IT-Dienstleister internationalisiert Var Group möchte die DACH-Region erobern

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Auch wenn der Markt stark umkämpft ist, zuverlässige Partner zur Unterstützung bei der Digitalen Transformation werden stets benötigt. In diesem Segment bewegt sich auch die Var Group, ein IT-Dienstleister, der sich in Italien schon einen Namen gemacht hat und dasselbe nun für die DACH-Region plant.

Marco Paris (Keyaccount Manager), Olga Stativa (HR Managerin) und Stephan Häfele (CEO) von der Var Group(Bild:  Vogel IT-Medien)
Marco Paris (Keyaccount Manager), Olga Stativa (HR Managerin) und Stephan Häfele (CEO) von der Var Group
(Bild: Vogel IT-Medien)

Aller Anfang ist schwer? Das muss nicht so sein. Mit einem starken Fundament und dem richtigen Riecher für Entwicklungen ist der Einstieg in neue Märkte einfach. Genau diese Voraussetzungen scheint die Var Group zu erfüllen, die nach Italien nun die DACH-Region erobern möchte. Der IT-Dienstleister hat sich der Digitalen Transformation verschrieben. Das Leistungsspektrum reicht von ERP bis IT-Managed-Services und vieles mehr. „Wenn wir all unsere Kompetenzen zusammennehmen, haben wir eine komplette IT-Landschaft – von der Mechanik- über die Elektronik-Entwicklung, PLM bis zur Datenaufbereitung sowie IT-Services und Cybersecurity Consulting und SOC-Services – und das alles aus einer Hand“, fasst Stephan Häfele, CEO der Var Group DACH, die Fähigkeiten des Dienstleisters zusammen.

Starke Basis für den Start

Als Teil der SeSa Group, einem italienischen Anbieter von technologischen Innovationen, IT und digitalen Lösungen, startet die Var Group mit einem starken Konzern im Rücken. Im Juni 2023 gegründet, generiert sie bereits jetzt einen Umsatz von 823 Mio. Euro und kann ein Wachstum von 22,8 Prozent vorweisen. Beste Voraussetzungen für den Einstieg in den DACH-Markt, der in der Internationalisierungsstrategie des Unternehmens den derzeitigen Schritt bildet. Dass gerade in DACH große Konkurrenten agieren, dem ist sich der Unternehmenschef bewusst. „Klar gibt es die großen Wettbewerber. Das Business-Potential in der DACH-Region ist enorm und wächst kräftig. Es birgt extremes Wachstumspotential“, begründet er jedoch das Vorgehen. Mit 1.200 aktiven Kunden, 150 Mitarbeitenden und fünf Büros im DACH-Raum ist der Dienstleister zudem gut aufgestellt.

Akquisitionen und organisches Wachstum

Außerdem würde sich die Var Group durch ein anderes Vorgehen, unter anderem bei Übernahmen, von Mitbewerbern abheben. Der IT-Dienstleister hat im deutschsprachigen Raum schon einige Unternehmen akquiriert: PBU (Lösungen für die Fertigungsindustrie – CAD-Systeme), CADLOG (Software für digitale Transformation, Dienstleistungen, Distributor), Cyres (Implementierung von Cybersicherheit in Entwicklungsprozessen) und Trias (Produktlösungen für die Entwurfsautomatisierung). „Wir führen die Firmen nun zusammen, um die Synergien zu schaffen und bilden daraus unser 360-Grad-Portfolio“, erklärt Häfele. Die Gründer der übernommenen Unternehmen bleiben weiter für einen langen Zeitraum Geschäftsführer und erhalten zudem Firmenanteile. Dabei läuft die Akquisition und anschließende Integration gut geplant ab: „Sorgsam und mit Rücksicht auf die Mitarbeiter. Das ist ein Veränderungsprozess, bei dem wir alle Mitarbeiter an Bord holen“, konkretisiert der Group-Chef. Die Var Group fährt ein klares Modell: Diffused Leadership. Der Mensch stehe klar im Mittelpunkt und Mitarbeiter würden Eigenverantwortung übernehmen und das Unternehmen mit vorantreiben.

