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Was ist eine Kündigung (fristlos)?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Sylvia Lösel

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Mit der fristlosen Kündigung, egal, von welcher Seite, wird ein Arbeitsverhältnis sofort beendet. Gesetzliche oder im Arbeitsvertrag festgehaltene Kündigungsfristen werden dabei nicht eingehalten. In der Regel erfolgt diese Maßnahme durch den Arbeitgeber.

Für den Arbeitnehmer hat eine Kündigung (fristlos) schwerwiegende Folgen. Von einem Tag auf den anderen ist der Arbeitsplatz verloren, Lohn oder Gehalt fallen weg, und die Arbeitsagentur verhängt auch erst einmal eine Zahlungssperre. Hinzu kommen noch soziale und gesellschaftliche Probleme, die eine starke psychische Belastung darstellen können. Umgekehrt kann es bei kleinen Unternehmen auch für den Arbeitgeber einen großen Verlust bedeuten, wenn ein Mitarbeiter fristlos kündigt, besonders wenn es sich um eine gut ausgebildete Fachkraft handelt. Solche Betriebe haben häufig Schwierigkeiten, die entstandene Lücke schnell und gleichwertig wieder aufzufüllen. Es gilt also für beide Seiten, den Schritt einer fristlosen Kündigung gut zu überlegen.

Welche Bedingungen müssen für eine fristlose Kündigung erfüllt sein?

Das deutsche Arbeitsrecht hat vor einer fristlosen Kündigung hohe Hürden aufgebaut. Sie ist das letzte Mittel bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Um sie aussprechen zu können, muss sich die zu kündigende Partei ein schweres Fehlverhalten geleistet haben.

In den meisten Fällen muss der Arbeitgeber den Betroffenen zuerst abmahnen, auf seinen Verstoß und auf die Konsequenzen, nämlich einer drohenden Kündigung, ausdrücklich hinweisen. Darüber hinaus kann er den Arbeitnehmer in eine andere Abteilung versetzen oder eine fristgerechte Kündigung aussprechen.

Liegt ein schwerwiegender Grund vor, der die fristlose Kündigung rechtfertigt, muss diese in einem Zeitraum von längstens zwei Wochen nach dem entsprechenden Vorfall erfolgen. Sie bedarf unbedingt der schriftlichen Form und muss bei Auszubildenden den Grund enthalten. Anderen Arbeitnehmern ist der Grund nur auf Verlangen mitzuteilen.

Nur ein „wichtiger Grund“ erlaubt die fristlose Kündigung

Bei den häufigsten Verstößen muss ein Arbeitgeber den Weg über eine Abmahnung, eine Versetzung in einen anderen Bereich oder eine Änderungskündigung gehen, also zuerst „mildere Mittel“ anwenden. Es gibt allerdings wichtige Gründe, die eine fristlose Entlassung ohne Vorwarnung erlauben. Dazu zählen unter anderem:

  • Diebstahl von Unternehmenseigentum: Der Wert des Diebesguts spielt dabei keine Rolle, entscheidend ist der durch die Tat entstehende Vertrauensverlust.
  • Beleidigungen: Äußert ein Arbeitnehmer schwere oder grobe Beleidigungen gegenüber Kollegen oder Vorgesetzten und stört dadurch den Betriebsfrieden, kann ihm fristlos gekündigt werden.
  • Sexuelle Belästigung: Eine sexuelle Belästigung stört nicht nur den Betriebsfrieden, sondern ist auch eine Straftat mit weiteren Konsequenzen und darf deshalb mit einer fristlosen Kündigung geahndet werden.
  • Rufschädigung des Arbeitgebers: Wer sich in der Öffentlichkeit abfällig über seinen Arbeitgeber äußert oder durch andere, unwahre Kommentare ins Zwielicht rückt, kann fristlos gekündigt werden und muss eventuell mit weiteren rechtlichen Schritten rechnen.
  • Werksspionage: Jeder Arbeitnehmer ist laut Arbeitsvertrag verpflichtet, Betriebsgeheimnisse für sich zu behalten und vor allem nicht an einen Mitbewerber zu verraten. Auch in solch einem Fall kommt es zu einem berechtigten Vertrauensverlust, der eine fristlose Kündigung erlaubt.

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