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Eos-Umfrage „Was sind Daten wert?“ Das Geschäft mit den Daten

| Autor: Heidemarie Schuster

Datenschutz hat oberste Priorität in Deutschland. Wenn es aber eine Gegenleistung für die Herausgabe von Daten geben würde, sieht es gleich ganz anders aus. Einer Eos-Umfrage zufolge ist jeder dritte Verbraucher in Deutschland dazu bereit, seine Daten zu verkaufen.

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Die meisten Deutschen würden ihre Daten bereist für unter 50 Euro hergeben.
Die meisten Deutschen würden ihre Daten bereist für unter 50 Euro hergeben.
(Bild: © mrmohock - stock.adobe.com)

Persönliche Daten stehen durch die DSGVO unter besonderem Schutz. Was besonders geschützt werden muss, hat meist auch einen hohen Wert. Vor allem Daten wie beispielsweise Kontonummern, Geburtsdatum, Adresse, Gesundheitsfakten oder Kaufverhalten sind zu einem wichtigen Wirtschaftsgut geworden. Daher bestimmen Fragen nach dem Umgang mit Daten und ihrem Wert immer stärker den öffentlichen Diskurs. Das bestätigt auch eine Studie des Finanzdienstleisters und -investors Eos zum Thema „Was sind Daten wert?“.

Der Studie zufolge finden fast 60 Prozent der deutschen Verbraucher, dass sie für die Nutzung ihrer Daten entschädigt werden sollten. Dabei überrascht die Bereitschaft zum Datenverkauf hierzulande: Mit 36 Prozent liegen die Deutschen leicht über dem europäischen Durchschnitt, der bei 34 Prozent liegt. Außerdem zeigt die Umfrage, dass die Deutschen nicht so vorsichtig sind, wie es ihrem Ruf entspricht. Bei den unter 35-Jährigen steigt die Zahl sogar auf fast die Hälfte (46 %). Immerhin 22 Prozent sind den Deal „Datenpreisgabe mit Gegenleistungen“ sogar schon eingegangen – ebenfalls mehr als der europäische Durchschnitt (18 %).

Nicht jeder bekommt die Daten

Die Bereitschaft, persönliche Informationen mit Firmen zu teilen, hängt vom Vertrauen in deren Umgang mit den Daten ab, vor allem von der Einhaltung gesetzlicher Richtlinien. Ebenso relevant ist jedoch die Art der Daten. So würden laut der Eos-Studie rund 60 Prozent der Deutschen einem vertrauenswürdigen Unternehmen persönliche Informationen oder Daten zu Kaufentscheidungen sowie Vorlieben für Produkte und Marken gegen Geld preisgeben. Auch Interaktionsdaten oder Daten zum Surf-Verhalten sind eher unproblematisch (45 %). Konto- oder Kreditkartendaten sowie Einblicke ins Bankkonto sind hingegen für eine große Mehrheit zu sensibel, um sie zu veräußern (unter 10 %). Nach dem konkreten Vergütungswunsch gefragt, sind für rund die Hälfte der Befragten in Deutschland vor allem Sachprämien und Rabatte attraktiv, während ein privilegierter Kundenstatus (18 %) und bessere Serviceleistungen (13 %) weniger gefragt sind.

Was sind Daten wert?

Laut der Studie hat nur jeder fünfte Deutsche bereits eine Gegenleistung für bestimmte Daten angeboten bekommen. Mit Blick auf den konkreten Gegenwert herrscht aber noch Unklarheit: So glauben 65 Prozent der Deutschen, dass dem Großteil der Verbraucher der monetäre Wert ihrer Daten nicht bewusst ist. 78 Prozent der Befragten würden einem vertrauenswürdigen Unternehmen selbst persönliche Informationen verkaufen, jedoch haben nur 47 Prozent dafür eine konkrete Preisvorstellung im Kopf: Diese liegt für rund 43 Prozent bei unter 50 Euro und für weitere 20 Prozent im Bereich bis 100 Euro. 17 Prozent wären hingegen für einen Betrag von bis zu 500 Euro zur Preisgabe von Daten bereit und für jeden Fünften müssten sogar mehr als 500 Euro als Gegenleistung fließen.

Über die Studie

Die Eos-Studie, die in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Kantar im Frühjahr 2020 durchgeführt wurde, ist repräsentativ für die (Online-)Bevölkerung ab 18 Jahren in den 17 untersuchten Ländern. Eine Stichprobe von jeweils 1.000 Befragten aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und den USA sowie von 300 Befragten aus Nordmazedonien wurde für die Auswertung verwendet. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrem persönlichen Umgang mit Daten und deren Freigabe, ihrem Vertrauen in Unternehmen sowie ihrer Bereitschaft, Daten gegen Vergütung zu veräußern.

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