CES 2022 Alder Lake für Notebooks und Mainstream-PCs

Von Klaus Länger

Die Alder-Lake-Welle rollt voran: Anlässlich der CES präsentiert Intel weitere Modelle des Prozessors für Mobilrechner und für Desktop-PCs. Bei den PC-Prozessoren verzichtet der Hersteller teilweise auf die sparsamen E-Cores.

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Eine der CES-Neuheiten von Intel ist der Alder Lake H. Der 45-Watt-Chip bietet bis zu sechs P- und acht E-Cores. Er ist für Gaming- oder Creator-Notebooks bestimmt.
Eine der CES-Neuheiten von Intel ist der Alder Lake H. Der 45-Watt-Chip bietet bis zu sechs P- und acht E-Cores. Er ist für Gaming- oder Creator-Notebooks bestimmt.
(Intel Corporation)

Intel nutzt die CES zur Vorstellung weiterer Alder-Lake-Prozessoren. Im vergangenen Jahr kamen zunächst nur die übertaktbaren K-Modelle für leistungsstarke Desktop-Rechner auf den Markt. Nun folgte die offizielle Präsentation weiterer PC-Prozessoren mit Sockel 1700 und die leistungsstarken Alder-Lake-H-Prozessoren für Gaming- und Creator-Notebooks. Da etliche Hersteller Mobilrechner mit den sparsameren Alder-Lake-P- und U-CPUs zeigen, verrät Intel auch Details zu diesen Prozessormodellen.

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Alder Lake für Mobilrechner

Mit seiner hybriden Architektur aus schnellen P- und sparsamen E-Cores auf Atom-Basis ist Alder Lake im Prinzip eine ideale CPU für Mobilrechner. Schließlich arbeiten auch praktisch alle leistungsfähigen ARM-SoCs mit der Kombination unterschiedlicher Kerne. Die schnellsten Mobile-CPUs von Intel sind die mit großer Fanfare präsentierten Alder-Lake-H-Modelle. Im Gegensatz zu den Desktop-CPUs sind die Core-H-Prozessoren der 12. Generation allerdings mit maximal sechs statt bis zu acht P-Cores ausgestattet. Die Höchstzahl der E-Cores liegt wie bei den Desktop-Varianten bei acht. Die dadurch gewonnene Fläche investiert Intel in eine stärkere Xe-Grafikeinheit mit bis zu 96 Ausführungseinheiten (EUs) – statt der 32, wie in den Desktop-CPUs.

Allerdings wird die überwiegende Mehrzahl der Alder-Lake-H-Notebooks mit einem zusätzlichen Grafikchip kommen. Denn diese Geräte sind primär für Gamer oder für anspruchsvolle Anwender aus der Kreativsektor bestimmt, wenn es sich nicht gleich um mobile Workstations handelt.

Für die Anbindung der zusätzlichen Nvidia-, AMD- oder zukünftig auch Intel-Grafik stellt die CPU acht PCIe-4.0-Lanes bereit. Der Vorgänger Tiger Lake H45 bot noch 16 PCIe-4.0-Lanes. Allerdings sollte die Bandbreite bei Alder Lake immer noch gut ausreichen, um die Grafikkarte nicht auszubremsen.

Beim Speicher werden DDR4 und DDR5 unterstützt und zwar sowohl steckbare SO-DIMMs, als auch Low-Power-Chips, die auf das Mainboard gelötet werden. Die Base Power von Alder Lake H liegt bei 45 Watt. Allerdings kann die Leistungsaufnahme im Turbo-Boost kurzzeitig auf bis zu 115 Watt klettern, wenn das Notebook genügend Kühlleistung zur Verfügung stellt. Die Core-i9-Versionen i9-12900HK und i9-12900H verfügen ebenso wie die beiden schnellsten Core-i7-Modelle über insgesamt 14 Cores und 20 Threads. Sie erreichen aber einen höheren Turbo-Takt von 5 GHz. Den Einstieg markiert das i5-12450H-Modell mit vier P- und vier E-Cores.

Während Alder Lake H bei Intel bereits offiziell gelistet ist, wurden die P- und U-Varianten noch nicht offiziell angekündigt. Nachdem einige Hersteller allerdings bereits Notebooks oder Convertibles als CES-Neuheiten präsentiert haben, hat Intel wenigstens Folien mit den technischen Daten der Prozessoren veröffentlicht.

