Breitbandversorgung in Deutschland Deutsche kämpfen mit Internetausfällen

Autor Ann-Marie Struck

Der Download braucht ewig und der Gesprächspartner im Videocall ist verpixelt und abgehackt. Einer Studie von Deloitte zufolge kämpft ein Drittel der Konsumenten in Deutschland mit Problemen bei der Internetverbindung. Ein Grund den Anbieter zu wechseln?

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Probleme mit dem Internet sind nervig! Fast ein Drittel der Deutschen hat mindestens einmal im Monat Verbindungsprobleme.
Probleme mit dem Internet sind nervig! Fast ein Drittel der Deutschen hat mindestens einmal im Monat Verbindungsprobleme.
(Bild: Elnur - stock.adobe.com)

Ob im Homeoffice, Homeschooling oder beim Videostreaming, stabile und schnelle Internetverbindungen sind gefragt. Leider klagt rund ein Drittel der Deutschen über mindestens einem Internetausfall im Monat; so das Ergebnis des „Fiber Consumer Survey“ von Deloitte. Für die Studie wurden im März dieses Jahres 2.000 Konsumenten in Deutschland befragt, wie zufrieden sie mit ihrem aktuellen Internetanschluss sind und wann und unter welchen Bedingungen sie in neue Infrastrukturen wechseln würden.

Immerhin sind drei Viertel der Befragten, trotz gelegentlicher Störungen, zufrieden mit ihrem derzeitigen Anbieter. Laut der Studie bekommen die meisten Kunden auch, was sie buchen. Schließlich haben 61 Prozent der Nutzer bereits einen Speedtest bei ihrem Internetzugang durchgeführt und mehr als zwei Drittel der überprüften Anschlüsse liefern mehr als 80 Prozent der abonnierten Geschwindigkeit.

Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit

Letztendlich ist den Nutzern die Zuverlässigkeit wichtiger als die Geschwindigkeit der Verbindung, weshalb 16 Prozent der Befragten auch nicht im Homeoffice arbeiten, da dort die Performance nicht stimmt. Jedoch wirkt sich die mangelnde Zuverlässigkeit auch auf die Nutzung anderer Dienste aus. Demnach würden der Umfrage zufolge zwischen 10 und 20 Prozent mehr Video-on-Demand-Dienste, Games oder auch Smart-Home-Anwendungen nutzen, wenn ihre Internetleitung schneller wäre. Demnach liegt das Geschäftspotenzial dieser Dienste wegen der schlechten Infrastruktur noch brach.

Einen Ansturm auf schneller Leitungen gibt es indes noch nicht. Denn obwohl immer mehr Konsumenten einen Zugang zum Glasfasernetz haben, wird dieser noch nicht in Gänze genutzt. In der Regel kommen überwiegend Bandbreiten von weniger als 100 Mbit / s zum Einsatz. Nur ein Drittel der stationären Internetanschlüsse ist schneller. Ein Viertel der Verbraucher würde aber Geschwindigkeiten jenseits von 500 Mbit / s abonnieren. Dabei besteht durchaus Zahlungsbereitschaft für das Breitband der Zukunft. Fast die Hälfte der Befragten würde monatlich mehr als 10 Euro zusätzlich für ihren Wunsch-Anschluss zahlen.

Zufriedenheit auf dem Land

Interessanterweise sind gemäß der Befragung Nutzer auf dem Land nicht weniger zufrieden mit ihrer vorhandenen Internetverbindung als Umfrageteilnehmer in den Metropolen, obwohl sie tendenziell langsamere Internetleitungen haben. Zudem berichten die Anwender in ländlichen Gebieten sogar seltener von Signalausfällen oder extrem langsamen Verbindungen. Obwohl laut Studie also in den meisten ländlichen Regionen also durchaus eine funktionierende Internetversorgung existiert, bleibt ein kleinerer Teil der Haushalte weiterhin unversorgt. Und das hat für die Anwohner erhebliche Konsequenzen.

5G

In Bezug auf einen Anbieterwechsel sehen die Befragten das größte Hindernis in einem temporären Ausfall des Internets. Kein Problem stellen wiederum notwendige Bau- und Installationsarbeiten am eigenen Haus oder Grundstück dar. 72 Prozent der Befragten würden solche Umbaumaßnahmen grundsätzlich akzeptieren. Dabei gibt es mit 5G zunehmend eine gute Alternative, um Bauarbeiten zu umgehen. Für vier von zehn Konsumenten käme für die Internetnutzung zuhause auch eine mobile Breitbandverbindung infrage. Bei den unter 35-Jährigen liegt der Anteil sogar bei mehr als der Hälfte.

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