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Was ist eine Pandemie?

| Autor / Redakteur: 1Bernd / Heidemarie Schuster

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ob Aids, Schweinegrippe oder COVID-19: Auch das moderne Zeitalter ist vor Pandemien nicht gefeit. Entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen sollen der ungehinderten Ausbreitung neuer Krankheitserreger entgegenwirken.

Als Pandemie wird eine über Länder und Kontinente hinweg grassierende Erkrankungswelle bezeichnet. Sie tritt also im Gegensatz zur Epidemie nicht örtlich begrenzt auf. Der Begriff leitet sich aus dem griechischen pan für alles und demos für Volk ab. Als Auslöser von Pandemien kommen neuartige Erreger viraler oder bakterieller Art infrage. Sie können Menschen infizieren, ernsthafte gesundheitliche Beschwerden zur Folge haben und sich aufgrund ihres hohen Ansteckungspotenzials rasch verbreiten.

Pandemie im historischen Kontext

Die unkontrollierte Ausbreitung von Krankheitsfällen hat in der Menschheitsgeschichte zu zahlreichen pandemischen Seuchen geführt. Ein chronologischer Überblick über bedeutende Pandemien:

Pest: Im 2. Jahrhundert nach Christus fielen der Antoninischen Pest schätzungsweise knapp 10 Millionen Menschen im Römischen Reich zum Opfer. Die Justinianische Pest wütete in mehreren Wellen zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert und dezimierte die Bevölkerung in Europa und Vorderasien um etwa 50 Prozent. Mitte des 14. Jahrhunderts überzog eine als Schwarzer Tod bezeichnete Pestwelle den europäischen Kontinent.

Cholera: Von der Cholera-Pandemie im frühen 19. Jahrhundert waren Teile Asiens, Afrikas und Europas betroffen. In weiterer Folge blieben auch Nord- und Südamerika nicht verschont. Noch heute kommt es in Katastrophengebieten sowie in Regionen mit hygienisch verunreinigtem Trinkwasser zu epidemischen Cholera-Ausbrüchen.

Spanische Grippe: Diese erste große Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts forderte gegen und nach Ende des Ersten Weltkrieges bis zu 50 Millionen Opfer – deutlich mehr als die Kriegshandlungen selbst.

HIV/Aids: Das HI-Virus löst eine Immunschwäche aus, deren Krankheitssymptome in den 1980er-Jahren unter dem Begriff Aids zusammengefasst wurden. Die Pandemie hat bislang etwa 35 Millionen Menschenleben gefordert.

SARS: 774 Menschen starben 2002/03 an den Folgen des Schweren Akuten Atemwegssyndroms, hervorgerufen durch das Virus SARS-CoV.

Schweinegrippe: Die Erkrankungswelle grassierte 2009/10. Als Erreger wurde analog zur Spanischen Grippe ein H1N1-Influenzavirus identifiziert. Zunächst sprach man von knapp 20.000 Todesfällen weltweit – neuere Schätzungen gehen von deutlich höheren Opferzahlen aus.

COVID-19: Die Ende 2019 erstmalig beschriebene Virusinfektion breitete sich 2020 zur globalen Pandemie aus. Verursacher der Atemwegserkrankung COVID-19 war das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2.

Die WHO als Pandemie-Schaltstelle

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist für das öffentliche Gesundheitswesen der internationalen Staatengemeinschaft zuständig und somit die zentrale Stelle für Seuchenschutz. Sie teilt das Risiko für das Auftreten einer Pandemie in vier Stufen ein. Dieses ursprünglich auf Influenza-Pandemien zugeschnittene Phasenmodell wurde auch beim Ausbruch der Coronakrise 2020 zur Orientierung herangezogen.

  • Interpandemische Phase: Diese ist definiert als Zeitperiode zwischen zwei Pandemien.
  • Alarmphase: Ein neues Virus tritt beim Menschen auf und macht die Abwägung möglicher Risiken erforderlich.
  • Pandemische Phase: Das Virus breitet sich länderübergreifend aus. Entsprechende Schritte werden gesetzt.
  • Übergangsphase: Die Lage entspannt sich wieder, was eine Lockerung der ergriffenen Maßnahmen zulässt.

Nationale und regionale Pandemieplanung

In Anlehnung an einen Leitfaden der WHO wurden national, regional und lokal Pandemiepläne ausgearbeitet. Ihr Ziel ist es, die Verbreitung pandemischer Erreger einzudämmen und die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. In Deutschland gibt der Nationale Pandemieplan die Rahmenbedingungen für Präventionsmaßnahmen vor. Darüber hinaus existieren eigene Pandemiepläne der Bundesländer. Das Robert Koch-Institut, Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten, legte im März 2020 anlässlich der COVID-19-Pandemie eine Ergänzung zum Nationalen Pandemieplan vor.

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