Managed Service Provider Cloud, KI und die Zukunft der Managed Services

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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„Cloud und KI haben das Geschäft mit Managed Services massiv verändert“, sagt Oliver Harmel von NTT und erklärt, worauf es jetzt bei Managed Services im Zeitalter der KI ankommen wird.

Der Cloud-Shift verlangt von MSP Anpassungsfähigkeit.(Bild:  atitaph - stock.adobe.com)
Der Cloud-Shift verlangt von MSP Anpassungsfähigkeit.
(Bild: atitaph - stock.adobe.com)

Ohne die Cloud läuft nichts mehr. Der anhaltende Wandel hin zur Cloud hat in vielen Unternehmen einen regelrechten Umbruch ausgelöst. Traditionelle Infrastrukturen wurden Schritt für Schritt durch Cloud-Lösungen ersetzt, wobei Workloads je nach Bedarf und Anforderungen auf verschiedene Cloud-Plattformen verteilt wurden. Unternehmen setzen dabei vermehrt auf diverse Cloud-Architekturen wie Edge, Hybrid und Multi Cloud, um ihre Anwendungen und Daten sowohl in öffentlichen als auch privaten Clouds zu verteilen. Der gestiegene Bedarf an Beratungsdiensten während des Cloud-Shifts hat auch MSP beeinflusst. Sie mussten ihre Dienstleistungen entsprechend anpassen: „Einige Systemintegratoren mussten der Realität ins Auge sehen, dass die Planung und der Bau klassischer On-Premises-Rechenzentren immer öfter der Vergangenheit angehören“, erinnert sich Oliver Harmel, VP Managed Services GTM von NTT Data. Profitiert hätten in dieser Zeit vor allem Beratungsunternehmen, die sich auf das Thema Cloud spezialisierten. Während digitale Projekte immer komplexer werden, müssen sich MSP auf agile und hochspezialisierte Dienstleistungen fokussieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben: „Derzeit profitieren Managed Service Provider und IT-Beratungshäuser, die ihre Kunden bei wirklich allen Cloud-­Belangen unterstützen können. Der Managed Service kommt oft erst am Ende als wichtige Differenzierungskompetenz zum Tragen.“ Der Fokus liegt nicht nur auf der Bereitstellung von Services, sondern auch auf der proaktiven Unterstützung der Kunden bei der Entwicklung und Implementierung innovativer Lösungen. Im MSP-Geschäft ist seit längerem der Trend zu beobachten, dass es sich die Managed Services hin zu einer Dauerbetreuung entwickeln, da die immer komplexer werdenden IT-Strukturen laufend optimiert werden müssen. Der Markt ist umkämpft und MSP sind daher gut beraten, sich die entsprechende Expertise dafür ins Boot zu holen und sich kontinuierlich weiterentwickeln, um der wachsenden Konkurrenz Stand zu halten. Gerade bei Cyber­security sieht Harmel die MSP unter Druck, sich laufend weiterzuentwickeln, um ihr Service­level halten zu können. Um Unternehmen vor Angriffen zu schützen, sind MSP entscheidend und müssen als gutes Beispiel voran gehen, um Unternehmen vor Angriffen zu schützen, sei es durch Schulungen oder die Wahl passender Tools. Sicher ist: Die Anforderungen der Cybersecurity an MSP werden mit der IT-Struktur weiter wachsen.

Spezialisierung als Chance für den Channel

Der Cloud-Shift trieb das Geschäft mit Managed Services in den letzten Jahren voran. Für den Channel brachte er eine Vielzahl neuer Herausforderungen auf den Plan. Für Oliver Harmel bieten sich mit Cloud und KI viele neue Chancen, sich zu spezialisieren „im Bereich Machine Learning, Stichwort GPU as a Service, oder bei komplexen Referenz­architekturen für KI-Private-Cloud-Lösungen wie GPT in a Box.“ Der Channel kann punkten, indem er die entsprechenden Enablement Services in ­Sachen KI anbietet. Laut Harmel können so ganze Prozessketten abgebildet und KI-Lösungen integriert werden, ohne das Sicherheit und Privatsphäre auf der Strecke bleiben müssen.

KI und Automatisierung

Oliver Harmel, VP Managed Services Go-To-Market, NTT Data(Bild:  Polar Studio, Europa-Allee 29, Frankfurt / www.polar-studio.de)
Oliver Harmel, VP Managed Services Go-To-Market, NTT Data
(Bild: Polar Studio, Europa-Allee 29, Frankfurt / www.polar-studio.de)

Auch bei KI und Automatisierung sehen sich MSP vor neuen Herausforderungen. „Die Stärke von NTT liegt im Beratungsansatz und darin, wie wir in einem Co-Creation-Ansatz gemeinsam mit den Firmen sinnvolle Use Cases entwickeln und ihnen am Ende die Services an die Hand geben, mit denen sie die Lösungen effizient und hochautomatisiert betreiben können“, erläutert Harmel. Durch die Integration von KI-basierten Tools können MSP dabei helfen, Prozesse zu ­automatisieren und das Ticket-Aufkommen ­zu reduzieren. MSP schließen so Qualifizierungslücken und federn die Folgen des grassierenden Fachkräftemangels in der IT-Branche zumindest vorübergehend ab. Auf lange Sicht ist beim Problem des Fachkräftemangels keine Verbesserung zu erwarten. Laut Digitalverband Bitkom werden in Deutschland 663.000 IT-Fachkräfte bis 2040 fehlen. Eine effiziente und effektive Verwaltung der IT-Strukturen mittels KI und Automatisierung wird für Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen und das MSP-Geschäft antreiben.

Menschliche Expertise bleibt nach wie vor unerlässlich für den Erfolg von Managed Services, denn trotz der schier unendlichen ­Möglichkeiten, die KI zu bieten hat, sei die Technologie kein Heilsbringer, so Harmel: „Die Aufgaben der IT-Teams werden sich künftig stärker auf die Bereiche strategische Planung und Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie das Übersetzen von Business-Anforderungen in IT-Plattform-­Anforderungen konzentrieren, während repetitive Aufgaben eher durch den Einsatz von KI automatisiert werden können.“ Insgesamt wird die Nachfrage nach KI-Lösungen in Unternehmen weiter steigen, wobei den MSP eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung und Implementierung dieser Lösungen zukommt. Für Harmel steht fest: „Ohne den Einsatz von KI geht bei den ­Managed Services heute nichts mehr.“

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