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Christian Lamprechter, Intels Deutschlandchef, im Interview Vom PC hin zum Personal Computing

| Redakteur: Klaus Länger

Intel sieht sich mit neuen sparsamen Prozessoren und innovativen Formfaktoren gut aufgestellt, so Christian Lamprechter, Country Manager Deutschland und Österreich bei Intel, im Interview mit IT-BUSINESS.

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Für Christian Lamprechter, Country Manager Deutschland und Österreich bei Intel, ist die PC-Ära noch längst nicht zu Ende.
Für Christian Lamprechter, Country Manager Deutschland und Österreich bei Intel, ist die PC-Ära noch längst nicht zu Ende.
(Bild: Intel)

Herr Lamprechter, ist die Post-PC-Ära nur ein Mythos, den ein Teil der Tech-Medien ausgerufen hat oder ist das klassische PC-Geschäft langfristig tatsächlich im Niedergang begriffen, lediglich unterbrochen durch den
Ersatz vieler XP-Rechner?

Wir haben die letzten zwei, drei Jahre als Industrie viel investiert, um den PC neu zu positionieren: Vom Personal Computer hin zum Personal Computing. Beginnend mit der Idee des Ultrabooks mit neuen Formfaktoren und schlankeren, leichteren Designs haben wir auch viel in längere Batterielaufzeiten investiert. Das war aber zunächst ein evolutionärer Ansatz.

Jetzt ist eine Phase erreicht, auch in Antizipation des Umstiegs auf den 14-Nanometer-Prozess, in der die Vision des Ganztages-Computings mit einem PC-ähnlichen Gerät Realität werden kann. Das war auch der Start für die 2-in-1-Kategorie, die das Beste aus den jeweiligen Welten der Tablets und Notebooks kombiniert: Produktivität, Sicherheit, Managability auf der einen Seite, gepaart mit schlanken Formfaktoren, langen Batterielaufzeiten und einfacher Handhabung auf der anderen Seite.

Intel war gemeinsam mit den PC-Herstellern davon überzeugt, dass der PC und das Personal Computing als Kategorie wieder Wachstum schaffen können. XP war ein Effekt, speziell bei Kleinbetrieben und im Mittelstand, aber es nicht der einzige Effekt, den wir sehen. Es wird in den PC, in Computing investiert. Zudem gibt es inzwischen eine friedliche Koexistenz zwischen Tablet und Notebook, wobei sich das Wachstum der reinen Tablets zugunsten der 2-in-1-Geräte abschwächt, die eben den Mehrwert der Möglichkeit produktiver Arbeit bieten.

Wie ist Intel bei Tablets und Smartphones gegen die ARM-Konkurrenz aufgestellt. Muss Intel die Prozessoren hier verschenken?

Als wir in den Markt gegangen sind und vor drei bis vier Jahren unsere gesamte Roadmap umgestaltet haben, war das auch unter der Anerkennung, dass wir diesen ultramobilen Bereich, speziell Tablets und Smartphones, einfach verpasst haben.Das nachzuholen, konnte für Intel nur ein evolutionärer Prozess sein, bei dem Komponenten, die bei PCs auf dem Motherboard sitzen, Schritt für Schritt in das System-on-a-Chip (SoC) integriert werden. Daher arbeiten wir hier intensiv mit OEMs und ODMs zusammen, was auch zu erfolgversprechenden Designs führt. Wir sehen sehr viel Nachfrage nach unseren Komponenten, aber wir haben noch einen Wettbewerbsnachteil bei der Bill of Materials durch den geringeren Integrationsgrad unserer SoCs. Da wir aber Partner haben, die jetzt mit der x86- und der Intel-Architektur in den Markt gehen wollen, kompensieren wir diesen Wettbewerbsnachteil. 2015 wollen wir voll wettbewerbsfähig sein.

Sieht Intel im Server-Business ARM ebenfalls als wachsende Konkurrenz für die eigenen Xeon- und vor allem Atom-Prozessoren?

Intel hat schon sehr früh in Microserver mit Atom-Prozessoren investiert. Insgesamt ist Intel über alle Sektoren im Serverumfeld sehr gut positioniert. Intel verfolgt bei Servern auch nicht nur einen Plattform-, sondern einen End-to-End-Lösungsansatz. Ein Beispiel dafür ist der Energiesektor mit dem „Smart Grid“ vom intelligenten Stromzähler bis hin zu Big Data, das Intel mit Partnern entwickelt.

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