Alder Lake P schließt als neue Mainstream-Kategorie für 14- bis 17-Zoll-Notebooks die Kluft zwischen den H-Modellen mit 45 Watt und den sparsamen U-Prozessoren. Mit Tiger Lake H35 hat Intel das bereits einmal versucht, aber ohne große Resonanz bei den Herstellern, da der Leistungsgewinn gegenüber der Basis Tiger Lake U eher bescheiden war. Alder Lake P ist dagegen von Tiger Lake H abgeleitet, allerdings mit einer niedrigeren Base Power von 28 Watt und maximal 64 Watt im Turbo Modus. Das Spitzenmodell Core i7-1280P verfügt ebenso wie die schnellsten Alder-Lake-H-Modelle über insgesamt 14 Cores, allerdings bei maximal 3,6 GHz Turbo-Takt. Die Core-i5-Modelle arbeiten mit einer weniger leistungsstarken Xe-Grafik mit 80 EUs. Der Core i3-1220P muss mit zwei P- und acht E-Cores und einer Grafik mit 64 EUs auskommen.

Bei den Core-U-Modellen mit 15 oder 9 Watt Base Power ist die Zahl der P-Cores generell auf zwei limitiert. Hier erfolgt die Differenzierung über die Zahl der E-Cores und die Leistung der integrierten Xe-GPU. Zudem bringt Intel noch Celeron- und Pentium-Varianten mit nur einem P-Core und vier E-Cores.

Die Anforderungen der Evo-Zertifizierung werden mit Alder Lake angepasst. Verpflichtend sind nun WiFi 6E mit der Intel Connectivity Performance Suite und eine Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen für Videokonferenzen. Die Webcam soll nun mindestens Full-HD-Auflösung liefern. Neu ist Intel Evo für Notebooks mit Core-H-Prozessoren. Hier ist der Einsatz einer Intel-Arc-GPU verpflichtend. Zudem wird es eine Evo-Spezifikation für Geräte mit Faltdisplay geben. Der vPro-Standard für Notebooks und Desktop-PCs wird in zwei Stufen aufgeteilt: Essentials für Geräte Small-Business-Geräte und Enterprise für den Einsatz in Unternehmen mit höheren Anforderungen an das Geräte-Management. Evo und vPro können auch kombiniert werden. Zudem kommt vPro Enterprise für Chromebooks.

Alder Lake S: Desktop-CPU für den Massenmarkt

Für Desktop-Rechner präsentierte Intel eine fast unüberschaubare Anzahl von 22 neuen Alder-Lake-Prozessoren für den Sockel 1700, von denen etliche bereits verfügbar sind. Hybrid-Prozessoren sind dabei nur die Core-i9- und die Core-i7-Modelle mit jeweils acht P- und acht beziehungsweise vier E-Cores. Bei den Core-i5- und Core-i3-CPUs sowie bei Pentium Gold und Celeron verzichtet Intel auf die sparsamen E-Cores. Die Core-i5-Modelle bieten sechs Cores und 12 Threads, die Core i3-Prozessoren vier Cores und acht Threads. Pentium und Celeron müssen mit zwei Cores und Hyperthreading auskommen. Neben den Prozessoren mit UHD-Grafik und einer abgespeckten Xe-Grafikeinheit bietet der Hersteller wieder die etwas günstigeren F-Modelle mit deaktivierter GPU an. Zudem gibt es neben den Alder-Lake-S-Prozessoren mit maximal 65 Watt Base-Power eine Reihe von T-Modellen mit verringerter Taktrate und auf 35 Watt reduzierter Leistungsaufnahme. Gegenüber Rocket Lake verspricht Intel eine erhebliche Leistungssteigerung vor allem bei den Hybrid-CPUs aber auch bei den Prozessoren ohne E-Cores. Hier macht sich neben der verfeinerten Architektur vor allem der Umstieg vom 14- auf das verbesserte 10-nm-Produktionsverfahren bemerkbar.

Für höherklassige Consumer-PCs kommt der H670-Chipsatz mit gegenüber dem Z690 verminderten Übertaktungsoptionen und langsameren USB-Ports, für Business-Rechner der B660 und für günstige PCs der H610. Letzterem fehlt die PCIe-4.0-Unterstützung.

Zu den CES-Neuheiten gehören ferner drei Prozessorkühler für Alder-Lake-Desktop-CPUs, die nun auch separat ohne die CPU erhältlich sein werden.

Intel Arc: Zunächst nur für Notebooks

Die diskreten Arc-GPUs, die Intel unter dem Codenamen Alchemy entwickelt, kommen in diesem Quartal nur in Varianten für Mobilrechner auf den Markt. Viele Details verrät Intel bisher aber nicht. Die GPUs sollen Hardware-Raytracing beherrschen und mit Deep Link eine Technik bieten, um Leistung und Stromverbrauch im Zusammenspiel mit einer passenden Core-CPU auszubalancieren. Deep Link Hyper Encode soll die gleichzeitige Nutzung von integrierter Xe-Grafik und Arc-GPU für das Video-Encoding ermöglichen. Mit XeSS gibt es zudem eine eigene, AI-unterstützte Supersampling-Technologie. Laut Intel haben bereits viele Spieleentwickler zugesagt, die Technik in ihren Games zu adaptieren.

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