Faltbare Displays in China AMOLED-Displays in China: Faltbar, dünn und immer günstiger

Von Michael Eckstein

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Chinesische Produzenten bekommen faltbare AMOLED-Technik offenbar immer besser in den Griff. Die Smartphone-Hersteller im Riesenreich setzen mittlerweile auch im mittleren Preissegment darauf. Die gestiegene Nachfrage drückt die Preise.

Vorbild Samsung: Immer mehr chinesische Smartphone-Hersteller setzen faltbare AMOLED-Displays ein – mittlerweile auch für Geräte der Mittelklasse.(Bild:  Samsung)
Vorbild Samsung: Immer mehr chinesische Smartphone-Hersteller setzen faltbare AMOLED-Displays ein – mittlerweile auch für Geräte der Mittelklasse.
(Bild: Samsung)

Faltbare Smartphones sind der letzte Schrei in China. Immer mehr Handyhersteller setzen darauf – auch, weil die Preise für faltbare AMOLED-Bildschirme purzeln. Längst ist das Falt-Portfolio nicht mehr nur auf das Premium-Segment beschränkt.

Und weil die Konkurrenz bei faltbaren Endgeräten steigt, wächst auch der Kostendruck für die chinesischen Handyhersteller, so dass sie immer mehr auf eine Strategie der Lokalisierung setzen. Sie bestellten ihre Displays immer häufiger bei chinesischen Produzenten, nicht im Ausland.

Große AMOLED-Hersteller sind chinesische Unternehmen

Sehr erfolgreich ist in letzter Zeit beispielsweise Visionox, der momentan zweitgrößte Hersteller von AMOLED-Bildschirmen in China. Global liegt Visionox auf Platz 3. Gerade hat die Firma einen weiteren Großauftrag von dem führenden chinesischen Handy-Produzenten Oppo erhalten, berichtet die chinesische Fachpresse.

Damit gesellt sich Oppo zu den bisherigen Kleinbildschirm-Kunden von Visionox, darunter etwa Vivo, Honor, Xiaomi, Huami, Nubia und Fitbit. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen bereits 30 Millionen Einheiten ausliefern und seine Produktion um 111,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Treiber-ICs: Architektur ohne RAM setzt sich durch

Bei den IC, die als Driver für AMOLED-Bildschirme genutzt werden, setze sich in China gerade eine neue Architektur ohne RAM durch, berichtet das Fachmedium Trendforce. Damit fallen die Preise weiter und die flexiblen AMOLED-Displays könnten schon bald ungefähr so günstig werden wie ihre starren Vorgänger, so Trendforce.

Immer mehr Handyhersteller bieten seit Anfang dieses Jahres im gehoben und nun auch schon im mittlere Preissegment faltbare Bildschirme an. Trotz der gegenwärtigen Abschwächung des Elektronikmarktes wächst daher die Markpenetration von AMOLED stetig weiter. Bei Handys lag sie sie 2021 bei 42 Prozent und wird dieses Jahr Prognosen zufolge 46 Prozent erreichen.

Noch dominieren südkoreanische Hersteller wie Samsung Display (SDC) oder LG Display den Weltmarkt. Doch mit etwa 20 neuen AMOLED-Produktionslinien, die in China gerade im Bau befindlich oder vor kurzer Zeit fertiggestellt worden sind, schreitet die Aufholjagd der Chinesen in diesem Bereich sehr schnell voran,

Auch andere chinesische Display-Hersteller konnten ihren AMOLED-Absatz seit Anfang dieses Jahres weiter steigern. Tianma hat 48 Milliarden Yuan (rund 6,7 Milliarden Euro) Unternehmen Vin die bislang größte Fabrik für solche Bildschirme in der ostchinesischen Hafenstadt Xiamen investiert. Seit August 2022 werden von dort aus AMOLED-Bildschirme an Kunden in aller Welt verschifft, berichtete kürzlich das chinesische Tech-Portal Jiwei.

AMOLED aus China: Preislich kaum zu schlagen

Das AM in AMOLED steht übrigens für „Active Matrix“. Jede LED stellt eine eigene Lichtquelle dar. Die Bildschirme können sehr dünn und sehr flexibel sein, was sie nicht nur für Handys, sondern auch für „Wearables“ immer beliebter macht. Und die chinesischen Produkte mögen vielleicht hier und da technisch noch nicht ganz so ausgereift sein, nicht ganz so flexibel etwa wie beispielsweise die südkoreanischen – doch beim Preis sind die Chinesen kaum zu schlagen.

Selbst Samsung, dessen Tochterfirma SDC ja selbst AMOLED anbietet, bezieht daher seit 2021 auch AMOLED-Displays der chinesischen Bildschirm-Produzenten BOE und TCL. Und die Zusammenarbeit ist offenbar erfolgreich. Hatte Samsung 2021 rund 800.000 Bildschirme in China eingekauft, so planen die Südkoreaner Presseberichten aus Seoul zufolge im laufenden Jahr schon 6,5 Millionen Stück in China einzukaufen.

Chinesische OLED-Hersteller holen auch technisch auf

Auch technisch machen chinesische Hersteller offenbar schnelle Fortschritte. Ein Beispiel ist hier TCL, das auf der „DisplayWeek 2022“ seinen „8-Inch“, um 360 Grad faltbaren Prototypen „PLP-LTPO“ vorgestellt hat.

Es ist eine ähnliche Technologie, wie sie auch von Samsung, BOE und Tianma entwickelt worden ist, berichtet OLEDIndustry. Die dicke Polarisierungsschicht herkömmlicher AMOLED-Bildschirme wird durch Farbfilter und eine schwarze Matrix ersetzt. TCL behauptet, seine neuen AMOLED-Displays könnten daher noch einmal um 20 Prozent dünner werden als andere und trotzdem 30 Prozent effizienter sein.

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Da auch andere chinesische Hersteller in rascher Folge neue AMOLED-Generationen vorstellen, lässt sich zusammenfassend beobachten, dass chinesische Display-Hersteller ihre Produktionskapazitäten inzwischen gut ausgebaut haben und sich nun zunehmend mit Hilfe technologischer Neuerungen an die Aufgabe machen, der südkoreanischen und auch japanischen Konkurrenz immer mehr Anteile des Weltmarktes abzunehmen.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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