Immer größere Datenmengen, komplexe Technologien, hohe Kosten – die Anforderungen an Unternehmen bei der Speicherung steigen kontinuierlich. Eine Antwort darauf sind softwaredefinierte Speicher, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben.
Dank der fehlenden Abhängigkeit von der Hardware erleichtert und beschleunigt SDS die Adaption neuer Technologien.
(Bild: spainter_vfx - stock.adobe.com/ Western Digital Corporation)
Bei Software-Defined Storage (kurz: SDS) verschiebt sich die Kontrolle über den Speicherplatz von der Hard- auf die Software. Die Bereitstellung, die Verwaltung und der Schutz des Speichers erfolgen bei diesem Architekturansatz unabhängig von den zugrunde liegenden Geräten. Verfügbare Kapazität lässt sich einfacher verwalten, skalieren und anpassen, ohne teure Hardware-Upgrades durchführen zu müssen. SDS macht die Speicherverwaltung agiler und vor allem kosteneffizienter. Der Ansatz hilft Unternehmen dabei, sowohl laufende Betriebskosten als auch einmalige Investitionen zu senken. Wie sehen die Vorteile von SDS im Detail aus?
Große Datenmengen beherrschen
Der Trend ist eindeutig: Die Menge an Daten nimmt weltweit in nie da gewesenem Maße zu. Experten prognostizieren bis 2025 einen Anstieg der pro Jahr erzeugten Daten auf mehr als 180 Zettabyte. Nahezu jede Branche baut auf diese Informationen und deren Potenzial, um geschäftskritische Erkenntnisse zu gewinnen. So ist es beispielsweise im IoT, beim maschinellen Lernen oder der Arbeit mit künstlicher Intelligenz essenziell, riesige Mengen an Daten über längere Zeiträume zu sammeln, auszuwerten und zu speichern.
SDS ist eine praktikable Lösung, um massives Datenwachstum zu bewältigen, aber gleichzeitig die Kosten überschaubar zu halten. Die Entkopplung der Speichersoftware von der Hardware macht die Verwaltung der Daten effektiv und damit ressourcenschonend. Denn der Speicher existiert nicht in Silos, sondern programmierbar in einem gemeinsamen Pool, der dynamisch und je nach Bedarf verschiedenen Anwendungen zugewiesen werden kann. So wird Speicherplatz optimal genutzt, was Unterbenutzung oder Überkauf überflüssig macht. Standardprozesse wie softwaregesteuerte Wartung oder Aktualisierungen können zudem problemlos remote durchgeführt werden.
Skalierbarkeit und Flexibilität
Flexibel auf wachsende Anforderungen bei der Speicherung reagieren zu können, wird zum Erfolgsfaktor für Unternehmen. SDS ist per Definition unbegrenzt skalierbar, Speicherkapazitäten lassen sich anpassen, ohne die Hardware verändern oder vertraute Betriebsabläufe verändern zu müssen. So können die Lösungen passgenau und dennoch kostengünstig auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten werden.
Weniger Abhängigkeit von Herstellern
Unternehmen nutzen heutzutage nur noch ungern Dienste oder Produkte, bei denen sie sich für einen Anbieter entscheiden und an diesen langfristig gebunden sind. Stattdessen fällt die Wahl immer häufiger auf agnostische Lösungen, mit denen Hard- und Software im Handumdrehen austauschbar sind, ohne ganze Systeme zu verändern. Dank der Flexibilität von SDS kommen Unternehmen in eine deutlich bessere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten.
Zentralisierung und erhöhte Ausfallsicherheit
SDS kann Unternehmen dabei helfen, ihren Speicher so zu verwalten, dass IT-Mitarbeitende jederzeit volle Transparenz haben. So können sie den Speicher geräte- und herstellerübergreifend einsehen und managen, als wären sie ein einziges System. Das macht zum einen die Verwaltung produktiver. Zum anderen minimiert die volle Kontrolle durch die IT eventuelle Sicherheitsrisiken. Nicht zuletzt trägt die Zentralisierung auch zu einer erhöhten Ausfallsicherheit bei.
Innovation und Automatisierung fördern
Dank der fehlenden Abhängigkeit von der Hardware erleichtert und beschleunigt SDS die Adaption neuer Technologien. Mit hyperkonvergenten Speichern können Daten nahtlos zwischen Speichermedien migriert und neue Anwendungen sowie Systeme implementiert werden, ohne den Geschäftsbetrieb zu unterbrechen. Auch in Sachen Automatisierung kann SDS einen Schub verleihen, da sich manuelle Prozesse rund um die Speicherverwaltung einsparen lassen.
3 Tipps für Unternehmen: Was es bei der SDS-Einführung zu beachten gilt
Es gibt keinen einheitlichen Ansatz bei der Implementierung von SDS. Je nach individuellen Anforderungen können und sollten Organisationen ganz unterschiedlich vorgehen. Folgende Aspekte dienen als Orientierungshilfe:
Auf den richtigen Partner setzen: Ein zuverlässiger Partner unterstützt das Unternehmen bei der Umstellung auf SDS, wählt je nach Zielsetzung den passenden Ansatz und stellt die notwendige Software zur Verfügung.
Zuerst mit einem Projekt starten: Nur die wenigsten Unternehmen verfügen über die Ressourcen, einen Big-Bang-Ansatz zu verfolgen und gleichzeitig standortweite SDS für alle Anwendungen bereitzustellen. In vielen Fällen empfiehlt es sich, ein bestimmtes Projekt für die erste SDS-Einführung auszuwählen und dort zu beginnen.
Neben der Soft- auch auf die Hardware achten: Trotz Software-Fokus darf die Bedeutung der richtigen Speichergrundlage nicht unterschätzt werden. Die zu implementierende Hardware sollte ausreichende Dichte, Zuverlässigkeit und Flexibilität bieten.
Software-Defined Storage macht die Speicherarchitektur flexibel, zuverlässig, sicher und vor allem vergleichsweise kostengünstig. Wenig verwunderlich, dass SDS branchenübergreifend im Trend liegt. Für das Jahr 2022 wurde der SDS-Markt auf rund 16 Milliarden Dollar geschätzt. Bis 2030 wird er voraussichtlich über 100 Milliarden Dollar erreichen. Gerade für Unternehmen, die auf Zukunftstechnologien wie KI setzen und daher große Datenmengen beherrschen müssen, kann die Umstellung auf SDS nach meiner Einschätzung und Erfahrung eine sinnvolle Investition sein. Die theoretische unbegrenzte Skalierbarkeit des Ansatzes macht SDS in jedem Fall zu einer zukunftssicheren Lösung für Organisationen jeder Größe.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industry of Things.