, dass die Nachfrage nach einer einzigen Plattform kontinuierlich steigt, mit der ein erfolgreiches Anlagenmanagement möglich ist und auf dem eine ERP-Lösung aufsetzen kann.

Anbieter wie SAP auf ERP-Seite und MRO Software auf EAM-Seite haben deshalb strategische Partnerschaften geschlossen, um den Kunden aus beiden Welten die jeweils beste Lösung zu bieten. Die Vorteile von EAM liegen dabei klar auf der Hand: So können Unternehmen ihre Erwartungen hinsichtlich der Asset Performance eindeutig definieren, Service Level Agreements festlegen und automatisierte Reaktionspläne für eine proaktive Anlagenverwaltung implementieren. Es ist ohnehin schon lange nicht mehr so, dass „die am besten geführten Firmen“ nur ERP einsetzen. Von den Fortune-100-Firmen setzen beispielsweise über die Hälfte auch eine EAM-Lösung von MRO Software ein.

Integration wichtig

Nur die intelligente Vermengung der besten Lösungen aus EAM und ERP wird heute den Unternehmensanforderungen gerecht. Um dies erfolgreich umzusetzen, steht die Frage der Integration im Mittelpunkt. Die Integration kann über mehrere Ansätze verwirklicht werden. Bei traditionellen Point-to-Point-Integrationen werden für jede Anwendung eigene Schnittstellen programmiert. Bei wenigen Anwendungen ist das durchaus gangbar, aber je mehr Anwendungen eingebunden werden, desto komplexer wird die IT-Landschaft. Denn jede neue Anwendung muss einzeln mit den anderen Anwendungen verknüpft werden, wodurch der Arbeitsaufwand für eine Integration exponentiell ansteigt. Bei einer zentralen Hub-Integration über Enterprise Application Integration (EAI) vereinfacht sich die Struktur, nicht aber unbedingt der Aufwand. So haben viele Anwendungen keine API-Schnittstellen (Application Programming Interface) oder es sind solche proprietäre APIs, die individuell angepasst werden müssen. Point-to-Point und auch EAI als Integrationslösungen machten in der Vergangenheit einigen Unternehmen einige Sorgen, weil die beiden Konzepte recht komplex sind, die Kosten nicht überschaubar und eine langfristige Unterstützung nicht gesichert war. Aus diesem Grund hat sich in jüngster Zeit die serviceorientierte Architektur als Alternative zu der Integration über Point-to-Point oder EAI etabliert. SOA bietet auch für das Zusammenspiel von EAM und ERP eine solide Basis. Mit den neuen SOA-basierten Architekturen, die gerade auch von ERP-Lieferanten propagiert werden, spricht nichts mehr gegen die reibungslose Einbindung von EAM an ERP.

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SOA als Basis

Bei einer SOA werden Dienste über Services aufgesetzt, die keine individuelle Integration der Software mehr nötig macht. Services werden über eine standardisierte Schnittstelle definiert und stehen dann den Anwendungen zur Verfügung. Entwickelt werden diese über bekannte Plattformen wie Java oder .NET.

Für ein Unternehmen ist SOA eine strategische Entscheidung, die alle IT-Bereiche des Unternehmens betrifft und ein Umdenken bei der Anwendungsentwicklung bedeutet. In dieser Systemarchitektur können die Services immer wieder neu verwendet werden und sind technisch voneinander unabhängig. So wird über SOA auch gewährleistet, dass ein Unternehmen sich die besten Lösungen für ERP und EAM auswählen kann – unabhängig vom Hersteller.

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