Fsas Technologies Summit 2025 Fsas setzt auf Digitale Souveränität

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Digitale Souveränität war eines der Themen, die Fsas beim Summit in der Vordergrund stellte. Das Unternehmen will die Stärken für weiteres Wachstum nutzen: Große, kompetente Teams für Channel und Consulting, Innovation bei Produkten, Fokus auf Nachhaltigkeit.

Digitale Souveränität wird bei Fsas groß geschrieben: Santosh Wadwa betont in seiner Keynote die Identität von Fsas als japanischem Unternehmen mit deutsch-japanischem Wertesystem.(Bild:  Patrick Pollmeier)
Digitale Souveränität wird bei Fsas groß geschrieben: Santosh Wadwa betont in seiner Keynote die Identität von Fsas als japanischem Unternehmen mit deutsch-japanischem Wertesystem.
(Bild: Patrick Pollmeier)

Den Slogan „Wir sind die Schweiz der IT“ verwendete Santosh Wadwa bereits vor einem Jahr bei den letzten Fujitsu Experience Days vor der Namensänderung. Seinerzeit allerdings noch bebildert mit Kühen vor einem Alpenpanorama. Dieses Jahr, beim ersten Fsas Technologies Summit mit etwa 1.600 Besuchern, war ein Bernhardiner der Blickfang, der wohl die deutschen Unternehmen aus der US-amerikanischen Abhängigkeit retten soll.

In seiner Keynote betonte Wadwa, inzwischen als Vice President und Head of Platform Business Germany für das gesamte Infrastruktur- und Datacenter-Lösungsgeschäft bei Fsas Technologies Deutschland verantwortlich, die Unabhängigkeit seiner Firma als japanischem Unternehmen mit einem deutsch-japanischen Wertesystem. „Donald Trump macht durch seine Politik Werbung für Fsas Technologies“, sagt der Deutschlandchef dazu und erklärt, dass er bei den Kunden ein gestiegenes Bedürfnis nach Digitaler Souveränität und nach Open-Source-Lösungen sehe. Die in Österreich entwickelte VMware-Alternative Proxmox sei hier ein gutes Beispiel, die auch von Fsas unterstützt werde. Für softwarebasierte Object-Storage-Lösungen kooperiert das Unternehmen zukünftig mit dem Open-Source-Anbieter MinIO und für die hybride Cloud mit Ionos. Auf der anderen Seite pflegt Fsas seine langjährigen Partnerschaften mit US-Firmen wie Microsoft und NetApp weiter. „Fsas kann beide Welten bedienen: offen und proprietär“, betont Wadwa und verweist in diesem Zusammenhang auf den Managed-Maintenance-Service von Fsas, der Wartungs- und Serviceprozesse der IT-Infrastruktur unterschiedlicher Hersteller bei Fsas bündelt, was Zeit und Kosten sparen soll.

Fsas Technologies Summit 2025
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Eigenständige Prozessorentwicklung für Souveränität und Nachhaltigkeit

Unabhängigkeit in Kombination mit Nachhaltigkeit ist bei Fsas auch ein Hardware-Thema. Mit Monaka entwickelt die japanische Mutter Fujitsu einen ARM-Prozessor, der bestimmte KI-Aufgaben deutlich effizienter erledigen könne als GPUs. Der Chip soll 2027 in Serie gehen. Passende Plattformen werde es dann auch von Supermicro geben, verspricht der Fsas-Deutschlandchef. Mit Supermicro gibt es schon jetzt eine globale Kooperation, in deren Rahmen Fsas nun Supermicro-Server anbieten wird, vor allem GPU-Server für KI-Anwendungen, und für diese auch den Support übernimmt. Für mehr Nachhaltigkeit durch geringeren Stromverbrauch sollen ab Oktober die flüssigkeitsgekühlten Primergy-Server der Greenline-Serie sorgen. Zudem sollen sämtliche Ersatzteile über mehr als fünf Jahre hinweg verfügbar sein. Damit sind die Server länger nutzbar, was der Umwelt zu Gute komme.

