Auf einmal drängen große Investoren in den deutschen Datacenter-Markt. Künstliche Intelligenz verwandelt Rechenzentren in einen Motor für andere Branchen. Darum fließt Geld nach Deutschland in die „Kraftwerke des digitalen Zeitalters“ – und zwar im großen Maßstab.
Große internationale Investoren wie Rothschild, Blackrock und JLL entdecken den deutschen Rechenzentrumsmarkt für sich und erwarten offenbar einen Geldsegen.
Das wirtschaftliche Potenzial der generativen KI könnte der Weltwirtschaft einen zusätzlichen Wert von 2,6 bis 4,4 Milliarden Dollar bringen, glauben die Analysten von Rothschild & Co., einer der weltweit größten unabhängigen Finanzberatungsgruppen. Laut einer aktuellen Prognose stehe der deutschen Rechenzentrumsbranche ein „exponentielles Wachstum des Volumens an KI-Servern“ mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 42 Prozent bis 2027 bevor, beobachten die Analysten unter Einbezug einer aktuellen Studie von McKinsey „The economic potential of generative AI: The next productivity frontier“ vom Juni 2023.
Laura Künlen ist Global Investment Strategist, Investment Insights bei Rothschild & Co. Wealth Management.
(Bild: Rothschild & Co.)
Die anfängliche Euphorie rund um innovative KI-Anwendungen und die Aussicht auf erhebliche Einnahmen hätten das Interesse der Anleger geweckt und zu beträchtlichen Kapitalzuflüssen in dem Technologiesektor geführt, beobachten Eunice Harbeke, Investment and Portfolio Adviser, und Laura Künlen, Investment Insights Specialist, von Rothschild & Co. Besonders profitieren konnten die Hyperscaler – Unternehmen, die riesige Datenmengen über globale Netzwerke verwalten und damit eine Schlüsselrolle im digitalen Zeitalter einnehmen.
Boom! Das Geld ist da.
Microsoft hat bis Ende 2025 satte 3,2 Milliarden Euro für den Ausbau seiner Azure-Rechenzentren, erneuerbarer Energien und KI-Fähigkeiten in Deutschland verplant. Laut Microsofts stellvertretenden Vorsitzenden und Präsidenten Brad Smith rangiert die Bundesrepublik weltweit auf Platz zwei nach den USA bei der Nutzung von KI durch Organisationen, aber auf Platz 11 im Hinblick auf ihre KI-Fähigkeiten insgesamt – das Wachstumspotenzial ist somit da.
„Wir wollen die deutsche Wirtschaft befähigen, von KI zu profitieren, um ihre globale Führungsposition in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen,“ so Microsofts Präsident Smith. Die Bedeutung von KI sei vergleichbar mit der Einführung von Elektrizität.
Microsofts Investitionen sollen hauptsächlich nach Nordrhein-Westfalen fließen, wo die Azure-Sparte eine neue Region für das Cloud-Geschäft mit Datenspeicherung einrichten möchte. Der Konzern sucht die physische Nähe zu Großkunden wie Bayer und RWE, um die Datenübertragungszeiten zwischen den Rechenzentren und den vor Ort befindlichen Computern so kurz wie möglich zu halten.
Das Beispiel Microsoft
Microsoft sei „stark beeindruckt“ davon, wie sehr die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz in wichtigen Bereichen der deutschen Wirtschaft gerade zulegt, so Smith unter Bezug auf die Verdopplung der Kapazitäten lokaler KI-Infrastrukturen in der Bundesrepublik. Klar, deutsche Rechenzentren sind Vorreiter in der Nutzung erneuerbarer Energien und gehören zu den effizientesten weltweit.
Zahlreiche führende deutsche Unternehmen sind auch bereits dabei, die KI-Angebote von Microsoft in ihre Betriebsprozesse zu integrieren. Dazu zählen neben Siemens unter anderem Boehringer Ingelheim und Bayer.
Siemens baut mit Microsofts Technologien einen digitalen Assistenten für die Industrie. Bayer experimentiert mit dem Copilot von Microsoft als einer Erweiterung für Bürosoftware. Mercedes will Elemente von ChatGPT im Cockpit begrüßen, zuerst allerdings in den U.S.A.
