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ITB: Worin sehen Sie in Zukunft die größte Bedrohung für die Sicherheit eines durchschnittlichen mittelständischen Unternehmens?
Auerbach: Definitiv im Mitarbeiter. Die Sicherheitsanbieter können „nur“ für wirksame Technologien sorgen. Aber all das ersetzt nicht das „Brain 2.0“. Ohne den sicherlich vorhandenen klaren und wachen Verstand der Mitarbeiter hat auch das beste System seine Schwachstellen. Und die nur allzu menschliche Wissbegierde ist eine davon: Was sollte ich zum Beispiel auf keinen Fall machen, wenn ich auf der Firmentoilette einen USB-Stick finde – auch wenn „Gehälter Chefetage“ oder „Geheime Aufnahmen vom Betriebsfest“ darauf steht? Das Ausprobieren ohne nachzudenken kann fatale Folgen nach sich ziehen. Zielgerichtete Attacken, sogenanntes Spearfishing, setzt häufig auf solche menschliche Fehler. Eine weitere Schwachstelle kann der von Ihnen angesprochene Wildwuchs privater Endgeräte sein. Wenn Anwender und die IT vertrauensvoll zusammenarbeiten, steht dem Miteinander nichts im Weg. Wenn jedoch Nutzer nachlässig arbeiten, wird ohne Schutzmechanismen schnell daraus ein „Bring Your Own Desaster“. Zu der Freiheit, sein eigenes Gerät ins Unternehmen mitzubringen, gehört auch die Verantwortung für den sorgsamen Umgang mit den Unternehmensdaten. Diese Verantwortung müssen Anwender übernehmen. Letztlich sind die Mitarbeiter sowohl Gefahr als auch wichtige Wächter für ein Unternehmen. Insgesamt ist die hohe Professionalisierung des Cybercrimes mit einer ganzen Industrie dahinter die große Bedrohung für alle privaten und geschäftlichen Anwender. Weltumspannende Bedrohungen wie einen „I Love You“-Virus gibt es nicht mehr. Heute geht es um das gezielte Abgreifen von Daten und deren Verkauf.
ITB: Abseits der IT-Security: Nach wie vor gründen ja nicht allzu viele Firmeninhaber eine persönliche Stiftung für gute Zwecke, wie Sie mit der Auerbach Stiftung. Bis zu 20 Prozent aus den Online-Verkäufen in der DACH-Region fließen hierin ein. Wie kamen sie auf die Idee dazu?
Auerbach: Um es kurz zu sagen: Weil ich es für richtig empfinde. Ich fand in meiner Familie immer Rückhalt und Unterstützung. Eine ähnliche Sicherheit möchte ich auch anderen ermöglichen. Um Menschen diese Chance zu bieten, habe ich die Auerbach Stiftung ins Leben gerufen. Für mich macht erst das Engagement für mehr Sicherheit in der realen Welt unsere erfolgreiche Arbeit für Sicherheit in der virtuellen Welt komplett.
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