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Stärkung durch Zukäufe
Mit Brightpoint hat Ingram Micro im Sommer 2012 einen Mobility-Distributor übernommen und sich dadurch dem Trend zu Smartphones und Tablets gestellt. Inzwischen ist laut Robert Beck das Thema Mobilty so weit gefächert, dass dieses Produktsegment im Volume-Vertrieb geführt wird. Aber auch im Service-Bereich hat sich der Distributor gerade in den vergangenen sechs Monaten deutlich verstärkt, die meisten Zukäufe auf Konzernebene (K), nur eine in Deutschland (D):
- Datrepair (D) – Mobile-Services;
- Parallels (K, 10-Prozent-Anteil) – Virtualisierung und Cloud-Plattform;
- Shipwire (K) – ECommerce-Fulfillment;
- Softcom (K) – Cloud-Services;
- Cloudblue (K) – Entsorger / Verwerter ausrangierter IT
Zwei davon sind besonders erwähnenswert: Datrepair, ein Reparaturspezialist für mobile Gadgets, ist zwar ein „deutscher“ Zukauf, muss aber eigentlich als Investition für Gesamteuropa angesehen werden. Ähnliche Anbieter wurden auch in den USA und in Indien – für den asiatischen Markt – übernommen. Und Parallels ist eigentlich ein bekannter Virtualisierungsanbieter. Für Ingram Micro ist er aber als strategischer Partner für die Ingram Micro Cloud als Plattform-Betreiber aktiv.
Gewachsene Komplexität
Über die Jahre hat sich Ingram Micro mit immer neuen Angeboten – Services und Produktbereichen – verstärkt und versucht, diese in seine Strukturen einzubauen. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass das gesunde Maß überschritten wurde. Vielfältige Ansprachen der Kunden aus unterschiedlichsten Abteilungen überforderten so manchen Händler. Andere bekamen nicht die Angebote, die auf ihr Geschäftsmodell wirklich passen würden. Robert Beck beschreibt dies als „Komplexität des Angebots, die wir reduzieren müssen“. Sein Credo: „Wir müssen schlanker, schneller und flexibler werden.“ Den Grundstein hat der Broadliner dafür bereits gelegt, indem die interne Struktur vereinfacht wurde.

Die Vier-I-Initiative
Die Strukturveränderungen stehen in einem größeren Rahmen, den Ingrams DACHH-Chef Marcus Adä mit der 4-I-Initiative beschrieben hat. Primäres Ziel ist kontinuierliches Wachstum. Bis 2016 soll die Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro geknackt werden.
In den kommenden drei Jahren möchte Adä aber nicht nur die Führungsposition von Ingram Micro im Volumengeschäft verteidigen, sondern das Unternehmen auch in der Value Added Distribution zur Nummer eins machen. „Das ist beides zu schaffen“, so der Ingram-Chef. Im Value-Geschäft sei der Broadliner heute hinter Tech Data Azlan und Avnet bereits die „starke Nummer drei“ im deutschen Markt.
Den Schlüssel zum Erfolg sieht er in der so genannten Vier-I-Initiative. Dabei stehen die vier „I“ für Improve (Verbessern der Schlagkraft der Organisation), Increase (Vergrößern der Volume- wie der Value-Distribution), Innovate (Erneuern des Portfolios und in „neue Märkte denken“, wie dies bereits mit UCC, Digital Signage und ähnlichen Themen geschehen sei) und Integrate (Eingliedern der Akquisitionen, wie bereits mit Brightpoint praktiziert).
Partybilder von der IM.Top 2013
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