Eine Blase, die es in sich hat
Doch für viele Investoren, die auf schnelle Renditen gesetzt hatten, und für Unternehmen, die von Effizienzsteigerungen profitieren sollten, kam bereits Ernüchterung auf: Zweifel am Einführungs-Tempo von KI, hohe Aufwendungen für den Aufbau der notwendigen Infrastrukturen und die lange Zeit, die benötigt wird, um konkrete Monetarisierungsstrategien zu etablieren, haben die eine oder andere Enttäuschung hervorgebracht. Die erhofften Effizienzsteigerungen lassen größtenteils auf sich warten.
Xiadong Bao von Edmond de Rothschild zeigt sich gegenüber dem KI-Boom eher zurückhaltend. Kurzfristig werde seiner Meinung nach „zu viel Hype um Künstliche Intelligenz gemacht“. Es würden zwar viele Unternehmen in KI investieren, aber die Geschäftsmodelle seien noch unklar.
Bao ist einer der Manager des 1,7 Milliarden Euro schweren Edmond de Rothschild Fund Big Data. „Wir investieren (...) nicht nur in große Tech-Unternehmen, sondern auch in Firmen, die Daten generieren und Big-Data-Strategien einsetzen,“ enthüllt er. Er und seine Kollegen und Kolleginnen „teilen nicht die rosarote Zukunftsvision“ anderer.
Stand: 08.12.2025
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Das eigentliche Potenzial
Auf kurze Sicht sei der Tenor etwas zu optimistisch. Auf lange Sicht werde KI das Spiel jedoch fundamental verändern.
Das wahre Potenzial für langfristig attraktive Renditen liege aus der Sicht von Bao eher abseits der offensichtlichen Tech-Value. Der eigentliche Wert liege „in der vertikalen Integration und der Feinabstimmung der Modelle mit eigenen Daten, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen“.
Die weltweiten Ausgaben für den Bau von Colo- und Hyperscale-Rechenzentren werden bis 2030 voraussichtlich 49 Milliarden Dollar erreichen; Investitionen in unternehmenseigene Facilities und Ausgaben außerhalb des Baugewerbes kommen noch obendrauf.
(Bild: Synergy Research Group, McKinsey & Company)
Der Fonds habe drei Investitionssäulen: Dateninfrastruktur, Datenanalytik und Datennutzer. Dateninfrastruktur sei „alles aus dem Bereich Hardware“ vom Gerätehersteller über die Betreiber von Datenzentren bis hin zu Telekommunikationsunternehmen. Der Bereich Datenanalytik bündelt Softwareunternehmen wie Google oder Microsoft. Der dritte Teil sind die Datennutzer wie beispielsweise das Ölfeldunternehmen Schlumberger.
Der deutsche Rechenzentrumsmarkt bietet aus Investorensicht sowohl attraktive Chancen als auch eigenartige Herausforderungen. Die hohen Datenschutzanforderungen verleiten viele Unternehmen dazu, ihre Daten in Deutschland zu hosten und zu verarbeiten. Für Investoren bedeutet dies eine stabile Nachfrage nach lokalen Infrastrukturen, hohe Anfangsinvestitionen und potenziell überdurchschnittlich hohe Renditen.
Ja, aber ...
Die Kombination aus stabiler Nachfrage und dem Fokus auf Nachhaltigkeit und betriebliche Effizienz, die den deutschen Datacenter-Markt auszeichnet, erfordert gut durchdachte Investitionsstrategien. Investoren wie Rothschild & Co. wollen in diesem Umfeld von langfristigen Wachstumsaussichten profitieren. Die Investitionssummen variieren; allen gemeinsam sind hohe Rendite-Erwartungen vor dem Hintergrund regulatorischer Risiken und beachtlicher Betriebskosten.
„Entgegen allen pessimistischen Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft“ ließe sich in der Rechenzentrumsbranche auch jenseits von Hyperscale „ein regelrechter Boom“ erkennen: Allein die Kapazitätsprognosen des Co-Location-Marktsegments begründeten Investitionen von über 24 Milliarden Euro über die kommenden fünf Jahre, so die German Datacenter Association in ihrem aktuellen Marktbericht.
Digital Realty ging ein Joint-Venture mit Blackstone an, um gemeinsam Hyperscale-Rechenzentren zu entwickeln, wobei ein erheblicher Teil des Investitionskapitals in einstelliger Milliardenhöhe für Deutschland vorgesehen ist.
