Local versus global Player

Wortmann nimmt es mit den großen Herstellern auf

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ITB: Mitunter wird Wortmann gerne mit der Maxdata AG verglichen, die auch als vergleichsweise kleiner Player in Deutschland produzierte und sich einen ähnlich treuen Fachhandelskanal heranzüchtete. Allerdings mündete die lange Maxdata-Geschichte in einer spektakulären Insolvenz. Den Vergleich werden Sie daher lieber scheuen, oder?

Wortmann: Mag sein, dass Maxdata auch ein gutes Standing im Fachhandel hatte. Ich sehe jedoch einen ganz gravierenden Unterschied: Wir sind stets auf dem Boden geblieben und langsam gewachsen. Wenn Sie sich hingegen die Maxdata-Historie anschauen, werden Sie feststellen, dass nach dem Börsengang sehr viel Geld verbrannt wurde, indem auf sehr schnelles Wachstum gesetzt wurde.

ITB: Wortmann ist zwar eine AG, aber nicht publikationspflichtig, weil die Aktien nicht an der Börse gehandelt werden. Welche Zahlen können Sie uns zur Unternehmensentwicklung und -lage verraten?

Wortmann: Seit der Firmengründung vor fast 25 Jahren sind wir profitabel, auch wenn wir keine genauen Zahlen veröffentlichen. Ich kann Ihnen zumindest Angaben zum Umsatzwachstum machen: 2009 legten wir um 12 Prozent zu, 2010 wird es sogar auf 20 Prozent hinauslaufen.

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ITB: Monitore, die aufgrund ihrer Größe und einer DVI-Schnittstelle als CE-Ware gelten, werden mit 14-prozentigen Einfuhrzöllen belegt, wenn sie aus dem asiatischen Raum eingeführt werden. Daher rechnete es sich teilweise, die Geräte hierzulande zusammenzusetzen. Hier soll es Änderungen geben. Würden Sie bitte die Rechtslage und die Konsequenzen für Wortmann erläutern?

Wortmann: Bisher werden diese Einfuhrzölle ab einer Display-Größe von 22-Zoll erhoben, wenn das Gerät einen DVI-Anschluss hat und damit gut als Fernseher genutzt werden kann. Demnächst wird es erst ab 24 Zoll der Fall sein. Das wirkt sich natürlich auf den europäischen Wettbewerb aus. Die Folge wird sein, dass es sich für uns nicht mehr rentieren wird, 22-Zoll-Geräte hierzulande zu fertigen, das muss man ganz realistisch so sehen. Allerdings steigt die Nachfrage nach 24-Zöllern in diesem Marktsegment. Daher werden wir künftig entsprechend der Nachfrage einfach mehr 24-Zoll-Displays verbauen. An der Fertigung in Deutschland wird die Neuregelung also nichts ändern.

Ob Siegbert Wortmann auch mal bei Retailern oder im Supermarkt verkaufen will, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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