Studie von Pendo Die „KI Experience Gap“ als Wachstumsbremse

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Alle reden über den KI-Durchbruch – doch im Alltag hakt es. Eine neue Studie von Pendo und Appinio zeigt: Zwischen hohen Erwartungen und frustrierender Nutzung klafft eine Lücke, die Produktivität und ROI bedroht, wenn Unternehmen nicht gegensteuern.

Trotz KI-Optimismus bremst eine „KI Experience Gap“ das Potenzial jener.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Trotz KI-Optimismus bremst eine „KI Experience Gap“ das Potenzial jener.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Unternehmen sind mit Blick auf KI weiterhin optimistisch, frustrierende Erfahrungen bei der Nutzung verhindern aber, dass die Technologie ihr volles Potenzial entfalten kann. Dies zeigt eine neue Studie von Pendo und Appinio. Die Ergebnisse deuten auf eine zunehmende Kluft beim KI-Erlebnis hin – eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen an KI-Lösungen und den tatsächlichen Erfahrungen bei der Nutzung. Bleibt das Problem ungelöst, besteht die Gefahr, dass sich dies auch auf die Produktivität und den ROI auswirkt – Mehrwerte, die Führungskräfte von ihren KI-Investitionen erwarten.

Zur Methodik der Studie:

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 1.000 repräsentativ ausgewählten Erwachsenen in Deutschland, die Appinio im Auftrag von Pendo im Oktober 2025 durchgeführt hat. Die Studie hat die Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit, das Vertrauen sowie die emotionalen Reaktionen auf KI-gestützte Tools untersucht. Sie liefert Erkenntnisse dazu, wie Menschen mit neuen, agentenbasierten Technologien umgehen.

Drei Viertel sind von KI mitunter frustriert

Die Studie zeigt, dass die überwiegende Mehrheit (85 %) KI als spannend und chancenreich beschreibt. Drei Viertel (75 %) empfinden sie zwar als nützlich, gleichzeitig aber oft frustrierend. Unter den regelmäßigen Nutzern verbringen fast alle (96 %) jede Woche Zeit damit, ihre Anfragen an die Tools zu überarbeiten, um bessere Antworten zu erhalten.

Während 42 Prozent der Nutzer angeben, dass sie so lange Eingaben vornehmen, bis sie das gewünschte Ergebnis erhalten, wechseln 48 % zu einer Suchmaschine, wenn die KI aus ihrer Sicht versagt. 18 Prozent geben in diesem Fall ganz auf. Obwohl fast die Hälfte (36 %) der Befragten angibt, dass sie durch KI mehr als eine Stunde Zeit pro Woche sparen, wird dieser Vorteil durch den zeitlichen Aufwand gemindert, der durch wiederholte Eingaben und inkonsistente Ergebnisse entsteht.

Bildergalerie

30 Prozent vertrauen fest darauf, dass die KI-Ergebnisse korrekt sind

Beim Blick auf das Vertrauen, das Menschen den Ergebnissen der KI entgegenbringen, zeigt sich ebenfalls ein gemischtes Bild: 30 Prozent vertrauen fest darauf, dass die Ergebnisse der KI korrekt sind. Nur 36 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, dass sie selbst in der Lage sind, die bestmöglichen Ergebnisse aus den Tools herauszuholen. Darüber hinaus sagen 80 Prozent, dass Unternehmen Schulungen oder Anleitungen zur effektiven Nutzung der KI anbieten sollten. Dies deutet darauf hin, dass sich Menschen mehr Unterstützung dabei wünschen, den vollen Mehrwert der KI auszuschöpfen.

KI ist nicht das Problem – die Nutzung ist es

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz auf – mit Auswirkungen auf Unternehmen, die KI-Agenten implementieren. KI wird zunehmend in Arbeitsabläufe integriert. Wiederholte Eingaben, der Wechsel zwischen einzelnen Tools oder das Abbrechen von Aufgaben führen zu verschwendeten Investitionen und letztlich zu einer großen Zahl unmotivierter Nutzer. Mit der Zeit senkt diese Kluft bei der KI-Erfahrung die Produktivität, das Vertrauen und den Gesamt-ROI.

KI bleibt nicht etwa deshalb hinter den Erwartungen zurück, weil die Technologie schlecht wäre. Viele Menschen wissen einfach noch nicht, wie sie KI-Agenten effektiv einsetzen können.

Todd Olson, CEO und Mitgründer von Pendo

Todd Olsen, CEO und Mitgründer von Pendo, betont, dass es die „Aufgabe der Entwickler von KI-Agenten“ sei, „das Nutzerverhalten zu untersuchen und zu verstehen, an welchen Stellen Menschen Schwierigkeiten haben“. Darauf basierend könne „man die Benutzererfahrung so optimieren, dass die Anwender bessere Ergebnisse erzielen“.

Die Studie unterstreicht, dass Unternehmen verstehen müssen, wie Mitarbeitende tatsächlich mit KI-Lösungen interagieren. Ohne diese Erkenntnisse riskieren Führungskräfte Produktivitätsverluste und wachsende Frustration bei den Nutzern.

Über Appinio

Appinio ist ein weltweit tätiges Marktforschungsunternehmen, das eine Marktforschungsplattform mit Expertenberatung kombiniert. Appinio ist in über 190 Märkten aktiv und hat mehr als 3.000 Kunden weltweit – darunter Konzerne, KMU, NGO (Nichtregierungsorganisationen), Medien sowie führende Agenturen und Beratungsunternehmen. Das Unternehmen wurde 2014 von Jonathan Kurfess, Max Honig (CEO) und Kai Granaß (CTO) gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Mehr über Appinio hier.

(ID:50638442)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung