Pleite der Also Logistics Services Verdi attackiert Also-Investor Droege

Redakteur: Michael Hase

Auf die Insolvenz der Also-Logistiktochter reagiert die Gewerkschaft Verdi mit scharfer Kritik an Mehrheitseigner Walter Droege: Der Investor wolle sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.

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Der Investor Walter Droege ist mit seiner Düsseldorfer Gruppe an zahlreichen Unternehmen in mehr als 30 Ländern beteiligt.
Der Investor Walter Droege ist mit seiner Düsseldorfer Gruppe an zahlreichen Unternehmen in mehr als 30 Ländern beteiligt.
(Bild: Droege Group)

Die Insolvenz der Also Logistics Services und die angekündigte Restrukturierung sorgen bei den Beschäftigten für Verunsicherung. 150 von 450 Vollzeitstellen müssen voraussichtlich abgebaut werden, wie aus der Geschäftsführung der Also-Tochter verlautete. Die Gesellschaft entstand Ende vergangenen Jahres, nachdem der Soester Distributor Also die Logistik der Augsburger Buchhandelskette Weltbild übernommen hatte. An beiden Unternehmen ist die Düsseldorfer Droege Group mehrheitlich beteiligt. Bei dem insolventen Medienhändler stieg der Investor im Oktober 2014 ein und reichte dessen Logistikzentrum an den Distributor weiter.

Mit scharfer Kritik an dem Private-Equity-Unternehmen haben Arbeitnehmervertreter auf die Insolvenz reagiert. „Das ist der Versuch des Milliardärs Walter Droege, sich auf Kosten der Allgemeinheit weiter zu bereichern“, sagte Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck der Augsburger Allgemeinen. „Droege wälzt alles auf den Steuerzahler ab: Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld, Sozialversicherungen.“ Dass die Also Holding zeitgleich mit dem Insolvenzantrag einen gestiegenen Halbjahresgewinn von 36,2 Millionen Euro gemeldet hat, bezeichnete der Gewerkschafter als skandalös.

Der Insolvenzantrag für die Also Logistics Services ging gestern beim Amtsgericht Arnsberg ein, wo die GmbH, deren rechtlicher Sitz sich am Hauptstandort von Also in Soest befindet, im Handelsregister eingetragen ist. Als vorläufiger Sachwalter wurde der Düsseldorfer Anwalt Frank Kebekus bestellt. Laut Bericht der Also Holding hat die Logistiktochter im ersten Halbjahr einen Verlust von rund vier Millionen Euro verursacht. Ein notwendiger Personalabbau habe bisher nicht wie geplant realisiert werden können, während der Umsatz zurückgegangen sei. Ohne umfassende Restrukturierung, für die Also einen Betrag von acht Millionen Euro veranschlagt, könne das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig im Markt agieren.

Verhärtete Fronten

Derweil scheinen die Fronten zwischen dem Management auf der einen sowie Betriebsrat und Gewerkschaft auf der anderen Seite verhärtet. Reiner Wenz, Geschäftsführer der Also Logistics Services, warf den Arbeitnehmervertretern wiederholt eine Blockadehaltung vor. Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, das Unternehmen besitze eine Zukunft und könne überleben, wenn es denn saniert werde. „Wir müssen jetzt das Ruder herum reißen. Und zwar gemeinsam“, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Manager. „Die Gesellschafter haben signalisiert, die Sanierung zu unterstützen, wenn alle Beteiligten bei der Restrukturierung konstruktiv mitwirken.“

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