Equinix, KDDI, CapitaLand, ICG Capital, Principal Asset Management, Brookfield Infrastructure Partners, Manulife Investment Management, Ardian Infrastructure und Proximity Data Centres und andere schmieden Expansionspläne für Deutschland.
AIIM, ein führender Private-Equity-Manager für digitale Infrastrukturen aus Afrika, investierte 90 Millionen Dollar in den afrikanischen Rechenzentrumsbetreiber namens N+ONE Datacenters, mit Blick auf eine Expansion in Deutschland.
In Sektorenkopplung investieren: Data2Heat macht die Abwärme des Rechenzentrums „BER 2“ von NTT im Innovationsquartier Marienpark Berlin nutzbar.
(Bild: Martin Miseré/Data2Heat)
Auch die über-sparsame Hyperscale-Sparte des größten „eTailers“ der Welt baut jetzt ihre Rechenzentrumsinfrastrukturen in Deutschland aus. Bis Ende 2025 will AWS eine souveräne Cloud in Brandenburg einrichten. Bis zum Jahre 2040 hat AWS für den Ausbau digitaler Infrastrukturen 7,8 Milliarden Euro (8.44 Milliarden Dollar) bereitgestellt.
Der deutsche Datacenter-Boom dürfte mindestens bis zum Jahre 2030 anhalten. Jenseits der Dekade mag sich keiner der führenden Marktanalysten zu kohärenten Voraussagen verleiten. Denn Risiken lauern im deutschen Rechenzentrumsmarkt auf Schritt und Tritt.
Risiken und Stolperfallen
Der Bau und Betrieb von Datencentern unterliegt in Deutschland umfangreichen Genehmigungsverfahren. Man braucht langen Atem, bis es von den Behörden grünes Licht gibt; danach ist fortlaufende Konformität mit strengen Regularien Pflicht.
Obwohl sich die Grundpreise für Strom europaweit ähneln, sind die Kosten in Deutschland „durch Netzentgelte, Steuern und Abgaben fast doppelt so hoch wie im europäischen Ausland – vor der Energiekrise mitunter sechsmal so hoch“, bejammert German Datacenter Association („Data Center Impact Report Deutschland 2024“). Statt abzuwandern, würden die Betreiber ihre Kapazitäten weiter ausbauen. Investoren strömen in den Markt hinein.
Die Verfügbarkeit von geeigneten Standorten mit ausreichender Energieversorgung und guter Netzwerkanbindung ist in den begehrtesten Metropolen arg limitiert. Durch die Verknappung der Kapazitäten in anderen europäischen Märkten verschiebt sich ein Teil der Nachfrage nach Deutschland, argumentieren die Analysten von JLL.
Die weltweiten Ausgaben für den Bau von Colo- und Hyperscale-Rechenzentren werden bis 2030 voraussichtlich 49 Milliarden Dollar erreichen; Investitionen in unternehmenseigene Facilities und Ausgaben außerhalb des Baugewerbes kommen noch obendrauf.
(Bild: Synergy Research Group, McKinsey & Company)
In Amsterdam ist der Bau neuer Anlagen seit 2019 auf Eis; Irland drückt seit dem Jahre 2022 auf die Bremse. EirGrid, der staatliche Übertragungsnetzbetreiber in Irland, hat den Bau neuer Rechenzentren von Microsoft und Amazon gestoppt, weil das Stromnetz in Dublin an seine Kapazitätsgrenze angelangt sei; bis 2028 sind dort keine neuen Netzanschlüsse für Rechenzentren zu bekommen.
Auch in Deutschland zeigten sich stellenweise bereits die ersten Anzeichen einer Überfüllung. Eine angespannte Situation herrscht bei den Strom-Anschlusskapazitäten und Datacenter-fähigen Immobilien in begehrten Regionen wie Rhein-Main und Berlin vor.
Knapp bemessen: Übersicht aktueller Rechenzentrumsstandorte im Raum Frankfurt und potenziell interessanter Gebiete auf Basis eines Scoring verschiedener Infrastrukturparameter wie Stromnetz und Glasfaser im JLL Infrastrukturdaten-Dashboard.
(Bild: Jones Lang LaSalle IP Inc.)
Mit der Knappheit bei Grundstücken verbunden sei „ein zunehmendes Interesse an bisher eher nachrangig betrachteten Regionen in Deutschland wie Leipzig, Düsseldorf/Köln oder Hannover“, beobachtet Frank Weber, Senior Director Client Solutions bei JLL Germany.
