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ITB: Viele mittelständische Systemhäuser bedienen auch Kunden, die europaweit oder sogar international vertreten sind. Deshalb müssen sie auch im Ausland die benötigen Services erbringen können. Inwiefern decken Sie auch solche Anforderungen ab?
Palm: Das ist für uns kein Problem, denn wir sind international aufgestellt.
ITB: Wie funktioniert die Abwicklung bei einem internationalen Projekt ganz konkret?
Palm: Der Endkunde eines Systemhauses schließt in Deutschland als Leasingnehmer den Vertrag mit CSI. Dieser Vertrag gewährleistet dem Endkunden auch das Recht, die Ware im Ausland zu nutzen. Die Muttergesellschaft des Endkunden kann beispielsweise die Geräte an ihre Töchter im Ausland weitervermieten. Mit Hilfe eines Asset-Management-Tools, das wir dem Kunden zur Verfügung stellen, kann er seinen Töchtern die Kosten für die Nutzung dieser IT-Systeme für jede einzelne Kostenstelle beziehungsweise Niederlassung bis auf die Abteilungs-Ebene weiterberechnen.
ITB: CSI wirbt damit, emissionsneutrales Leasing anzubieten. Strapazieren Sie hier einen Marketing-Begriff oder was hat es damit konkret auf sich?
Palm: Wir haben 2010 eine Kooperation mit der Non-Profit-Organisation My Climate geschlossen, die aus der Universität Zürich heraus entstanden ist. Im Zuge dieser Allianz ermöglichen wir es Systemhäusern, ihren Kunden die benötigen IT-Geräte und -Services emissionsneutral anzubieten.
ITB: Klingt etwas abstrakt – was bedeutet „klimaneutrales Leasing“ ganz konkret?
Palm: My Climate hat einen Emissions-Kalkulator entwickelt, mit dem sich genau berechnen lässt, wie viele Emissionen beispielsweise 30 Notebooks freisetzen, die im Unternehmen eingesetzt werden. Der Kalkulator berücksichtigt dabei nicht nur Stromart und Stromverbrauch sowie Laufzeiten et cetera, sondern auch die Produktion und die Verwertung der Geräte. Basierend auf diesen Werten verursacht ein Notebook während seines gesamten Lebenszyklus etwa 800 Kilogramm CO2. My Climate vergibt zur Neutralisierung dieses CO2-Ausstoßes entsprechende Emissions-Zertifikate.
ITB: Was kostet ein Zertifikat für eine Tonne CO2 bei My Climate und sind diese Zertifikate handelbar?
Palm: Das Zertifikat für eine Tonne CO2 kostet derzeit zirka 21 Euro. Wichtig ist, dass die von My Climate vergebenen Zertifikate nicht handelbar sind. Deshalb kann die Organisation auch garantieren, dass 80 Prozent der Gelder, die durch den Verkauf der Emissions-Zertifikate erlöst werden, tatsächlich und ausschließlich in Projekte fließen, die dem nachhaltigen Klimaschutz dienen. Das spiegelt die Ausrichtung von CSI wider.
ITB: Ist dieser „Ablass-Handel“ für Systemhäuser tatsächlich ein Argument gegenüber dem Endkunden?
Palm: Wir sind selbst überrascht, wie groß die Resonanz bei den Kunden ist. Das Bewusstsein für das Klima der Erde mitverantwortlich zu sein, ist offenbar sehr verbreitet. Es ist ein Riesenthema – gerade in der IT. Schon vor drei Jahren veröffentlichte das Marktforschungsinstitut Gartner eine Analyse, die darlegt, dass die globale CO2-Belastung durch die IT-Nutzung weltweit mit zwei Prozent ebenso hoch ist wie durch den weltweiten Flugverkehr. Zeitgemäße Hardware verbraucht bis zu 60 Prozent weniger Energie als alte Geräte. Technologien wie Virtualisierung tragen dazu ebenfalls ihren Teil bei. Kombiniert mit Emissions-Zertifikaten können Systemhäuser ihren Kunden also auch unter diesem Aspekt eine ganzheitliche Lösung anbieten.
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