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Capgemini-Studie zur DSGVO

Umsatzwachstum und wirtschaftliche Vorteile durch DSGVO

| Autor: Ann-Marie Struck

Auch schon DGVO-konform?
Auch schon DGVO-konform? (Bild: mvcaspel - stock.adobe.com)

Seit einem Jahr arbeiten Unternehmen an der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). 2018 waren 78 Prozent der Firmen zuversichtlich, die Anforderungen künftig zu erfüllen. Eine Studie der Capgemini zeigt, bisher sind nur 28 Prozent der Unternehmen DSGVO-konform.

Seit 25. Mai 2018 gilt die DSGVO. Wie weit sich diese bereits in der Verwirklichung befindet, legt die Studie „Championing Data Protection and Privacy - a Source of Competitive Advantage in the Digital Century“ des Capgemini Research Institutes offen. Demnach setzen nur 28 Prozent der befragten Unternehmen nach eigener Ansicht bislang die DSGVO-Vorschriften vollständig um. 33 Prozent dieser DSGVO-konformen Unternehmen stammen aus Deutschland. Weitere 30 Prozent gaben im Zuge der Umfrage an, sie erfüllen die Vorgaben nur „weitgehend“.

Hürden bei der Umsetzung

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes ist die Situation vieler Unternehmen hinsichtlich der Einhaltung ungewiss. Als größtes Hindernis der vollständigen Erfüllung der DSGVO nennen 38 Prozent der befragten Unternehmen die Anpassung bestehender IT-Systeme. Als weiteres Problem gaben 36 Prozent die Komplexität der Regulierungsanforderungen an. Auch die hohen Kosten, um den Regulierungen zu entsprechen, nannten 33 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Zudem erhielten unter die DSGVO-Regelungen fallende Unternehmen zahlreiche Anfragen von betroffenen Personen, deren Daten gesammelt, gespeichert oder verarbeitet werden. Laut der Capgemini-Studie erhielten 36 Prozent aller deutschen Unternehmen mehr als 1.000 solcher Anfragen. In den USA waren es sogar 50 Prozent.

Inzwischen investieren allerdings viele Unternehmen in Datenschutz und Privacy. Der Studie zufolge planen 40 Prozent aller Befragten bis 2020 mehr als eine Millionen US-Dollar für Anwaltskosten aufzugeben. Weitere 44 Prozent wollen diese Summe in technologische Neuerungen investieren.

Wirtschaftliche Vorteile

Dabei zahlt sich die Umsetzung der DSGVO auch wirtschaftlich aus, so das Resultat von Capgemini. Bei der Einführung 2018 glaubten nur 28 Prozent durch die Regulierungen der DSGVO, einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten. Dies sieht nun anders aus. In der aktuellen Studie bestätigen 92 Prozent der DSGVO-konformen Unternehmen, einen solchen Vorteil erzielt zu haben. 76 Prozent stellen einen Umsatzwachstum fest. Zudem gaben 84 Prozent an, einen Anstieg an Kundenvertrauen zu bemerken. Weiterhin stieg das Markenimage (81 Prozent) und die Moral der Mitarbeiter (79 Prozent).

Darüber hinaus nannten Führungskräfte weitere positive Entwicklungen durch die Umsetzung der DSGVO. Denn durch die Vorschriften verbesserten 87 Prozent ihr IT-System und 91 Prozent investierten in Maßnahmen zur Cybersicherheit. 89 Prozent haben ihre Transformationsprozesse optimiert.

Die Umsetzung der DSGVO hält also nicht nur Herausforderungen bereit, sondern birgt auch Chancen für Unternehmen. Der Datenexperte und Leiter Insights & Data bei Capgemini in Deutschland Christian Kaupa resümiert: „Im letzten Jahr waren anscheinend einige Führungskräfte etwas zu ambitioniert und haben unterschätzt, wie viele Investitionen und organisatorische Veränderungen nötig sind, um der DSGVO zu entsprechen. Die Ergebnisse aus diesem Jahr zeigen, dass Unternehmen den Bedarf erkannt haben und zunehmend verstehen, welche Vorteile die Erfüllung der DSGVO auch in unternehmerischer Hinsicht bringt. Entsprechend sehen wir eine zunehmende Investitionsbereitschaft und den Willen, die notwendigen Änderungen planvoll anzugehen.“

Zusammenhang DSGVO und Technologie

Eine weitere positive Entwicklung ist, dass im Zuge der Vorgaben Unternehmen verstärkt auf neue Technologien setzen. 84 Prozent der DSGVO-konformen Unternehmen nutzen Cloud-Plattformen für ihre Datenschutzstrategie. Dies tun nur 73 Prozent der übrigen Unternehmen. Weiterhin ergreifen 82 Prozent der Unternehmen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass ihre Technologieanbieter die Datenschutzbestimmungen einhalten. 61 Prozent prüfen in diesen Punkt auch ihre Vertragsnehmer.

Zur Studie

Für die Studie wurden 1.100 Führungskräfte aus den Branchen Versicherungen, Banken, Konsumgüter, Versorgungsunternehmen, Telekommunikation, Öffentlicher Dienst, Healthcare und Einzelhandel befragt. Zuständige aus Deutschland, Frankreich, Italien, Niederland, Norwegen, Spanien, Schweden, Großbritannien, Indien und den USA haben daran teilgenommen.

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