Definition Was ist die Preisangabenverordnung?

Autor / Redakteur: kebi / Heidemarie Schuster

Die Preisangabenverordnung, kurz PAngV, gilt ausschließlich für Dienstleistungen und Waren für Endkunden (B2C). Für Geschäfte zwischen Selbstständigen und Unternehmen gilt sie nicht.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der wichtigste Zweck der PAngV besteht darin, dass Preisangaben gegenüber dem Endverbraucher auf den Grundsätzen der Preiswahrheit und Preisklarheit beruhen. Das bedeutet unter anderem, dass ein Preis leicht erkennbar, deutlich lesbar und dem jeweiligen Produkt eindeutig zuordenbar sein muss. Die Preisangabe informiert Verbraucher eindeutig über das, was sie zu bezahlen haben und verhindert, dass Kunden erst mühsam nachfragen oder sich mehrere Bestandteile des Endpreises selbst zusammenrechnen müssen. Zudem erleichtert die laut Preisangabenverordnung deutlich dargestellte Preisangabe die Vergleichbarkeit mit Konkurrenzangeboten.

Anwendungsbereiche der Preisangabenverordnung

Die PAngV gilt immer dann, wenn Endverbrauchern die Inanspruchnahme einer Leistung oder der Erwerb eines Produktes zu einem bestimmten Preis angeboten wird. Dies trifft sowohl im klassischen Einzelhandel als auch im Internethandel und Onlineversand zu.

Pflicht zur Angabe von Bruttopreisen

Bruttopreise sind Endpreise, in denen alle Preisbestandteile wie Pfand und ähnliche "Sicherheitsleistungen" sowie die Mehrwertsteuer enthalten sind. Es handelt sich demnach um die Preise, die ein Kunde an der Kasse im Supermarkt oder beim Onlinehändler unterm Strich bezahlen muss. Eine Besonderheit beim Onlinehandel sind die Versandkosten, die gesondert ausgewiesen werden. Auf die Verhandlungsbereitschaft über den angegebenen Preis darf jeder Händler hinweisen.

Pflicht zur Grundpreisangabe

Die Preisangabenverordnung regelt für alle Waren, deren Preis auf Basis eines Gewichts, Volumens, einer Fläche oder Länge gebildet wird, dass zusätzlich zum Endpreis ein Grundpreis (Preis je Mengeneinheit) ausgewiesen sein muss. Die Angabe des Grundpreises hat ebenfalls eindeutig und gut lesbar in unmittelbarer Nähe des Endpreises zu erfolgen. Diese Verpflichtung versetzt Verbraucher in die Lage, Waren monetär miteinander zu vergleichen. Für die Pflicht zur Grundpreisangabe gelten allerdings zahlreiche Ausnahmen, die betroffene Händler im § 9 Abs. 4, 5 und 6 des PAngV nachlesbaren können.

Besondere Pflichten für den Internet- und Versandhandel

Auch Unternehmen, die im Fernabsatz tätig sind, müssen ihre Endpreise gut wahrnehmbar angeben. Gleichzeitig sind sie dazu verpflichtet, Zusätze zu Versand- und Lieferkosten (zuzüglich oder inklusive) eindeutig und verständlich zu formulieren.

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