Bindeglied für Design, Ingenieurswesen und Produktion Digital Prototyping verbindet einsame Kompetenzinseln

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Ein Konzept aus dem Flugzeug- und Automobilbau setzt sich auch in der mittelständischen Industrie durch. Die Nachfrage nach Systemen für Digital Prototyping steigt trotz des eher radikalen Ansatzes.

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Die „Digital Prototyping“-Bewegung kam im digitalen Ingenieurswesen im Jahr 2009 weiter in Fahrt. Bei diesem Konzept wird anhand virtueller Prototypen in der Konzeptionsphase getestet, ob Form und Funktion zusammen passen. Der digitale Prototyp „wächst“ mit dem Konzept und enthält neben dem Design alle relevanten mechanischen, elektrischen oder mechatronischen Daten. Das Ziel ist, weniger physische Prototypen zu bauen, deren Konstruktion mit besonders hohen Kosten verbunden ist. Mitunter können auf diese Weise physische Prototypen sogar ganz vermieden werden. Insgesamt werden bei erfolgreichen Digital-Prototyping-Projekten Kosten gespart, aber auch Lieferzeiten verkürzt und Markteinführungstermine vorgezogen. Die Kluft zwischen digitaler und physischer Welt birgt aber auch Gefahren. So kann die Aussagekraft digitaler Prototypen überschätzt werden, was zum großen Erwachen bei einem spät angesetzten physischen Prototyp oder gar beim Produktionsstart führen kann.

Drei Kompetenz-Inseln

Wird das richtige Maß gefunden, schätzen Praktiker vor allem die Verbesserungen in der Zusammenarbeit einzelner Teams. Das organisatorische Problem lautet: „Kompetenzinselei“: Designer, Ingenieure und der Fertigungsbereich werden mittels Digital Prototyping dazu gezwungen, viel früher Hand in Hand zusammenzuarbeiten. Kompetenz-Inselei geht nämlich beispielsweise mit Medienbrüchen einher. Designer entwerfen und planen vielerorts zunächst auf dem Papier. Auch Ingenieure bevorzugen mitunter das analoge Reißbrett oder sie arbeiten mit eigenen Systemen, die weder mit der Design-, noch mit der Produktionsabteilung kompatibel sind. Auch innerhalb des Ingenieurswesens werden mitunter verschiedene Systeme für verschiedene Fachbereiche eingesetzt, beispielsweise für Elektrotechniker auf der einen und Maschinenbauer auf der anderen Seite. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass es in den meisten, historisch gewachsenen Systemen nur wenige automatisierte Prozesse für die Bearbeitung von Änderungsaufträgen aus der Fertigung gibt.

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