Verteilungskämpfe drücken Preise

Distributoren sehen im B2C-Segment schwierigere Zeiten aufziehen

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»Zu meinen, man könnte allein durch Preissenkungen gewinnen, ist ein Trugschluss und die Distributoren werden generell ein großes Problem bekommen, wenn sich dieser Trend nicht bremsen lässt. Die gesamte Wertschöpfungskette muss profitabel sein, und wenn ein Glied dieser Kette ein Problem hat, trifft dies über kurz oder lang auf die gesamte Kette zu«, warnt Dressen.

Actebis Peacock zeigt sich gegenüber dieser Entwicklung gelassen: »Als Kostenführer im Markt mit einem breiten Produkt- und Kundenspektrum, steuern wir Preisthemen wirtschaftlich besonnen aus«, erklärt Actebis-Peacock-Geschäftsführer Klaus Hellmich gegenüber IT-BUSINESS. »Wir denken hier langfristig, da wir auch morgen noch unseren Kunden ein verlässlicher Partner sein wollen.«

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Der Gedanke, der Fachhandel könne vom härteren Preiskampf innerhalb der Distribution profitieren, sprich günstiger einkaufen und dadurch die Marge verbessern, liegt nahe, hat sich aber in der Realität nicht bestätigt. »Die Preisnachlässe hat der Handel seinen Kunden 1:1 weiter gegeben«, berichtet Dressen.

Dauerbrenner Frachtkosten

Und es sind nicht nur die Produktpreise, die laut Ansicht des Managers derzeit im Argen liegen: Michael Dressen wäre nicht Michael Dressen, wenn er nicht auch den wankelmütigen Umgang mit den Frachtkosten hier ins Feld führen würde – hatte er doch schon vor drei Jahren als erster in der Branche offen und offiziell angemahnt, für die dabei entstehenden, unvermeidlichen Kosten auch echte Preise zu verlangen. »Dazu gehört die Fracht, aber auch ein angemessener Mindermengenzuschlag – schlicht, weil Kleinstlieferungen eben auch kosten. Die Methode, zuerst einen völlig überhöhten Mindermengenzuschlag zu verlangen, und ihn dann komplett abzuschaffen, ergibt aus meiner Sicht einfach keinen Sinn und ist auch kein gutes Signal an den Handel, denn es gibt einfach Kosten – wie beispielsweise die Maut, die wir nicht beeinflussen können«, sagt er mit Blick auf Ingram Micro. Der Straubinger Distributor werde diesem Beispiel nicht folgen, stellt Dressen klar. Gegen die angedrehte Preisspirale habe er momentan auch kein Rezept, »aber vielleicht sollte sich jeder noch einmal seine Gewinn-und-Verlust-Bilanz ansehen«, fügt er hinzu.

Das Thema Frachtkosten wird die Distributoren weiter beschäftigen: Laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) werden die Transportkosten für Logistiker weiter steigen. Denn hier schlagen die höheren Kraftstoffpreise, restriktivere Fahrzeitenregelungen bei LKW-Fahrern, Staus und die LKW-Maut zu Buche. Gleichzeitig können die Logistikunternehmen ihre Ausgaben für Güter- und Informationsfluss kaum mehr weiter reduzieren, da die Kundenanforderungen und zunehmend globalisierte Produktionsnetze die Logistikausgaben steigen lassen – und das alles bei gleichzeitig sinkenden Produktpreisen.

Insgesamt werten viele in der Branche das verhaltene Wachstum des ersten Quartals als Auftakt für ein allgemein schwieriges Jahr im hiesigen IT-Markt.

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