CAD-Integration in Unternehmensanwendungen erforderlich Daten aus CAD-Systemen sollten alle nutzen können

Redakteur: Katariina Hoffmann-Remy

Seit 3D-CAD seinen Siegeszug angetreten hat, kommt kaum ein Unternehmen mehr an einer professionellen Lösung für die Produktdatenverwaltung herum. Reseller sind gefordert, den Kunden passende Lösungen anzubieten.

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Die Einführung von 3D-unterstützenden CAD-Programmen hat die Daten vervielfacht, die es zu verarbeiten gilt. Denn die dreidimensionale Modellerstellung bringt es mit sich, dass jedes Teil eines Produkts einzeln konstruiert und als Datei abgelegt wird.

So ist das Zeichnen mit CAD-Programmen ein kleiner Teil am Anfang der Produktionskette und trotzdem liefert es die entscheidende Datenbasis für PDM- und PLM-Systeme. Hinzu kommen Daten aus CAM- und CAE-Prozessen.

Um den Wert, den all diese Daten darstellen, nutzen zu können, verwaltet man sie mit PDM-Applikationen. Diese bieten im Wesentlichen Dokumentenmanagement-Funktionen und sollten idealerweise Schnittstellen vom Erzeugersystem wie zum Beispiel CAD zum Verwaltungssystem (PDM) und von diesem zum vorhandenen ERP-System (Enterprise Resource Planning) zur Verfügung stellen. Reportings sollten komfortabel zu erstellen sein und das System einen modularen Aufbau vorweisen.

Bindeglied PLM

PDM-Systeme repräsentieren einen Millionenmarkt. Die Anbieter bemühen sich deshalb derzeit darum, diesen für sich einzunehmen. Ein über PDM thronendes Bindeglied wollen Anbieter mit dem Konzept PLM an die Kunden bringen. Firmen wie UGS oder PTC verstehen darunter die Integration von CAx-Systemen (CAD, CAE, CAM) in produktrelevante Anwendungen wie ERP oder PPS (Produktions-Planungs- und Steuerungssystem). Das Ganze wird mit Collaboration-Software, also Programmen für Zusammenarbeit, gekoppelt.

Himmelweiter Unterschied

Was unterscheidet PLM und PDM? Jürgen Tempel, Geschäftsführer beim PDM-Spezialisten EMC: »Wie groß die Unterschiede der beiden Begriffe sind, entscheidet jedes Unternehmen für sich. Sieht man PDM nur als das Verwalten von Engineering-Daten und PLM als eine Business Activity, die das Produkt in den Mittelpunkt stellt und dabei Prozesse, Mitarbeiter, Informationen, Methoden und Systeme während des gesamten Produktlebens betrachtet, liegen Welten zwischen PDM und PLM. Richtigerweise sollte sich auch PDM an den Anforderungen des Produktlebens orientieren.«

Glossar

  • CAD

Das künftige Produkt wird mit Hilfe von Software für Computer Aided Design entworfen. So entstehen zweidimensionale Konstruktionspläne oder Modelle mit 3D-Beschreibungen. CAD-Software besteht meist aus einem Basisprodukt, auf das Module aufsetzen, zum Beispiel ein System für das Schweißen oder Blechgießen. Einzelne Hersteller bringen es dabei auf bis zu 120 Komponenten.

  • CAE

Mit Lösungen für Computer Aided Engineering lässt sich das physikalische Verhalten eines Produkts in Belastungssituationen simulieren.

  • CAM

Mit Software für Computer Aided Manu-facturing lassen sich Produktionswerkzeuge, die eine Eigenintelligenz besitzen, wie eine CNC-Fräse, aus Konstruktionszeichnungen heraus ansprechen.

  • PDM

PDM steht für Product Data Management. PDM-Systeme ermöglichen eine Betrachtung der im Laufe des Produktlebenszyklusses benötigten Daten und integrieren alle beteiligten Applikationen.

  • PLM

Durch das Product Lifecycle Management (PLM) werden die Informationen über ein Produkt sowie dessen Entstehungs- und Verwendungsprozesse so organisiert, dass sie an den relevanten Stellen zur Verfügung stehen.

Quelle:PLM-Portal

Zum Technologiebegriff PLM zählen folgende Punkte: Architektur und Integration, Dokumenten-Management, Stukturierung der Daten, Workflow, Sourcing, Handover in neue Produktenstehungsphasen, Änderungsprozessunterstützung, Anforderungsmanagement, Visualisierung und Projekt-Management sowie Teamarbeit.

Quelle: Experton Group

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