Frauen in der IT Chancengleichheit in der IT-Branche

Autor: Melanie Staudacher

Die Frau als Heimchen am Herd und der Mann als Brötchenverdiener: diese Zeiten sind vorbei. Dennoch arbeiten in der IT-Branche überwiegend Männer und Frauen fühlen sich oft ausgebremst. Kaspersky erläutert, wie IT-Unternehmen Frauen fördern können.

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Trotz Ausnahmen ist die IT-Branche weitestgehend von Männern dominiert.
Trotz Ausnahmen ist die IT-Branche weitestgehend von Männern dominiert.
(Bild: NDABCREATIVITY - stock.adobe.com)

Obwohl der Technologiesektor in der Arbeitswelt zu den vielversprechendsten Branchen gehört, ist er nach wie vor überwiegend männlich besetzt. Im Jahr 2018 veröffentlichte der Hersteller von Sicherheitslösungen Kaspersky die Umfrage „A study into why women are not entering cybersecurity“, die zeigte, dass nur 11 Prozent der Cybersecurity-Experten Frauen sind.

Im Februar 2021 führte Kaspersky erneut eine ähnliche Studie durch. Im „Women in tech report“ nahmen via Online-Umfrage 13.000 Menschen aus 19 Ländern teil, die in der IT-Branche arbeiten. Dabei war das Ziel herauszufinden, welche Unterschiede innerhalb der IT- und Technologie-Branche aufgrund des Geschlechts wahrgenommen werden und welche Auswirkungen die Pandemie auf die Berufsaussichten hat.

Homeoffice und Geschlechterrollen

Obwohl sich die klassischen Geschlechterrollen verändert haben, gaben mehr als sechs von zehn Müttern (63 %), die in der Tech-Branche arbeiten, an, seit Beginn der Pandemie im März 2020 mehr Hausarbeit und Kinderbetreuung übernommen zu haben als ihr Partner. Ebenfalls 60 Prozent der befragten Frauen sagten, dass sie den Großteil der Hausarbeit erledigen mussten. Lediglich 47 Prozent der Männer gaben dies an.

Infolgedessen glauben 47 Prozent der Frauen im Technologiesektor, dass ihr berufliches Fortkommen durch die Pandemie verzögert wurde. Dennoch stellten 46 Prozent der Befragten fest, dass die Gleichstellung der Geschlechter im Homeoffice erleichtert wurde, da alle Teams remote arbeiteten.

Frauen in der IT fördern

Grundsätzlich gaben 53 Prozent der Befragten an, dass die Zahl der Frauen in leitenden IT-Funktionen in ihrem Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist.

Dennoch bleibt, dass nur 10 Prozent der Studienteilnehmerinnen in einem mehrheitlich weiblichen Team arbeiten. In einem Team mit männlicher Mehrheit arbeiten 48 Prozent der befragten Frauen. Und 44 Prozent der Frauen glauben, dass Männer in ihrer Organisation schneller vorankommen als sie.

Laut Kaspersky braucht es für einen Wandel in der Geschlechterverteilung mehr weibliche Vorbilder. Um dies zu erreichen sollten Unternehmen aufzeigen, wie attraktiv die IT-Branche für Frauen sein kann. Dies sehen 42 Prozent der Studienteilnehmerinnen so und glauben, dass eine bessere Vermarktung der Berufe eine wichtige Maßnahme ist, um Frauen für die IT zu begeistern.

Des Weiteren sollten Unternehmen in neue Arbeitsmodelle und die Ausbildung von Frauen investieren. Gleichzeitig sollten sie eine inspirierende Arbeitsatmosphäre schaffen, die Frauen dazu ermutigt, ihr Potenzial zu entfalten und Vorbilder für andere zu sein.

National wie auch international gibt es Unternehmen und Organisationen, die sich dafür einsetzen, mehr Frauen in die IT zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel Girls in Tech, die Hackerschool und das Women's IT Network.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH