Im Vorfeld der Computex stellt die AMD-Chefin Lisa Su die ersten Zen-5-CPUs für Desktop-Rechner und Notebooks vor. Die Ryzen-9000-Desktop-CPUs passen auf bestehende AM5-Boards, die Mobile-CPUs warten mit bis zu 12 Cores und einer starken NPU auf.
Die unter dem Namen Strix entwickelten Mobilprozessoren der Ryzen-AI-300-Serie von AMD verfügen über eine NPU mit einer Leistung von 50 TOPS und übertreffen damit die Anforderungen von Microsoft an einen Copilot+-Rechner. Die Familie besteht zum Start aus zwei Mitgliedern: Ryzen AI 9 HX 370 mit 12 Cores und AMD Ryzen AI 9 365 mit 10 Cores.
(Bild: AMD)
Bei der ersten Runde der von Microsoft forcierten neuen Kategorie der Copilot+-PCs, die allerdings derzeit nur aus Mobilrechnern besteht, gehen Intel und AMD leer aus, da hier die Leistung der NPUs für KI-Workloads zu niedrig ist. Das Rennen macht stattdessen Qualcomm mit den Snapdragon-X-Prozessoren auf ARM-Basis. Bei ihrer Computex-Keynote hat AMD-CEO Dr. Lisa Su nun die Mobilprozessoren der Serie Ryzen AI 300 präsentiert, die laut dem Hersteller über eine führende KI, Rechenleistung und Grafik verfügen sollen. Die bislang unter dem Namen Strix oder Strix Point bekannten CPUs sind AMDs erste Mobile-CPUs mit Zen-5-Cores, die eine höhere Rechenleistung pro Takt liefern sollen. Die Strix-Point-Familie besteht zum Start aus den Prozessoren Ryzen AI 9 HX 370 mit 12 Cores und Ryzen AI 9 365 mit 10 Cores. Dabei nutzt AMD wieder einen Mix aus Zen-5- und Zen-5c-Cores mit kleinerem Cache.
Bei der Anzahl der Kerne zieht AMD mit den Snapdragon-X-Prozessoren gleich, bietet aber dank SMT 24 beziehungsweise 20 Threads. Bei den Vorgängern der Ryzen-8000-Serie (Hawk Point) waren acht Cores und 16 Threads das Maximum. Zusätzlich ist bei Strix Point die Größe des L3-Cache auf 36 beziehungsweise 34 MB gestiegen, 50 Prozent mehr als bei Hawk Point. Die XDNA-2-NPU leistet 50 statt der 16 TOPS der XDNA1-Engine und überholt damit die KI-Einheit der Qualcomm-CPUs mit ihren 45 TOPS.
Modell
Cores / Threads
Boost- / Basis- Frequenz
Cache
GPU
cTDP
NPU
AMD Ryzen AI 9 HX 370
12 / 24
5,1 GHz / 2,0 GHz
36 MB
Radeon 890M
15-54 Watt
Ja (50 TOPS)
AMD Ryzen AI 9 365
10 / 20
5,0 GHz / 2,0 GHz
34 MB
Radeon 880M
15-54 Watt
Ja (50 TOPS)
Auch an der Leistung der integrierten RDNA-3.5-GPUs Radeon 890M beziehungsweise 880M will AMD noch geschraubt haben und verspricht eine 3D-Performance auf dem Niveau der aktuellen Spielekonsolen. Trotzdem sollen Notebooks mit Ryzen-AI-300-Prozessoren eine lange Akkulaufzeit schaffen.
Als erste OEM-Partner für Strix-Point-Notebooks nennt AMD die Hersteller Acer, ASUS, HP, Lenovo and MSI. Die ersten Geräte sollen bereits im Juli auf den Markt kommen.
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Ryzen 9000
Auf ihrer Keynote hat die AMD-Chefin auch den Vorhang über den Ryzen-9000-Prozessoren für Desktop-PCs gelüftet. Die Granite-Ridge-Prozessoren, so der Codename, lösen die Ryzen-7000-Prozessoren (Raphael) ab. Die CPU-Chiplets enthalten bei ihnen weiterhin insgesamt bis zu 16 Cores, allerdings nun mit Zen-5-Architektur. Ein verbessertes Frontend für eine genauere und schnellere Sprungvorhersage sowie breitere Pipelines und Vektoreinheiten sollen für eine im Schnitt um 16 Prozent höhere Leistung der CPU-Cores sorgen. Zudem verdoppelt sich laut AMD die KI- und AVX512-Performance. Eine NPU ist bei den Ryzen-9000-Desktop-Prozessoren allerdings nicht an Bord.
Zunächst bringt AMD im Juli vier Prozessoren auf den Markt:
Modell
Cores / Threads
Boost- / Base-Frequenz
Cache
PCIe
TDP
AMD Ryzen 9 9950X
16 / 32
5,7 GHz / 4,3 GHz
80MB
Gen 5
170W
AMD Ryzen 9 9900X
12 / 24
5,6 GHz / 4.4 GHz
76MB
Gen 5
120W
AMD Ryzen 7 9700X
8 /16
5,5 GHz / 3,8 GHz
40MB
Gen 5
65W
AMD Ryzen 5 9600X
6 / 12
5,4 GHz / 3,9 GHz
38MB
Gen 5
65W
Beim Top-Modell 9950X hat sich die Thermal Design Power mit 170 gegenüber dem Vorgänger nicht verändert. Die anderen drei Modelle sind sparsamer geworden: Der Zen-4-Prozessor Ryzen 7 7900X ist mit ebenfalls 170 Watt, Ryzen 7 7700X und Ryzen 5 7600X mit 105 Watt TDP spezifiziert.
Die neuen Prozessoren arbeiten nach einem BIOS-Update prinzipiell auf existierenden Sockel-AM5-Mainboards mit Chipsätzen der 700er-Serie. Die meisten Hersteller haben bereits entsprechende BIOS-Versionen für ihre Platinen bereitgestellt. Trotzdem hat AMD für die neuen CPUs mit dem X870E und dem X870 auch neue Chipsätze entwickelt. Der Hersteller verspricht höhere Taktraten für DDR5-Speicher und hat die USB-4-Unterstützung zum Standard-Feature gemacht.
AMD verspricht für die AM5-Plattform eine Unterstützung über das Jahr 2027 heraus. Für die Vorgängerplattform AM4 bringt der Hersteller mit dem 16-Kerner Ryzen 9 5900XT und dem 8-Kerner Ryzen 7 5800XT sogar noch zwei neue Prozessoren.
Ausblick auf Epyc Turin
Schließlich gab Dr. Lisa Su sogar noch einen Ausblick auf einen neuen Epyc-Prozessor den AMD unter dem Codenamen Turin entwickelt hat und der im zweiten Halbjahr offiziell vorgestellt werden soll. Die Zen-5-CPU verfügt über bis zu 192 Cores und 384 Threads. Sie soll in den Sockel SP5 passen und kompatibel zu den aktuellen Epyc-Prozessoren der vierten Generation (Genoa) mit bis zu 128 Cores sein. Ob bei Turin Zen-5- oder Zen-5c-Cores zum Einsatz kommen, ließ die AMD-Chefin bei ihrem Ausblick offen.
Stand: 08.12.2025
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