Definition Was ist Geofencing?

Von Holger Hagedorn 3 min Lesedauer

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Geofencing ist eine Technologie, die Aktionen auslöst, wenn ein standortverfolgtes Gerät einen virtuellen geografischen Bereich betritt, verlässt oder sich darin bewegt. Zur Standortbestimmung werden GPS, RFID, WLAN oder Mobilfunkdaten genutzt.

Geofencing erstellt virtuelle Grenzen um geografische Gebiete, um Standorte zu überwachen.(Bild:   Omor - stock.adobe.com)
Geofencing erstellt virtuelle Grenzen um geografische Gebiete, um Standorte zu überwachen.
(Bild: Omor - stock.adobe.com)

Geofencing ist eine Technologie, die "geo" (geografisch) und "fence" (Zaun) kombiniert, um einen virtuellen Zaun um ein bestimmtes Gebiet zu errichten. Sie nutzt GPS, WLAN oder Mobilfunkdaten, um Geräte einen dynamischen Raum um ein Objekt erzeugen zu lassen oder das Betreten, Verlassen und Bewegungen innerhalb eines Areals zu registrieren. Durch Geofencing können automatisierte Aktionen oder Benachrichtigungen ausgelöst werden, wenn sich der Standort eines Geräts verändert.

Geschichte von Geofencing

Die Entwicklung von Geofencing ist eng mit der Einführung des Navigationssatellitensystems GPS ab Mitte der 1980er-Jahre verbunden. Im Jahr 1995 erhielt der US-amerikanische Erfinder Michael Dimino ein Patent für ein System, das Mobiltelefone über GPS orten konnte. Wenige Jahre später war eine sekundenschnelle Standortbestimmung aller Mobilfunkteilnehmer möglich, die die Grenze eines definierten Gebietes überschreiten.

Die technologischen Fortschritte in den 2000er Jahren, insbesondere bei den standortbasierten Diensten (Location-Based Services, LBS) und den damaligen Mobiltelefonen, schufen die Grundlage für reaktive, verbraucherorientierte Anwendungen.

Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören:

Jahr Meilenstein
1995 Erteilung des ersten Geofencing-Patents an Michael Dimino.
2007 Einführung von GPS-fähigen Smartphones, insbesondere des ursprünglichen iPhones, die Geofencing-Anwendungen einem breiten Publikum zugänglich machen.
2011 Einführung des regionalen Monitorings in Apples iOS, wodurch Geofencing auf Betriebssystemebene ermöglicht wird.
2012-2013 Integration einer dedizierten Geofencing-API in Googles Android-Betriebssystem über Google Play Services.

Funktionsweise von Geofencing

Geofencing basiert auf einer Kombination aus GPS und dem GSM-Standard. Da mobile Geräte verschiedene Ortungssysteme nutzen, kommen zusätzlich IP-Adressbereiche, WLAN-Netzwerke und ähnliche Technologien zur Anwendung. Zur Definition der geografischen Grenzen werden auch Systeme wie das Globale Navigationssatellitensystem (GNSS) eingesetzt. Dadurch lassen sich sowohl der virtuelle Zaun als auch Bewegungen oft bis auf wenige Zentimeter genau bestimmen und als geocodierte Adresse dokumentieren.

Einsatzbereiche von Geofencing

Dank der weiten Verbreitung geeigneter mobiler Endgeräte wird Geofencing heute in zahlreichen Bereichen eingesetzt. Beispiele sind:

  • Logistik und Lieferdienste: Statusänderungen und Benachrichtigungen beim Verlassen oder Erreichen bestimmter Punkte helfen, Lieferzeiten zu optimieren und die Effizienz zu steigern.
  • Marketing- und Einzelhandels-Apps: Standortabhängige, gezielte Kundenansprache durch Angebote, Coupons oder Produktempfehlungen.
  • Smart-Home-Anwendungen: Automatisierte Aktionen wie das Öffnen des Garagentors oder das Ausschalten von Licht, sobald ein virtueller Zaun betreten oder verlassen wird.
  • Sicherheits- und Pflege-Tracking-Apps: Einsatz bei der Betreuung von Kindern oder Menschen mit Demenz, um Benachrichtigungen oder Alarme auszulösen, wenn eine Person einen vordefinierten Bereich verlässt oder betritt.
  • Weitere Anwendungsfelder sind die Arbeitszeiterfassung, die Sicherung sensibler Bereiche sowie standortbasierte Interaktionen in Spiele-Apps.

Aktives und passives Geofencing

Geofencing kann einen virtuellen Zaun aktiv oder passiv überwachen.

  • Aktives Geofencing setzt voraus, dass eine entsprechende App aktiv ist. In vielen Fällen genügt ein Betrieb im Hintergrund, sofern die App regelmäßig Standortdaten abruft. Dabei kommen meist GPS sowie weitere Ortungstechnologien zum Einsatz, was eine sehr präzise Standortbestimmung ermöglicht, allerdings mit einem erhöhten Energieverbrauch verbunden ist. Typische Einsatzbereiche sind Shopping-Apps, die personalisierte Angebote anzeigen oder Push-Nachrichten versenden, sobald eine Annäherung an ein Geschäft stattfindet.
  • Passives Geofencing funktioniert auch bei geschlossener App und verbraucht deutlich weniger Energie. Es nutzt Systemdienste wie Bewegungssensoren, WLAN-Netzwerke oder Mobilfunkzellen, um festzustellen, ob ein Gerät einen virtuellen Zaun überschreitet. Die Standorterkennung ist weniger präzise und kann mit leichter Verzögerung reagieren. Auch hier sind Push-Nachrichten durch Einzelhandels-Apps möglich, aber auch Dienste wie eine Drive-In-Erkennung oder eine Parkplatz-App, die Parkzeiten ermittelt und Gebühren berechnet.

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