Die Stadt Frankfurt hat im Rahmen eines Entwicklungsprogramms mehrere Gebiete für den Standorttyp Rechenzentrum freigegeben, doch bis zum Jahr 2030 sind von Verteilnetzbetreibern keine weiteren Stromkapazitäten mehr pauschal verfügbar. So bauen die Netzbetreiber massiv aus.
Die NRM Netzdienste Rhein-Main, Tochter der Mainova AG, investieren bis 2027 eine Summe von 750 Millionen Euro, um mehr als 500 Megavoltampere (MVA) Zusatzleistung für Frankfurt bereitzustellen. Trotzdem geht es vor allem den Rechenzentrumsbetreibern viel zu langsam.
Der Trend zu Datacenter-Ready-Flächen
Mit dem Voranschreiten von KI-Anwendungen wie dem autonomen Fahren werde die Nachfrage nach „größeren Rechenzentrumskapazitäten“ weiter deutlich zunehmen, glauben Harbeke, Investment and Portfolio Adviser, MBA, und Künlen, Investment Insights Specialist von Rothschild&Co. Am Neubau führe aus ihrer Sicht kein Weg vorbei.
Die laufenden Betriebskosten von KI-Fabriken sind aufgrund hoher Energiepreise in der Bundesrepublik hoch. Der Fokus liegt auf erneuerbaren Energien und ständigen Bemühungen rund um die Maximierung der Energie-Effizienz.
Grundstücksentwickler gingen mittlerweile dazu über, eine DC-ready-Flächen anzubieten, bei denen das notwendige Bauplanungsrecht geklärt und ein ausreichender Stromnetzanschluss vorhanden beziehungsweise vertraglich gesichert sei, so JLL Germany. Für das Planungsrecht sei grundsätzlich die Ausweisung als GE-Gebiet ausreichend, wobei meist eine GRZ (also überbaubare Grundstücksfläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche) von mindestens 0,6, besser 0,8 vorliegen sollte. Sollte die Notstromversorgung für das Projekt über 50 MW liegen sollte, weiter ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzrecht erforderlich.
Übersicht der Rechenzentrumsstandorte Frankfurt und Berlin, inklusive Rheinisches Revier, nach Gesamt-IT-Kapazität in den Jahren 2017 bis 2023 und Prognose bis 2027
(Bild: Jones Lang LaSalle IP Inc.)
Auf Grund der vielen Risiken und Stolperfallen ist die Betriebsbereitschaft von Rechenzentrum-Facilities ein begehrtes Feature. Ein Beispiel von vielen: Im Juni hat der Investitionsgigant Blackrock einen Mehrheitsanteil an dem Datacenter-Betreiber Mainova Webhouse erworben.
Die Einrichtung von Großanlagen mit einer Kapazität von mehr als 250 Racks (etwa 3.500 Servern) kann zweistellige Millionenbeträge verschlingen (zwischen 10 und 12 Millionen pro Megawatt), rechnen die Beraterinnen vor. Jährliche Betriebs- und Wartungskosten liegen typischerweise über 10 Millionen US-Dollar für eine größere Anlage, so eine Analyse von Avery Fairbank.
Skaleneffekte der besonderen Art: Laurence Douglas Fink, Gründer, CEO und Vorsitzender des weltweit größten Vermögensverwalters Blackrock mit schätzungsweise 11,5 Billionen Dollar unter Management (Stand: 3. Quartal 2024), investiert in den deutschen Rechenzentrumsmarkt.
(Bild: Blackrock. Inc.)
Die jährlichen Ausgaben für den Bau von Rechenzentren werden voraussichtlich bis 2030 im globalen Maßstab satte 49 Mrd. USD erreichen. Das entspricht einem Wachstum in Höhe von 10 Prozent pro Jahr, prognostiziert Rothschild&Co. unter Berufung auf Zahlen von Synergy Research Group und McKinsey & Company. Ob Deutschland schneller als der weltweite Durchschnitt wachsen kann, bleibt abzuwarten.
*Das Autorenduo
Das Autorenduo besteht aus Anna Kobylinska und Filipe Pereia Martins. Die beiden arbeiten für McKinley Denali, Inc., USA.
Ihr Fazit lautet: Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.