Ticketsysteme, Wissensdatenbanken, Chatbots Wie KI das Systemhausgeschäft auf den Kopf stellen wird

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz sickert in Unternehmensprozesse im Allgemeinen und Bildschirmarbeit im Besonderen ein. MKS-Vorstand Michael Kempf sieht sein ERP-Unternehmen für den Zeitenumbruch im Systemhausgeschäft gewappnet.

Dank KI werden aktuelle Ticketsysteme in absehbarer Zukunft ziemlich veraltet anmuten.(Bild:  KI-generiert)
Dank KI werden aktuelle Ticketsysteme in absehbarer Zukunft ziemlich veraltet anmuten.
(Bild: KI-generiert)

Der Einfluss Künstlicher Intelligenz wird in den kommenden Jahren deutlich anziehen, weil KI nahezu alle Prozesse in Unternehmen unterstützen kann. Michael Kempf, Vorstand beim ERP-Hersteller MKS ist vor diesem Hintergrund davon überzeugt, dass sich die ERP- und BI-Branche erst am Beginn der KI-Entwicklung befindet. „Künstliche Intelligenz wird insbesondere dann breite Akzeptanz finden, wenn ihr Nutzen für den Menschen klar und unmittelbar erkennbar ist“, so Kempf. Folglich wird der Einfluss von KI sukzessive zunehmen und sowohl die Weiterentwicklung von Funktionen als auch die Integration neuer Module grundlegend prägen. Hinzu kommt, dass mit dem Aufkommen neuer technologischer Ansätze wie IoT (Internet der Dinge) oder der Blockchain die ERP-Systeme in andere, weitere Bereiche integriert werden können. KI wird das alles begleiten.

Prozesse auf dem Prüfstand

Michael Kempf, Vorstand, MKS(Bild:  nicoandersohn film und bild)
Michael Kempf, Vorstand, MKS
(Bild: nicoandersohn film und bild)

Für sein Unternehmen, MKS bedeute dies, dass intern bei allen anstehenden Prozessen – sowohl in der eigenen Organisation als auch in der Softwareentwicklung – mittlerweile stets geprüft wird, ob und wie Künstliche Intelligenz eingesetzt werden kann. „Ein Beispiel dafür ist unser Modul DocAI, das die automatische Verarbeitung von Kreditorenrechnungen ermöglicht. Damit wird diese Lösung auch für kleinere und mittlere Unternehmen realisierbar und erschwinglich“, so Kempf.

Neue Impulse bei der Dokumentation

Ein weiteres Beispiel für zu auszuschöpfende KI-Potenziale sei der Einsatz bei der Dokumentation und Wissensaufbereitung durch Techniker vor Ort.Hier kann ein Techniker mithilfe der KI seine Notizen im Ticket-System erfassen, aus denen wiederum automatisiert ein strukturierter Fließtext erstellt wird. Dieser Text wird dann nicht nur ins Ticket übernommen, sondern auch mit Schlagworten versehen und in eine Wissensdatenbank eingepflegt. Auf diese Weise reichert die KI den Text an und filtert automatisch die Informationen, die für die interne Nutzung und für die Kunden relevant sind. „So entsteht eine zweigeteilte Wissensdatenbank, die sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter optimal nutzbar ist. Auf dieser Basis lässt sich auch ein KI-gestützter Chatbot entwickeln, der Kundenanfragen anhand der Wissensdatenbank beantworten kann“, führt der MKS-Vorstand aus.

Das Tagesgeschäft ändert sich

Viel Potenzial sieht Kempf vor allem in KI-gesteuerten Funktionen, die es beispielsweise ermöglichen, automatisch Angebote, Programme oder andere Dienstleistungen allein durch Sprachsteuerung zu erstellen. „Solche Entwicklungen stehen zwar erst am Anfang, aber die Tendenz lässt darauf hoffen, dass der Einsatz solcher Funktionen in absehbarer Zeit realisierbar ist“, sagt der Manager. Ohnehin könne man die derzeitigen und weitere Entwicklungen im Zusammenhang mit KI durchaus mit den frühen Entwicklungsphasen beim Internet vergleichen: So konnte sich im Jahr 2000 kaum jemand vorstellen, welche Bedeutung das Internet einmal haben würde und wie es unsere Welt verändern würde. „Ähnlich stehen wir nun bei KI vor einem gewaltigen Transformationsprozess, ich würde sogar von einem Umbruch sprechen, der unsere Art zu arbeiten und zu kommunizieren tiefgreifend beeinflussen wird“, antizipiert Kempf.

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