Fördermittel für Schulen bisher kaum genutzt DigitalPakt Schule: Forderung von Lancom-Gründer Ralf Koenzen

Autor: Melanie Staudacher

Von den 6,5 Milliarden Euro des DigitalPakt Schule, ist erst ein Achtel abgeflossen. Zu wenig, findet Lancom-Gründer und Geschäftsführer Ralf Koenzen. Damit das Förderprogramm nicht ungenutzt bleibt, brauche es jetzt eine genaue Analyse und Voneinander-Lernen.

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Ralf Koenzen fordert von Bund, Ländern und Schulträgern, dass die Ausschüttung der Fördermittel des DigitalPakt Schule Tempo aufnimmt.
Ralf Koenzen fordert von Bund, Ländern und Schulträgern, dass die Ausschüttung der Fördermittel des DigitalPakt Schule Tempo aufnimmt.
(Bild: Lancom Systems)

Ende 2024 läuft der DigitalPakt Schule aus. Doch von den insgesamt 6,5 Milliarden Euro, die der Bund zur Verfügung gestellt hat, wurden dem Handelsblatt zufolge bis Ende Juni erst 851 Millionen Euro abgerufen.

Für Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer des Netzwerkausstatters Lancom, ist das zu wenig: „Der DigitalPakt Schule hat in den vergangenen sechs Monaten Fahrt aufgenommen. Das ist erfreulich, aber leider immer noch viel zu wenig. Nicht einmal vier Prozent der Mittel aus dem fünf Milliarden schweren Basis-DigitalPakt für digitale Bildungsinfrastruktur wurden bis Ende Juni abgerufen. Die Mittelbindung, also die bereits fest für die Infrastrukturprojekte eingeplanten und zugesagten Fördermittel, lag bei 28 Prozent.“

In der Praxis heißt das für den Gründer: Ein Großteil der Schüler in Deutschland startet auch in das neue Schuljahr ohne WLAN und digital gestützten Unterricht. Denn auch bereits angeschaffte Laptops und Tablets aus den zusätzlichen Sofortprogrammen bleiben ohne leistungsstarke Netzwerkinfrastruktur offline.

Die aktuellen Zahlen aus den Ländern sind ein Weckruf, endlich ins Handeln zu kommen. Der DigitalPakt muss endlich auf die Straße gebracht werden, genauer gesagt: in die Klassenzimmer unserer Schulen!

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer bei Lancom

Dabei drängt die Zeit. Denn Schulen, die bis Ende 2024 keine digitale Infrastruktur aufgebaut haben, können nicht mehr auf die staatlichen Fördermilliarden zurückgreifen. „Eine vertane Chance, die wir uns als Land und als Gesellschaft nicht leisten können“, sagt Koenzen.

Jetzt brauche es eine genaue Analyse, warum der Mittelabfluss bis dato so schleppend läuft. Ein runder Tisch aus Bund, Ländern, und vor allem Schulträgern, könne die nötige Erkenntnis bringen und neben Hürden auch Best Practices aufzeigen. Denn: „Auch, wenn der prozentuale Anteil ernüchternd ist. Hinter den knapp vier Prozent abgerufenen Mitteln stehen Tausende von Schulen, die den Weg in die Digitalisierung bereits erfolgreich gemeistert haben. Warum nicht einfach von ihnen lernen? Ob ein Schul-WLAN beispielsweise aus der Cloud verwaltet oder per Controller gesteuert wird, hängt stark von den individuellen Gegebenheiten, Ressourcen und Bedürfnissen ab. Ein ‚One-size-fits-all‘ gibt es bei der Schuldigitalisierung nicht. Genau das macht den Erfahrungsaustausch auf Basis konkreter Best-Practice-Beispiele so wertvoll.“

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH