Mehr Sicherheit für komplexe Umgebungen: TÜV Rheinland i-sec

TÜV Rheinland expandiert zum Security-Riesen

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ITB: Wo sehen Sie die zukünftigen Geschäftsfelder und Entwicklungsmöglichkeiten für Informationssicherheits-Spezialisten?

Siemens: Big Data, der Schutz kritischer Infrastrukturen, autonomes Fahren und das Internet der Dinge, aber auch Themen wie Application Security sind wichtig, ganz zu schweigen von den Themen rund um Mobile Devices, sicheres Filesharing et cetera. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, dann treffen wir uns am besten zu unserem IT-Sicherheits-Kongress am 21./22. Mai in Fürstenfeldbruck bei München! 30 hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Öffentlicher Hand und natürlich von TÜV Rheinland werden hier die neuesten Trends, Strategien und Innovationen aus der Informationssicherheit vorstellen. Aktuelle Strategien zur Schadensbegrenzung bei gezielten komplexen Angriffen, ganzheitliche Security-Strategien für Data Center oder Information Rights Management sind nur einige der zahlreichen spannenden Themen. Außerdem haben wir Top-Sprecher wie Phil Zimmermann, den Erfinder der Pretty Good Privacy, den US-Diplomaten John Kornblum und Ofir Hason von CyberGym aus Israel zu Gast, der uns sein Trainings- und Simulationszentrum für Cyber-Security-Spezialisten vorstellt. Allein die Bandbreite unseres Programms zeigt, welche Entwicklungsmöglichkeiten Experten für Informationssicherheit heute in Technik, Politik und Wirtschaft offenstehen. Ich freue mich, wenn wir auch Young Professionals für den IT-Sicherheitskongress interessieren können. Denn wir bieten vor Ort nicht nur einen Hacker-Contest, sondern auch eine Karriereberatung für die Spezialisten für Informationssicherheit von morgen.

ITB: Stichwort Automotive: Wie kann ein Auto sicher gemacht werden, das sich durch einen immer höheren Software-Anteil in der Fahrzeugsteuerung mehr und mehr IP-basierten Angriffen öffnet?

Siemens: Hier gilt das Paradigma, mit dem wir uns auch in Bezug auf kritische Infrastrukturen auseinandersetzen müssen. In der Office-Welt bewährte Lösungen passen noch lange nicht in eine technische Umgebung, denn hier geht es nicht nur um Security, sondern auch um Safety. Lösungen müssen beide Aspekte abdecken und das gesamte System, also auch die Schnittstellen in der Umgebung im Blick haben. Bereits heute sind wir in der Entwicklung bei den Autos von morgen auf dem besten Wege zu Apps auf vier Rädern. Die Entwicklung wird zweifelsohne weiter fortschreiten und sie hat auch sehr viele Vorteile. Allerdings ist es notwendig, dass auch auf Seiten der Hersteller die Awareness für die Relevanz von Informationssicherheit und den passgenauen Schutzbedarf der IT-Systeme und Anwendungen im Auto wächst.

ITB: Stichwort Industrie 4.0: Geht im Internet der Dinge nicht vollkommen der Überblick über die Sicherheit der Anwender verloren? Wo will der TÜV Rheinland hier mit IT-Security noch Felsen in der Brandung setzen?

Siemens: Wir unterstützen bereits heute viele Unternehmen dabei, die Informationssicherheit in der Produktion zu erhöhen, ob im Bereich Konzeption, im Bereich von Sicherheits-Policies und Infrastrukturthemen oder bei Ausschreibungen. Stets haben wir beide Aspekte, Security als auch Safety im Blick, aber das hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir als TÜV Rheinland die Sicherheit von Mensch und Technik seit 140 Jahren als unser Kerngeschäft betreiben. Wir definieren die Security-Anforderungen, achten aber darauf, dass diese die Safety-Anforderungen nicht beeinträchtigen. Safety und Security im Blick zu haben, ist heute notwendiger denn je, denn Fakt ist: Die Bedrohungslage für Industrieanlagen hat sich durch die stetige digitale Vernetzung verschärft. Zuführungs-, Steuer- und Prozessdatensysteme wachsen immer mehr zusammen, der Einsatz mobiler Endgeräte steigt, zum Beispiel zur Fertigungssteuerung. Darüber hinaus erfolgen Datenzugriffe inzwischen unternehmensweit und nicht mehr über in sich geschlossene Netze. Störfälle in einem Netz können andere Netzwerke und dadurch Produktionsanlagen und damit natürlich auch die Sicherheit der Menschen, die darin arbeiten und die davon abhängen, beeinflussen. Erfreulicherweise ist die Awareness für die Herausforderungen an die Informationssicherheit in der Industrie gewachsen. Allerdings muss man auch einräumen: Während die Notwendigkeit von Safety-Maßnahmen unbestritten ist, herrscht im Bereich der Security (Schutz der digitalen Systeme) noch Unsicherheit über den benötigten Schutzbedarf. Dabei gilt es, innovative und integrierte Sicherheitskonzepte umzusetzen. Fazit: Mit dem Phänomen der Industrie 4.0, also der Fusion von Produktion und IT-Welt, die ja noch viel weiter reicht als das, was Technik heute schon umsetzt, stehen wir zweifellos vor einem der wichtigsten Meilensteine in der IT-Entwicklung. Allerdings handelt es sich hier nicht um eine Revolution, sondern eher um einen Prozess, der zudem spannende Perspektiven in Effizienzsteigerung sowie in Bezug auf neue Business- und Servicemodelle geben kann. Aber noch sind unseres Erachtens erhebliche Fragen in Bezug auf Security und Safety zu klären.

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