Rheinisch-Westfälische Hoster-Fusion Dogado kauft Simple-ASP

Redakteur: Michael Hase

Der Dortmunder Hoster Dogado übernimmt den Mitbewerber Simple-ASP aus Bad Honnef. Dadurch entsteht einer der größten Hosted-Exchange-Anbieter auf dem deutschen Markt.

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Simple-ASP-Chef Tobias Kritten (l.) wird dem Dogado-Management um Geschäftsführer Daniel Hagemeier künftig als Vertriebsleiter angehören.
Simple-ASP-Chef Tobias Kritten (l.) wird dem Dogado-Management um Geschäftsführer Daniel Hagemeier künftig als Vertriebsleiter angehören.
(Bild: IT-BUSINESS)

Eine gewisse Größe ist inzwischen im Hosting-Markt erforderlich, um das Geschäft profitabel betreiben zu können. Der Dortmunder Provider Dogado übernimmt daher den Mitbewerber Simple-ASP aus Bad Honnef. Erst im Juli hatten die Westfalen das Frankfurter Unternehmen PS-Webhosting.de und das Hosting-Geschäft der Stuttgarter Web-Agentur HTML Design gekauft. Seit 2013 kommt Dogado auf acht Akquisitionen.

Simple-ASP (Claim: „Wir können Cloud“) wurde 2008 gegründet und betreut heute mit acht Mitarbeitern mehr als 2.000 Kunden. Dabei konzentriert sich der Hoster auf Microsoft-Angebote wie Hosted Exchange, Sharepoint und Lync, die auch zum Portfolio von Dogado gehören. Durch die Fusion entsteht einer der größten Hosted-Exchange-Provider in Deutschland, der mehr als 10.000 Postfächer bereitstellt.

Während Dogado bei bisherigen Zukäufen vor allem Firmenwerte, Mitarbeiter und Kundenstamm übernahm, ist der Hoster diesmal auch an Simple-ASP-Chef Tobias Kritten interessiert. „Wir werden ihn ins Management einbinden, weil er mit seiner Fachkompetenz und Branchenerfahrung unser Führungsteam bereichert“, betont Daniel Hagemeier, Geschäftsführer von Dogado. Kritten wird künftig bei den Dortmundern den Vertrieb leiten.

Vertrieb über Partner

In der Vermarktung setzt Simple-ASP auf den Channel: Die Rheinländer vertreiben ihre Services über rund 350 Reseller, darunter viele Systemhäuser. Mit etwa 100 Partnern arbeiten sie direkt zusammen. Alle anderen beziehen die Hosting-Angebote entweder über den Cloud-Distributor Acmeo aus Hannover oder als Sub-Reseller von anderen Partnern. Das indirekte Vertriebskonzept wird der Käufer übernehmen und in seine Strategie integrieren, wie Hagemeier ankündigt. „Durch die Akquisition werden wir Dogado im Fachhandelssegment noch deutlicher positionieren und als starke Reseller-Plattform etablieren.“

Die Westfalen vertreiben ihre Services sowohl direkt als auch indirekt. Systemhäuser und Managed Service Provider (MSPs) können die Basisprodukte von Dogado über die White-Label-Plattform „Providerbox“ beziehen und Endkunden unter ihrer Marke anbieten. In den vergangenen anderthalb Jahren hat das Management den Hoster als so genannte „Cloud-Boutique“ neu positioniert. „Wir helfen Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsinfrastruktur, indem wir ihnen typische Cloud-Services bereitstellen und sie beim Wechsel umfassend beraten“, erläutert Hagemeier. Dabei plane Dogado die Migration, setze sie technologisch um und betreibe Cloud-Workloads für die Kunden als Managed Service.

Das Unternehmen wurde 2001 gegründet und beschäftigt aktuell rund 25 Mitarbeiter. Zum Channel gehören etwa 600 Reseller, bei denen es sich zu einem großen Teil um Web-Agenturen handelt. Nach der Integration von Simple-ASP ist die Einkaufstour noch nicht abgeschlossen. So verhandelt der Dogado-Chef bereits mit weiteren Übernahmekandidaten.

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