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Unter der neuen Leitung

Bytec liegt stabil auf Kurs

| Redakteur: Michael Hase

Die Hafeneinfahrt von Friedrichshafen am Bodensee, wo Bytec beheimatet ist.
Die Hafeneinfahrt von Friedrichshafen am Bodensee, wo Bytec beheimatet ist. (Bild: Tourist-Information Friedrichshafen)

Reinhold Egenter und Peter Schöbel zeichnen beim Friedrichshafener Distributor Bytec nach dem Tod von Firmengründer Matthias Bodry gemeinsam für die Geschäfte verantwortlich. Den Kurs des langjährigen „Kapitäns“ setzen die beiden fort.

Für Kunden, Partner und Mitarbeiter von Bytec hat nach dem Tod des Firmengründers Matthias Bodry eine neue Zeitrechnung begonnen. Innerhalb der vergangenen vier Monate haben die „neuen Kapitäne“ des Distributors aus Friedrichshafen, Reinhold Egenter und Peter Schöbel, am Kurs gefeilt und, um es vorwegzunehmen, daran nur marginale Korrekturen vorgenommen. Intern lag eine wesentliche Aufgabe auf der menschlich-psychologischen Ebene.

„Wir mussten den Mitarbeitern die Zuversicht geben, dass Bytec stabil aufgestellt ist und eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive besitzt“, berichtet Egenter im Gespräch mit IT-BUSINESS. Mittlerweile hat das Unternehmen sogar neue Arbeitsplätze geschaffen und drei Mitarbeiter sowie drei Auszubildende eingestellt.

Reinhold Egenter, Geschäftführer bei Bytec, plant den Ausbau des Software-Geschäfts.
Reinhold Egenter, Geschäftführer bei Bytec, plant den Ausbau des Software-Geschäfts. (Bild: Bytec)

Fachlich besteht eine Kernaufgabe Egenters darin, einerseits das Geschäft mit dem tradierten Partner Fujitsu, und andererseits das mit dem Hersteller Lenovo weiterzuentwickeln, der seit Herbst 2015 als zweiter großer Hardware-Anbieter zum Bytec-Portfolio gehört. Bei dem neueren Partner greift der Distributor teils auf Konzepte zurück, die er in der langjährigen Zusammenarbeit mit Fujitsu entwickelt hat. So verständigte sich Egenter mit Lenovo darauf, das erfolgreiche Service-Partner-Modell zu adaptieren. Für Fujitsu hat Bytec mittlerweile rund 1.400 Service-Partner geschult und zertifiziert, die deutschlandweit Server und PCs von Endkunden warten, im Störfall reparieren oder austauschen. Bei der Service-Abwicklung werden sie durch die Bodensee-Schwaben unterstützt.

Keine Kannibalisierung

Wert legt Egenter auf die Feststellung, dass Bytec die Kooperation mit Lenovo nicht auf Kosten des Fujitsu-­Geschäfts vorantreibt. „Es geht uns in erster Linie darum, die Abhängigkeit von einem ­Anbieter zu reduzieren.“ An einer Kannibalisierung könne der Distributor aber kein Interesse ­haben. Bei der Rekrutierung von Lenovo-Partnern konzentriert sich der Geschäftsführer daher primär auf Systemhäuser, mit denen der VAD bislang kein Hardware-Geschäft gemacht hat. Daneben gebe es ­allerdings einige Fujitsu-Reseller, die sich – ähnlich wie das Bytec getan habe – nach einem zweiten strategischen Hersteller um­sehen. „Uns ist natürlich lieber, diese Partner entscheiden sich für Lenovo als beispielsweise für Dell.“

Ergänzendes zum Thema
 
Distributor mit Wurzeln im Siemens-Channel

Die Entscheidung für die Partnerschaft mit Lenovo fiel in einem Jahr, in dem Bytec einen Umsatzrückgang von 14 Prozent hinnehmen musste. Die Erlöse sanken gegenüber 2014 auf 153 Millionen Euro. Grund dafür war das schwache Fujitsu-Geschäft, das im deutschen Markt zweistellig einbrach. Für die Solidität des Distributors sprach, dass er 2015 trotz Umsatzeinbußen profitabel blieb. Bereits 2016 gelang die Trendwende: Bytec wuchs erneut um rund neun Prozent. Das Lenovo-Geschäft sei stärker als erwartet angelaufen, erläutert Egenter. Zudem habe sich das Geschäft von Fujitsu generell stabilisiert. Im Channel sei der japanische Technologieriese zuletzt sogar leicht gewachsen.

Auf der Agenda des Informatikers steht außerdem der Ausbau des Software-Geschäfts. Dort legt der VAD seinen Schwerpunkt auf Datenbank-, Storage- und Backup-Anbieter wie IBM, Datacore, Open-E und NetJapan. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet die Friedrichshafener mit Big Blue. Auf Basis des Application Specific Licensing (ASL) vertreiben sie heute Software-Komponenten, die fest in Lösungen eingebunden werden. Als besonders interessant erachtet Egenter derzeit das Storage-Virtualisierungsprodukt SAN Volume Controller (SVC), das IBM unlängst ins ASL-Programm aufgenommen hat.

Er könne sich gut vorstellen, den ein oder anderen Software-Anbieter neu zu zeichnen, kündigt der Bytec-Chef zwar an. Sogleich macht der Distributionsprofi (siehe auch „Ergänzendes zum Thema“) aber deutlich, dass er Fokussierung für unerlässlich hält: „Wir werden uns stets auf eine überschaubare Liste von Herstellern konzentrieren.“ Nur so könne man deren Lösungen technologisch kompetent vermarkten.

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