VAF-Studie: Netz-Performance richtig berechnen VoiP-Desaster vermeiden
Erst macht man dem Kunden die Internettelefonie schmackhaft, dann funktioniert das VoIP-System nicht. TK-Systemhäuser erleben oft böse Überraschungen, auch weil sie sich bei der Planung von IP-Telefonie schlicht verrechnen.
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Selbst ausgewiesene VoIP-Spezialisten unter den TK-Systemhäusern rätseln manchmal, warum die neu installierte Telefonanlage nicht mehr funktioniert. Der Ärger des Kunden steigt mit der Dauer der Fahndung nach Fehlern und das kann viel Zeit verschlingen. Da VoIP-Systeme auf das perfekte Zusammenspiel von Carriern, IT-Systemen und Netzwerken angewiesen sind, gestaltet sich die Fehlersuche nicht immer einfach. Ändert der Carrier ohne Ankündigung beispielsweise gewisse Parameter, auf die eine VoIP-Anlage zurückgreift, geht nichts mehr. Monitoring und Protokollierungen sind daher wichtig.
Fehler passieren aber oft genug bereits in der Planungsphase, weil bei der Auslegung der Netze schlicht falsch gerechnet wird. Beim Bundesverband Telekommunikation (VAF) kennt man derlei Missstände, weshalb der Verband eine Studie in Auftrag gegeben hat und sie unter dem inoffiziellen Titel „Richtig rechnen in VoIP-Systemen“ zum kostenlosen Download anbietet.
Holzweg Erlang-Formeln
Dass VoIP-Experten bei der Dimensionierung von Telefonanlagen immer noch von falschen Annahmen ausgehen, weiß Autor Professor Gerd Siegmund natürlich bestens. Doch akademische Lehrer sind meist keine guten Verkäufer in eigener Sache, weshalb Siegmund, der auch Leiter des Steinbeis Transferzentrum Technik der Netze ist, seine neue 40-seitige Untersuchung nüchtern „Bandbreitenberechnungen in VoIP-Systemen“ nennt.
Siegmund beschreibt und analysiert Qualitätsstörungen, weil VoIP-Planer Rechenverfahren anwenden, die die Besonderheiten der Telefonie in IP-Netzen nicht angemessen berücksichtigen. Insbesondere der Bandbreitenbedarf wird oft völlig falsch eingeschätzt. So würden Paket-Wartezeiten nicht einberechnet und VoIP-Kanalbandbreiten einfach addiert. „Zu den Ursachen gehört die irrtümliche Übertragung von Erlang-Formeln aus der klassischen Telefonie zur Berechnung von Verkehrswerten“, sagt Siegmund.
Solche Fehler wirken sich fatal auf die Sprachqualität der IP-Telefonie aus und tragen nicht zuletzt auch dazu bei, dass viele Kunden noch immer Vorbehalte gegen Voice-over-IP-Systeme haben. Die auszuräumen setzt voraus, dass TK-Experten mit Quality-of-Service-Mechanismen vertraut gemacht werden.
Bundesweite Workshops
Der VAF geht daher auf Roadshow und wird im Frühjahr in Hilden (29. März), Darmstadt (12. April), Ismaning bei München (10. Mai) und Leipzig (24. Mai) jeweils in Workshops die Studie und ein neues Kalkulations-Tool präsentieren, mit dem VoIP-Anlagen richtig berechnet werden können.
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