Die akquirierten Firmen werden dabei Teil einzelner Business Units, die unter anderem Bereiche wie Data Security abdecken. Um weitere Units als die aktuell vorhandenen auszubauen, plant die Gruppe zu akquirieren, setzt aber parallel auf organisches Wachstum. „Da wird dieses Jahr noch einiges passieren, was Akquisitionen angeht“, verrät Häfele. Und es soll nicht nur bei Deutschland, Österreich und der Schweiz bleiben. „Im Projekt der Internationalisierung ist die DACH-Region der Vorreiter. Als zweite Region ist Spanien und als dritte Frankreich auf der Agenda“, erläutert er die Unternehmensstrategie.

Die Entwicklungen stets im Blick

Eine Business Unit, auf die man sich in nächster Zeit stärker konzentrieren möchte, ist die für Cybersecurity. Im Hauseignen Security Operation Center wird nicht nur für die Sicherheit der Kunden gesorgt, sondern auch Trends und Entwicklungen in diesem Segment für Europa in einem Report veröffentlicht. Yarix, Geschäftsbereich Cybersicherheit der Var Group, analysiert hierzu jährlich Daten aus den Kundendiensten des Centers und fasst diese im Y-Report zusammen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Der Report von 2023 zeigt, dass Deutschland unter die weltweite Top 3 bei Ransomware-Angriffen fällt. Neben Ransomeware nahmen zudem Angriffe durch sogenannte Infostealer-Maleware zu, eine Schadsoftware, die vertrauliche Anmeldedaten stielt und verarbeitet. Deutschland belegt hier den zweiten Platz in Europa. Im Vergleich zum Vorjahr wurde bei Infostealern ein Anstieg von 180 Prozent verzeichnet. Insgesamt spricht der Report von 311.000 dokumentierten Sicherheitsvorfällen weltweit, also 78 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Sicherheitsbedrohungen würden unter anderem im Automotive-Sektor durch die Digitalisierung zunehmen.

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Der Beratungsbedarf nimmt zu

In Anbetracht dieser Daten und Ergebnisse ist es nur sinnvoll, dass sich die Var Group den weiteren Ausbau der Cybersecurity-Sparte vornimmt. „Cybersecurity in Verbindung mit der Cloud ist mitunter eines der Top-Prioritäten, die wir für die Zukunft setzen“, so Häfele. Passend dazu wird sich die Group mit einem Stand auf der diesjährigen It-sa präsentieren. Aber nicht nur die Bedrohungen, sondern auch die steigende Komplexität und der Fachkräftemangel machen den Kunden zu schaffen. Hierfür offeriert der Dienstleister Managed Services. „Mit unseren Managed Services möchten wir dem Kernproblem des Fachkräftemangels entgegenwirken, die Komplexität der Thematik begreifbar machen und den Stress für die Kunden rausnehmen“, erklärt Marco Paris, Keyaccount Manager bei Var Group DACH. „Einerseits wollen wir die Manpower zur Verfügung stellen und zum anderen Knowhow Lücken der Kunden schließen“, fügt er hinzu.

Doch man wolle sich noch weiterem widmen. „Für die Zukunft steht der weitere Ausbau in Richtung ERP auf dem Programm, ebenso der Ausbau des Consultings, welches aufgrund der zahlreichen Richtlinien wie NIS2 oder des Cyber Resilience Acts immer mehr an Bedeutung gewinnt“, sagt Häfele. Denn mit den Häufungen an Regularien steigt der Beratungsbedarf der Kunden. Diesen möchte die Group abdecken. „Zusätzlich kommen neue Geschäftsfelder auf, beispielsweise wird Pentesting im gesamten Embedded Systems Bereich sehr stark wachsen. Das bauen wir aktuell intern auf, denn wir sehen darin einen großen Markt“, gewährt der CEO einen Einblick in das weitere Vorgehen.

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