Interview zur Zukunft der Chip-Branche

AMD-Prokurist Zehethofer: „Es gab immer Gespräche mit Mediamarkt“

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ITB: Jochen Polster hat AMD verlassen. Sie sind nur interimsweise auf dem Chefsessel. Wie geht es weiter?

Zehethofer: Jochen Polster war Geschäftsführer der deutschen AMD GmbH und Director Marketing für EMEA. Ich bin schon seit längerem Prokurist der GmbH und habe eine Aufgabe als Director OEM Sales für EMEA, die mich ausfüllt und Freude bereitet. Außerdem gibt es noch zwei weitere Geschäftsführer, auch wenn diese nicht direkt hier in Deutschland angesiedelt sind. Kurzum: So ein Management-Wechsel ist keine Besonderheit, und wenn wir einen Nachfolger einsetzen, werden wir das mitteilen.

ITB: Welche Entwicklungen bestimmen aus Ihrer Sicht den Halbleitermarkt der Zukunft?

Zehethofer: Ich sehe hier drei besonders bestimmende Trends: Den Trend zum „Fabless“-Halbleiterunternehmen, neue Wege bei der intelligenten Verwendung von Silizium und höhere Produktvariationen. Den Schritt hin zu Fabless, also ohne selbst betriebene Fertigungsstätten, sind wir auf einer Aktionärsversammlung im Februar dieses Jahres gegangen. Inzwischen ist die Fertigung an das Unternehmen „Global Foundries“, ein US Unternehmen mit Fertigungsstätten in Dresden, ausgelagert worden, die von AMD und ATIC betrieben werden. ATIC ist eine technologieorientierte Investment-Firma aus Abu Dhabi. ATIC ist für seine langfristigen Investitionen bekannt. Was die intelligentere Verwendung von Silizium angeht, meine ich damit beispielsweise, dass die Rechenleistung der Graphikprozessoren immer dann ausgenutzt wird, wenn es sinnvoll ist. Also auch beispielsweise im Bereich der Videokodierung oder auch bei der Beschleunigung von Grafikbearbeitungs-Software. Wir bieten hier ein kostenloses Software-Plug-in für Clients, die so bestimmte Programme beschleunigen. Diesen Video-Converter finden sie kostenfrei unter dem Namen ATI Avivo im Netz. Das kann viel bringen: Bei einem Microsoft-Betriebssystem mit 32-Bit-Architektur läuft die Videokodierung so beispielsweise bis zu 17 Mal schneller. Durch eine höhere Spezialisierung, also letztlich mehr Variationen im Bereich der Prozessoren, erhöhen wir zudem den Kundennutzen. Bei den Servern unterscheiden wir beispielsweise zwischen Energy Efficient, High Performance und Standard. Im Desktop-Bereich gibt es neben dem Standard auch Energy-Efficiency-Varianten, und im Notebook-Segment unterscheiden wir zwischen Mainstream und Ultrathin.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die ersten Projekte mit „Global Foundries“ liefen.

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