Definition Was ist Smart Metering?

Autor / Redakteur: Laimingas / Dr. Andreas Bergler

Smart Metering bezeichnet die digitale Messung und Steuerung des Verbrauchs und der Zufuhr hauptsächlich von Elektrizität. Bei Großkunden ist das Verfahren bereits seit den 1990er Jahren im Einsatz, für private Verbraucher etwa seit 2010.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Bei einem Smart Meter, also dem Zähler, handelt es sich um ein vernetztes Gerät, das meist für die Strommessung genutzt wird. Es gibt aber auch Varianten für Erdgas, Wasser und Fernwärme. Sie sind neben weiteren Ein- und Ausgabe-Einheiten und Online-Anwendungen ein Element des intelligenten Stromnetzes (Smart Grid). Die anfallenden Daten werden entweder an den Versorger oder an einen externen Dienstleister für Messungen und deren Analyse weitergeleitet.

Vorteile für Versorger und Verbraucher

Smart Metering erlaubt den Nutzern einen Überblick darüber, welche Mengen an Energie oder Ressourcen zu welcher Zeit an welcher Stelle verbraucht werden. Die Daten werden beim Messdienstleister oder beim Versorger ausgewertet und können dabei helfen, das Management von Netz und Lasten zu optimieren. Für die Versorgerseite hat Smart Metering den Vorteil, dass die Bereitstellung von Energie dem jeweiligen Verbrauch angepasst werden kann. Zudem lassen sich die Daten elektronisch aus der Ferne auswerten, so dass die bisher übliche jährliche Ablesung entfällt. Als möglichen Kundenservice können Versorger beispielsweise auch individuellere Tarifsysteme anbieten, indem sie lastvariabel oder stundenweise abrechnen. Verbraucher wiederum sind in der Lage, über eine entsprechende Schnittstelle jederzeit ihre aktuellen Verbrauchsdaten abrufen. Das unterstützt die Verbrauchsoptimierung und erleichtert eine Änderung des Nutzungsverhaltens. Geräte mit extrem hohem Energiebedarf lassen sich so leichter ausfindig machen und gegebenenfalls austauschen.

Funktionsweise eines Smart Meter

Ein Smart Meter arbeitet bidirektional, also in zwei Richtungen, einmal in Richtung Verbraucher, einmal in Richtung Versorger. Das Gerät kann insofern beim Energiesparen hilfreich sein, wenn die Kosten für Strom abhängig von Tageszeiten oder Wochentagen berechnet werden. Mit einem integrierten Automated Meter Management (AMM) eröffnet sich zusätzlich die Möglichkeit, dass sich Geräte mit hohem Energieverbrauch, etwa Waschmaschinen oder Trockner, automatisch nur zu Zeiten günstiger Energiepreise einschalten.

Kritikpunkte am Smart Metering

Unter Fachleuten und Verbraucherschützern ist es derzeit strittig, ob Smart Metering wirklich mehr Effizienz bringt als herkömmliche Stromzähler. Denn durch die permanente Messung des Verbrauchs lassen sich bei entsprechender Auswertung zahlreiche Rückschlüsse auf die Gewohnheiten und Lebensweisen der Konsumenten gewinnen, die nicht unbedingt mit dem Datenschutz konform gehen. Ein weiteres Problem ergibt sich durch einen möglichen unbefugten Zugriff Dritter. Wie jedes digitale System ist auch Smart Metering nicht gefeit vor Hackerangriffen, mit denen nicht nur Messwerte verändert, sondern unter Umständen auch ganze Netze lahmgelegt werden können.

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