Fortschritte bei Private GPT

Die Primergy-Marke konnte in München ihren 30. Geburtstag feiern. Primergy-Server bilden auch die Basis für die im vergangenen Jahr vorgestellte Private-GPT-Lösung für das eigene Rechenzentrum, das Unternehmen und Institutionen ein Plus bei der Digitalen Souveränität verschaffen soll. „KI muss für den europäischen Raum fair und verlässlich sein“, stellt Wadwa dazu fest. Laut Alex Ulbricht, AI Evangelist bei Fsas, hat Private GPT seit dem Launch erheblich an Funktionen zugelegt. So gibt es beispielsweise dynamisches Chunking, um die Kontextrelevanz zu erhöhen, Single Document Chat mit bis zu drei Dokumenten in einer Session, vordefinierte Chat-Szenarien und Audiofiles als Quellen. Zudem nutzt die Lösung nun Mistral direkt ohne den Umweg über Sauerkraut, da die deutsche Sprachunterstützung so schon gut genug ist und Änderungen im Modell schneller implementiert werden können.

Fortschritt bei Quantencomputern

Fsas macht laut Santosh Wadwa erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Quantentechnologie und hat gemeinsam mit dem Forschungsinstitut RIKEN einen supraleitenden 256-Qubit-Quantencomputer entwickelt. Der Sprung von 64 auf 256 Qubits ermöglicht das Lösen komplexerer Probleme wie etwa die Analyse größerer Moleküle sowie die Implementierung komplexer Fehlerkorrekturalgorithmen. In Zukunft soll eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Quanten- und klassischen Computern möglich werden.

In Japan hat der Mutterkonzern Fujitsu die Entwicklung eines 256-Qubit-Quantencomputers geschafft.(Bild:  Fsas Technologies)
In Japan hat der Mutterkonzern Fujitsu die Entwicklung eines 256-Qubit-Quantencomputers geschafft.
(Bild: Fsas Technologies)

Also statt Siewert & Kau

Den durch den Wegfall des Client-Geschäfts gesunkenen Channel-Anteil am Umsatz will Wadwa wieder auf 70 Prozent bringen. Dafür zuständig sind mit ihren Teams Maik Homscheid, der sich unter anderem um kleinere Partner und Distribution kümmert, und Julius Berger, in dessen Verantwortung die strategischen Top-Partner fallen (v.l.).(Bild:  Patrick Pollmeier)
Den durch den Wegfall des Client-Geschäfts gesunkenen Channel-Anteil am Umsatz will Wadwa wieder auf 70 Prozent bringen. Dafür zuständig sind mit ihren Teams Maik Homscheid, der sich unter anderem um kleinere Partner und Distribution kümmert, und Julius Berger, in dessen Verantwortung die strategischen Top-Partner fallen (v.l.).
(Bild: Patrick Pollmeier)

Für den Channel gab es beim Münchener Summit ebenfalls Neuigkeiten: Also löst die insolvente Siewert & Kau als dritten Fsas-Distributor ab. Wie Wadwa ausführte, wird der seit 2023 ruhende Distributionsvertrag mit Also zum ersten August wieder reaktiviert. Die Partner müssen sich dabei nicht an neue Ansprechpartner gewöhnen, da das Fsas-Team von Siewert & Kau praktisch komplett zum Soester Distributor wechselt. Es ist dort Teil einer eigenen Business-Unit für den Hersteller.

Den durch das Client-Aus gesunkenen Channel-Anteil will Fsas dieses Jahr wieder auf 70 Prozent steigern: Den Fsas-Partnern sollen dabei Vergünstigungen wie ein Neukundenbonus, ein einfaches Partnerprogramm und die etwa 600 Mitarbeiter im Vertrieb helfen – deutlich mehr als bei den Mitbewerbern. Auf die etwa 110 Consultants können Systemhäuser über den Distributor Bytec zugreifen.

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