Bis zum ersten Quartal 2012 keine Besserung in Sicht, aber Flash-Platten bieten Alternative

Die Meinung des Channels zum Festplatten-Mangel aufgrund der Flut in Thailand

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Laut Tim werden Flash-Platten attraktiv

Rocco Frömberg und Sascha Waldhecker, beide Produktmanager bei Tim: „Die derzeit mögliche Festplatten-Produktion hält nicht mit der Nachfrage Schritt, was sich durch deutlich gestiegene Preise äußert. Darüber hinaus haben erste Lieferanten bereits Lieferschwierigkeiten bestimmter Plattentechnologien und –größen angekündigt, was wir aber im Moment noch durch unseren Lagerbestand ausgleichen können.

In Abhängigkeit der Dauer des Festplattenmangels werden die Preiserhöhungen weiter zunehmen. Allerdings wird es ab einem bestimmten Preispunkt für Käufer attraktiv, auf die bisher zu teuer erscheinende, jedoch sehr leistungsfähige Flash-Technologie umzusteigen. Die Preise für Festplatten werden also nicht unbegrenzt steigen. Wie schnell sich die Situation wieder normalisiert, ist schwer vorherzusagen, denn für den Festplattenbau gibt es zahlreiche, wichtige Vorlieferanten – speziell aus Thailand – , die alle ihre Produktion wieder anlaufen lassen müssen. Andere Festplatten produzierende Länder sind daher keine Alternative, da auch sie Teil dieser Lieferkette sind.

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Unserer Meinung nach werden künftig weniger Rechner und Server gebaut, denn Festplatten finden vor allem im Low-Cost- und Midrange-Bereich Verwendung und sind durch das benötigte Volumen und niedrige Preise nicht ohne Weiteres zu ersetzen. Nun sind durch die Ausnahmesituation deutliche Preiserhöhungen kaum zu vermeiden, weshalb viele Kunden ihr Anschaffung verschieben oder auf alternative Technologien wechseln werden. Naheliegend sind flash-basierte Rechner oder Server – wovon wiederum die Solid-State-Disk-Platten (SSD)-Produzenten profitieren. Dies können aber auch Non-PCs wie Tablets sein, die sich ohnehin ein sehr hohen Nachfrage erfreuen – sofern sie den angedachten Verwendungszweck erfüllen können.

Temporär wird es eine geringere Modellvielfalt, längere Lieferzeiten und höhere Preise für Festplatten und darauf basierende Lösungen geben. Für den Käufer bedeutet dies, daß er bei gleichem Budget ein weniger leistungsfähiges Gesamt-System erhält. Auf der anderen Seite werden alternative Technologien, beispielsweise auf Basis von Flash-Speicher, attraktiver. Sie erfahren eine deutlich schnellere Akzeptanz in Markt-Segmenten, die sie mit einem funktionierenden Festplatten-Markt derzeit noch nicht hätten adressieren können.“

Ingram Micro hält die Folgen für Kunden so gering wie möglich

Gerhard Schulz, Ingram-Micro-Chef
Gerhard Schulz, Ingram-Micro-Chef
Gerhard Schulz, Ingram-Micro-Chef: „Wir sehen eine signifikante Verknappung bei Festplatten. Die Preisentwicklung hängt von den Marktakteuren ab und ergibt sich aus Angebot und Nachfrage, deshalb können wir keine konkreten Vorhersagen zur weiteren Preisentwicklung treffen.

Im vierten Quartal werden jedoch nicht weniger Rechner oder Server produziert, so dass aus unserer Sicht das Weihnachtsgeschäft gesichert ist. Die Entwicklung im ersten Quartal 2012 ist allerdings noch nicht absehbar. Im Augenblick halten sich die Auswirkungen in Grenzen und sind, wie gesagt, am deutlichsten in der Preisentwicklung spürbar.

Naturkatastrophen sind sehr schwer vorhersehbar und zeigen immer wieder, wie komplex und weitreichend die Zusammenhänge in der global agierenden Hightech-Wirtschaft sind. Nicht nur, dass uns die ungewissen Schicksale der Millionen Flutopfer in Thailand bewegen, vielmehr zeigen sich die negativen Folgen für die weltweite Verfügbarkeit von Festplatten in unserer gesamten Branche. Momentan ist es schwierig, die weitergehenden Auswirkungen auf die Produktions- und Lieferkette sowie die Preisentwicklung und somit auf die IT-Branche abzuschätzen. Dies zeigt, dass es schwierig ist, diese Entwicklungen vorausschauend in die Unternehmensstrategie einzubinden. Insgesamt ist es uns wichtig, in allen Situationen umsichtig und kontrolliert zu agieren. Wir stehen seit Beginn der Verknappung in engem Austausch mit den betroffenen Herstellern und setzen unser gesammeltes Know-how als international operierendes Unternehmen ein, um die Folgen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten.“

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