ISX 2023 Cyberangriff: Wie reagiere ich im Ernstfall?

Von Barbara Gribl 4 min Lesedauer

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Das Risiko eines Cyberangriffs ist hoch. Sind Unternehmen bereit, wenn es zum Ernstfall kommt? Wie kommt man schnell wieder zurück zum Normalbetrieb? Auf der ISX 2023 gehen Sicherheitsexperten auf diese und weitere Fragestellungen ein.

Die ISX 2023 findet am 28. Juni in Hamburg, am 4. Juli in Mainz und am 6. Juli in München sowie digital im Livestream statt.(Bild:  twindesigner - stock.adobe.com)
Die ISX 2023 findet am 28. Juni in Hamburg, am 4. Juli in Mainz und am 6. Juli in München sowie digital im Livestream statt.
(Bild: twindesigner - stock.adobe.com)

Die Anzahl an Ransomware-Attacken steigt enorm an, Phishing kommt immer häufiger vor. Die Vorbereitungen auf einen Cyberangriff sind daher wichtiger denn je. Ist der Ernstfall eingetreten, heißt es schnell zu handeln, um wieder in den „Normalbetrieb“ zu kommen. Im Idealfall hat das Sicherheitsteam bereits potenzielle Worst-Case-Szenarien mit den Mitarbeitern durchgespielt, so dass das Unternehmen gut gewappnet ist.

„Ganz wichtig ist es Ruhe zu bewahren – für alle Parteien“, rät Thino Ullmann, Business Development Security Services & Go-To-Market Manager bei suresecure. „Die ersten Schritte beinhalten meist eine Trennung vom Internet und dem Identifizieren von unternehmenskritischen Assets. Dann erfolgt die Aufarbeitung in verschiedenen Workstreams: Legal, Communication, Forensics, Management. Alles läuft dann in einem klaren Fahrplan zusammen“, beschreibt Ullmann weiter. Mit einem Incident-Response-Management-Plan (IR) geht es dabei wieder schneller in den Normalbetrieb.

Prävention vor Reaktion

„Einem Cyberangriff vorzubeugen, ist immer besser, als auf einen Cyberangriff zu reagieren. Unternehmen müssen sich deshalb dediziert vorbereiten: Sie brauchen einen Plan, Daten und Maßnahmen, um schnell koordiniert reagieren zu können“, bestätigt auch Kai Schuricht, Senior Incident Response Specialist im Global Emergency & Response Team bei Kaspersky.

Als Beispiel aus dem Bereich IR nennt er Tabletop Exercise (TTX). Dabei handelt es sich um eine diskussionsbasierte Übung, bei der Prozesse eines Unternehmens proaktiv analysiert und optimiert werden. Es ist eine Art Stresstest, um herauszufinden, wie gut ein Unternehmen auf einen Sicherheitsvorfall bereits vorbereitet ist.

Wichtig ist es, vor allem schnell zu reagieren. Daher ist es hilfreich, Früherkennungstechnologien einzusetzen und eine Segmentierung der Netzwerke implementiert zu haben. So können Auffälligkeiten rechtzeitig identifiziert werden und Gegenmaßnahmen, wie eine Isolierung von Clients oder Netzwerksegmenten, durchgeführt werden.

Wie unterstützt Tabletop Exercise (TTX) bei Cybersicherheit?

„Anhand eines fiktiven Szenarios, wird ein Sicherheitsvorfall simuliert und von Anfang bis Ende interaktiv durchgespielt“, erklärt Schuricht. Das Hauptziel ist dabei, mögliche Schwachstellen in den Prozessen zu identifizieren und diese zu beheben. „Dazu gehört beispielsweise, die Bewertung und Optimierung der schon bestehenden IR-Prozesse und -Pläne, die Festlegung klarer Rollen und Zuständigkeiten während eines Vorfalls oder auch die Verbesserung der Koordination und Interoperabilität zwischen diversen Teams", führt er weiter aus.

Am Ende erhält das Unternehmen einen umfassenden Bericht, der detailliert die Angriffsphase beschreibt, eine Zusammenfassung der Entwicklungen des Szenarios wiedergibt – zusammen mit den erwarteten und tatsächlich gewählten Reaktionen. Außerdem sind darin Beobachtungen und Notizen des Moderators, quasi in der Rolle als IR-Experten, vermerkt.

Cybersicherheitsstrategien, -tools und -services aus dem Bereich IR, wie zum Beispiel Tabletop Exercise, stärken folglich insgesamt die Cybersicherheit eines Unternehmens, indem sie den Status Quo analysieren und auf den Prüfstand stellen, Schwachstellen beheben und einen IR-Plan aufstellen. In diesem Sinne werden nicht nur Maßnahmen im Falle eines Vorfalls umfasst, sondern es wird vielmehr ein fortlaufender Lebenszyklus aktiver und präventiver Maßnahmen geschaffen. Florian Jörgens, Chief Information Security Officer bei der Vorwerk Gruppe, wird auf der ISX in Hamburg und in München den Ablauf einer TTX im Rahmen seiner Keynote und Präsentation vorstellen.

Die ISX 2023 findet am 28. Juni in Hamburg, am 4. Juli in Mainz und am 6. Juli in München sowie digital im Livestream statt.

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Diese Sicherheitslücken bereiten den Verantwortlichen noch Bauchschmerzen

Was Cybersicherheit zur großen Herausforderung werden lässt, ist die zunehmende Professionalisierung des Angreifer-Business. Auch können die Täter in häufigen Fällen nicht zur Verantwortung gezogen werden. „KI wird sowohl für Angreifer als auch für die Verteidigung eine Rolle spielen – da bin ich mir sicher“, bestätigt Ullmann. Daher müsse jedes Unternehmen die Basics verinnerlichen.

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Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Großunternehmen in Deutschland sind aber in den kommenden drei Jahren dazu bereit, einen größeren Teil ihres IT-Budgets in Cybersicherheit einfließen zu lassen. Dies zeigt der IT Security Economics Report von Kaspersky.

„Mit den gesteigerten Investitionen dürften sie vor allem die größten Pain Points angehen wollen. Zu diesen gehören Datenschutz und die Einführung von Cloud-Infrastrukturen“, erläutert Schuricht in Anlehnung an den Kaspersky-Bericht. „Weiterhin beschäftigten sie Downtimes und fehlende Produktivität aufgrund falscher Planung sowie Business Process Outsourcing.“

Aus der Kaspersky-Umfrage aus dem vergangenen Jahr geht hervor, dass die durchschnittlichen IT-Budgets von Großunternehmen 7,5 Millionen US-Dollar betragen, wovon zwei Millionen US-Dollar für Cybersicherheit eingesetzt wurden. KMU investierten 150.000 US-Dollar in IT-Sicherheit, bei einem durchschnittlichen jährlichen IT-Budget von 750.000 US-Dollar.

 

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