Das erste Release seit der Übernahme Broadcom setzt mit dem VMware Cloud Foundation Update ein Zeichen

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Entlassene Mitarbeiter, enorme Preissteigerungen, wütende Kunden – seit der Übernahme von VMware durch Broadcom überschlagen sich die Negativschlagzeilen über den Software-Anbieter. Von Neuerung und Innovation war bisher nichts zu sehen. Es herrschte Stillstand. Nun ein erstes Lebenszeichen. Mit dem Update für „Cloud Foundation“ stand im Juni das erste Release seit der Akquisition an.

Simplifizierung des Angebots und der Marktzugang: „VCF“ soll ein Angebot für große und mittelgroße Kunden sein, mit dem hybride Cloud-Umgebungen möglich sind. Die „vSphere Foundation“ ist für mittelgroße und kleine Rechenzentren gedacht. (Bild:  VMware by Broadcom)
Simplifizierung des Angebots und der Marktzugang: „VCF“ soll ein Angebot für große und mittelgroße Kunden sein, mit dem hybride Cloud-Umgebungen möglich sind. Die „vSphere Foundation“ ist für mittelgroße und kleine Rechenzentren gedacht.
(Bild: VMware by Broadcom)

Im November 2023 hat Broadcom VMware übernommen. Seit dieser Akquisition herrscht viel Wirbel rund um den Software-Anbieter und seinen neuen Besitzer. Mehr als 1.200 VMware-Mitarbeiter wurden entlassen. Kunden beschweren sich über die Preisexplosion der VMware-Anwendungen. Laut Gartner steigen die Preise für manche Kunden um bis zu 300 Prozent und laut Forrester sogar um bis zu 600 Prozent.

Björn Brundert, Principal Technologist bei Broadcom, spricht über die kontroversen VMware-Lizenzen und das erste VMware-Update von Broadcom.(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Björn Brundert, Principal Technologist bei Broadcom, spricht über die kontroversen VMware-Lizenzen und das erste VMware-Update von Broadcom.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Ein Grund dafür ist der Wechsel von einem Perpetual-Lizenzmodell zu einem Subscription-Modell. Die Option auf Langzeitverträge für einzelne Anwendungen ist einem einem Abo-Modell für Software-Gesamtpakete gewichen. Björn Brundert*, Principal Technologist bei VMware, erklärt die neue Preiszusammensetzung so: „Ich kaufe nicht mehr fünf Jahre im Voraus, sondern ich kaufe im Endeffekt das, was ich für den Zeitraum brauche.“

Über Björn Brundert

Björn Brundert ist Principal Technologist CEMEA, arbeitet im „Office of the CTO“ und gehört somit zum erweiterten regionalen Führungsteam bei VMware, jetzt VMware by Broadcom. Seit er 2010 zu der Virtualisierungs-Company kam, hat er mit Unternehmen aus allen Branchen auf ihrem Weg der digitalen Transformation zu tun. Es kennt sich aus – von der Cloud-Infrastruktur bis hin zur modernen Anwendungsentwicklung und KI.

Er ist regelmäßiger Redner bei Branchenveranstaltungen, Benutzergruppentreffen und Meetups sowie anderen VMware-internen und öffentlichen Veranstaltungen. Brundert moderiert und hostet außerdem den offiziellen VMware-Podcast im deutschsprachigen Raum.

„Wir wollen keine Kunden verlieren“

Die neue Preispolitik geht auch mit der Veränderung der Produktpalette einher. Die VMware-Anwendungen sind nur noch in Software-Bundles erhältlich. Einige Anwendungen fielen sogar ganz weg. Im Fokus steht nun die Software-Bundles „vSphere“ und „VMware Cloud Foundation“ (VCF). „Das ist kein neues Produkt. Das ist die konsequente Weiterführung von dem, was wir vor sechs, sieben Jahren mit VCF gestartet haben“, sagt Brundert.

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Die Zusammenführung der Anwendungen soll laut Broadcom die Nutzung erleichtern, ein Schritt, den Broadcom aufgrund von Kunden-Feedback gegangen sein will. Dennoch beschweren sich viele vor allem kleinere Kunden über die jetzigen Softwarepakete, da sie so für Anwendungen zahlten, die sie gar nicht benötigten.

„Dass Broadcom im April alle Lizenzen storniert und nur ausgewählten VMware-Kunden ermöglicht habe, neue Lizenzen zu kaufen – das ist einfach falsch.“(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
„Dass Broadcom im April alle Lizenzen storniert und nur ausgewählten VMware-Kunden ermöglicht habe, neue Lizenzen zu kaufen – das ist einfach falsch.“
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Laut Brundert will Broadcom aber keinerlei Kunden benachteiligen und, oder gar verärgern: „Wir machen das ja nicht völlig blind und wollen keine Kunden verlieren. Das ist nicht Ziel der Aktivitäten.“ Er erläutert, dass es zwei Offerings gebe: „vSphere Standard“ und „vSphere Essentials Kit Plus“. Mit denen richte sich Broadcom an Unternehmen mit kleinen Umgebungen. „Das ist nur Basis-vSphere in einem begrenzten Rahmen.“

Cloud Foundation-Update zeigt die Richtung an

Einige Monate ließ Broadcom die VMware-Kunden bezüglich Neuerungen im Dunkeln. Im Juni veröffentlichte der Hersteller das erste VCF-Update. Laut Brundert gehört die Self-Service-Integration, neben Live-Patching und den unabhängigen Kubernetes-Updates, zu den wichtigsten Neuheiten. Durch diese Funktion können Organisationen ihre bestehenden vSphere-Umgebungen in das Cloud Foundation Lifecycle-Management importieren.

Vom 26. bis zum 29. August findet die „VMware Explore“ in Las Vegas statt. Nach diesen ersten Schritt, wird Broadcom es sich sicher nicht nehmen lassen während des Events die nächsten großen Neuerungen zu enthüllen.

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