Service-Orientierung mit gelebten Grundsätzen

Das Geheimnis nachhaltigen Erfolgs im Systemhaus-Geschäft

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Industrialisierung der IT

Die Konvergenz der Technologien erfordert einen ganzheitlichen Ansatz.
Die Konvergenz der Technologien erfordert einen ganzheitlichen Ansatz.
(Bild: Controlware)
Um maßgeschneiderte Problemlösungen für die Kunden zu bieten, gleichzeitig aber noch im wirtschaftlich angemessenen Rahmen operieren zu können, setzt Controlware auf ein modularisiertes Konzept. Bereits Mitte der 90er-Jahre ging das Systemhaus dazu über, den Kunden modulare Dienstleistungsbausteine anzubieten, die individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind: „Netcare for Networks“ nennt sich diese Form der Dienstleistung im IT-Umfeld und trägt nach eigenen Angaben zum dauerhaften Aufstieg in der IT-Branche bei.

Rund zwanzig Jahre später, nämlich zu Beginn dieses Jahres, hat Controlware dieses Konzept weiter entwickelt zur „IT-Industrialisierung“. Hier liegt der Fokus auf Data Center und deren Betreiber als Zielgruppe. Dabei werden IT-Dienste und -Produkte ähnlich wie in der produzierenden Industrie bereitgestellt: Der Kunde wählt die gewünschten IT-Services einfach anhand des Leistungsumfangs und der gewünschten SLAs aus dem Service-Katalog des Anbieters aus, ohne sich um die technischen Details der Bereitstellung kümmern zu müssen. Die technischen Details, deren Beherrschung im „Backbone“ des Systemhauses vorausgesetzt wird, treten zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen schiebt sich die Transparenz und Qualität der Services in den Fokus bei der Vermarktung der IT-Dienste.

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Umsetzung der Industrialisierungsstrategie ist für Controlware ein sorgfältiges Assessment der IT-Organisation inklusive der notwendigen Rollen und Prozesse für die zur Verfügung gestellten Produkte und Services sowie der verwendeten Tools und der gesteckten Ziele. Nur so könne man einen tragfähigen Service-Katalog entwerfen. Damit umfasst das Controlware-Portfolio unter anderem folgende Leistungen:

  • Assessment der vorhandenen IT und gemeinsame Definition der Projektziele
  • Entwicklung individueller Service-Kataloge und Definition von SLAs
  • Implementierung der IT-Prozesse für die Erbringung modularer Services
  • Auswahl und Installation von Monitoring- und Management-Tools für die Überwachung und Steuerung von Kosten und Qualität der IT-Services

Mit diesen Voraussetzungen für eine automatisierte Service-Vermarktung sind die Weichen für einen globalen Wettbewerb um das Cloud-Business gestellt.

An den Grenzen des Machbaren

Jedes standardisierte Konzept stößt jedoch an seine Grenzen, wenn es um die Sicherheit geht. Insbesondere ist dies bei sehr kritischen Netzwerk-Infrastrukturen der Fall, wie zum Beispiel bei den Netzen von Energieversorgern. Auch in puncto „Industrie 4.0“ sind die Dietzenbacher in jüngster Vergangenheit vermehrt tätig geworden. Schwefing sieht hier „einen sehr interessanten Markt, in dem die klassischen Techniken aus dem Fernwirkbereich übersetzt werden in Technologien aus der klassischen IT-Industrie.“ Verzögerungen der Ansteuerung können im industriellen Umfeld allerdings schon in Größenordnungen von einigen hundert Millisekunden missionskritisch werden. „Für ein technologisch orientiertes Systemhaus wie Controlware ist das eine interessante Herausforderung“, freut sich Schwefing.

Standardisierungen sind dann nur noch insoweit möglich, als die klassischen Kriterien eines Projektmanagements angewendet werden. Hier gebe es Blue-Print-Entwürfe für das Grunddesign eines Netzes. Sobald aber die individuellen Anforderungen zum Tragen kommen, könne man keine Kompromisse mehr machen. Kosteneffizienz spielt dann nur noch eine Rolle unter dem Ziel, die Betriebssicherheit zu hundert Prozent zu realisieren. Denn, so zitiert Schwefing eine Leitlinie von Robert Bosch: „Wir verlieren lieber Geld als Vertrauen.“ □

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